Peinado verschiebt Aussage von Begoña Gómez

Richter Peinado setzt die Vernehmung von Begoña Gómez aus, da ihre Verteidigung Unkenntnis der Aktenlage geltend macht. Neue Ladung am 19. Juli.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Peinado verschiebt Aussage von Begoña Gómez
Peinado verschiebt Aussage von Begoña Gómez auf den 19. Juli

Die für denselben Tag anberaumte Vernehmung von Begoña Gómez vor Richter Juan Carlos Peinado als Beschuldigte wurde abgesagt. Begründung: Die Verteidigung gab an, den Inhalt des Verfahrens nicht zu kennen und über eine Anzeige der Vereinigung Hazte Oír (Konservativer Aktivistenverband) nicht informiert worden zu sein. Peinado akzeptierte das Einwand und setzte einen neuen Termin für den 19. Juli. Das Verfahren entwickelt sich zudem im Umfeld von Twitter-Anschuldigungen und Videos statt gerichtlicher Dokumente, wobei die Originalquelle in weiten Teilen der öffentlichen Darstellung fehlt.

Warum wurde die Aussage von Begoña Gómez verschoben?

Es gibt zwei Lesarten, keine ist harmlos. Erste: ein Formfehler. Eine der Anzeigen, jene von Hazte Oír, war erweitert worden, aber dieser Schriftsatz galt der Beschuldigten nicht als zugestellt. Die Verteidigung berief sich daher auf die fehlende Kenntnis des Aktenstands, um die Anhörung zu verhindern. Nach Angaben informierter Kreise erklärte Gómez dem Richter, sie kenne weder die Gründe noch die Hinweise auf eine Straftat.

Zweite Lesart: Verzögerung bringt Vorteil. Ihre Anwälte haben die Anzeige zur Hand, weshalb die Behauptung der Unkenntnis auffällt, auch wenn es ihr Recht als Beschuldigte ist, so aufzutreten. Es wird gemunkelt, der Richter habe die Zustellung angeordnet, aber eine Empfangsbestätigung fehle. Mehrere Erklärungen sind möglich – niemand hat sie übergeben, jemand anderes hat sie empfangen – doch nichts ist belegt. Vorerst ist die Verschiebung eine Formsache, und der Kalender verlegt den Termin auf den 19. Juli.

Rektor der Complutense-Universität erwähnt Anruf im Moncloa-Palast

Die Verteidigung von Begoña Gómez beantragte, die Aussage des Rektors der Universität Complutense Madrid, anberaumt für 13 Uhr, auszusetzen. Dies geschah nicht. Der Rektor sagte aus, die Ehefrau des Präsidenten habe ihn im Moncloa-Palast angerufen, um bei der Lehrstuhlinitiative zusammenzuarbeiten, und er habe diesen Ort aufgesucht, um Angelegenheiten des Masterstudiengangs „Transformación Social Competitiva“ zu besprechen. Bemerkenswert ist die Richtung des Vorgangs: Üblicherweise empfängt ein Professor in seinem Büro. Mitten in der Befragung musste der Richter eingreifen: „Hören Sie auf zu gestikulieren, das beeinflusst den Zeugen.“

Inmark, der Lehrstuhl und das Coworking eines venezolanischen Unternehmers

Im Dokumententeil tauchen wiederkehrende Positionen auf. Begoña Gómez war Geschäftsführerin für Spanien und Portugal bei Inmark Europa, und laut verbreiteten Informationen nicht nur Aktionärin. 2018, während ihrer Tätigkeit dort, gab sie ein Interview über Marketing 360, dessen Kommentare heute kritisch betrachtet werden. Später ließ sie ihre Firma Transforma TSC in den Coworking-Büros von Impact Hub registrieren, einem Raum, dessen letzter Eigentümer der Unternehmer Miguel Ángel Capriles ist, mit Investitionen in Venezuela und Spanien.

Barrabés, Videokonferenz und Haftandrohung

Am Montag, den 15. Juli, um 11:00 Uhr war die Zeugenaussage des Unternehmers Juan Carlos Barrabés angesetzt. Der Richter wies Begoña Gómez auf ihre Pflicht zum Erscheinen hin und darauf, dass bei Nichterscheinen ohne triftigen Grund ein Haftbefehl erlassen werden könnte. Letztlich sagte Barrabés aus gesundheitlichen Gründen per Videokonferenz von zu Hause aus, sodass ihre Anwesenheit nicht mehr erforderlich war.

Auf der Website des Masterstudiengangs war Barrabés in einer Aufnahme vom 6. Dezember 2022 im Kreis der Experten gelistet. Am 8. April 2024 fehlt er dort. Begoña hingegen behält in beiden Fällen dieselben Funktionen inne: Leiterin des außerordentlichen Lehrstuhls sowie Co-Leiterin und Dozentin des Masters.

Staatsanwaltschaft fordert Eingrenzung des Falls und Ausschluss von Globalia

Der Staatsanwalt legte Beschwerde beim Provinzgericht Madrid ein und warf dem Richter vor, ohne Filter zu handeln. Er forderte, die Fakten bezüglich Globalia aus den Ermittlungen auszuschließen und den Rest klar zu definieren, da dies nicht gerechtfertigt oder verständlich sei. Parallel dazu hat die Verteidigung von Begoña das Gericht gebeten, Peinado eine universelle Untersuchung gegen sie zu untersagen und die Einstellung des Verfahrens zu verlangen, da keine Indizien vorlägen.

Nur abgeschaltete Website und Verhalten im Saal

Es hieß, sie habe ihre Seite gelöscht. Sie ist nicht gelöscht, sondern abgeschaltet. Die Domain wurde am 27. September erneuert und in den USA gehostet; der Inhalt ist in Internet-Archiven weiterhin abrufbar. Ein weiteres Detail betrifft das Protokoll im Gerichtssaal: Es ist nicht dokumentiert, dass sie aufgefordert wurde, vor dem Mikrofon aufzustehen, was bei weniger prominenten Zeugen üblich ist. Wer einige Aussagen verfolgt hat, weiß, dass die Liturgie nicht für alle gleich angewendet wird.



Da der Fall zwischen dem Gericht, dem Provinzgericht und mehreren Privatklagen verteilt ist, geht es nicht mehr darum, wann ausgesagt wird, sondern was am Ende im Dossier steht, wenn dies geschieht. Der Termin ist der 19. Juli. Bis dahin reicht der Kalender. Dort stockt die Analyse.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (265 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver