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Paris 2024: Touristen und Einheimische meiden die Seine
Touristen bleiben Paris fern und die Pariser reisen ab: Die Gastronomie in der grauen Zone an der Seine verzeichnet vor den Olympischen Spielen einen Rückgang von 50 %.
Warum sind am Vorabend der Olympischen Spiele weniger Menschen in Paris? Die Touristen haben die französische Hauptstadt gemieden, und auch ein Teil der Pariser ist von den Straßen verschwunden, wie Frank Delvau, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands UMIH in Paris, berichtet. Der Grund: die Absperrung der sogenannten „grauen Zone“ an der Seine seit dem 17. Juli für die Eröffnungszeremonie am Freitag. Die Branche hatte mit einem Rekord an Touristen gerechnet, doch die Aktivität liegt laut Delvau 50 % unter dem Niveau einer normalen Woche.
Der Einbruch der Gastronomie in der grauen Zone
Delvau bezeichnet die Lage in der grauen Zone, dem eingezäunten Gebiet am Fluss, als „katastrophal“. Die Gastronomen verlieren nicht nur ausländische Gäste, sondern auch ihre Stammkunden: Viele Pariser sind in den Urlaub gefahren oder arbeiten im Homeoffice, um Absperrungen und Menschenmassen zu vermeiden. Das Ergebnis ist ein doppelter Schlag für Bars und Restaurants, die auf den Sommer angewiesen waren, um die Bücher auszugleichen.
Das Paradoxe ist, dass die Spiele ein Magnet für den Tourismus sein sollten. Doch die Zahlen der Branche deuten auf das Gegenteil: weniger Buchungen, weniger Spaziergänge und mehr geschlossene Lokale. Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob die Veranstaltung das bis Monatsende ausgleichen wird oder ob der Schaden für viele kleine Betriebe irreversibel ist.
Hotel- und Flugpreise: die Kostentheorie
Manche sind der Meinung, dass das Problem nicht die Sicherheit oder die Zäune sind, sondern die Preise. Ein Nutzer im Forum berichtet, Flüge für das Eröffnungswochenende zu 150 Euro und zentrale Hotels zu 200 Euro pro Nacht gesehen zu haben. Für einige Teilnehmer sind diese Preise für den Durchschnittstouristen weiterhin zu hoch, andere halten dagegen, dass sie bei echter Nachfrage nicht sinken würden. Das Fehlen der Touristen, so die ironische Bemerkung, sei „BR00000TAL“ für diese Preise.
Lampenfieber: frühere Vorfälle und das Gefühl von Unsicherheit
Ein Teil der Debatte konzentriert sich auf die Sicherheit. Erinnert wird an Vorfälle wie das Champions-League-Finale in Paris, mit Raubüberfällen, Angriffen auf Busse und Schlägereien gegen Fans, wie einige Teilnehmer schildern. Diese weithin berichteten Vorfälle hätten ein Bild des Chaos geschaffen, das viele Touristen nicht selbst erleben wollen, so die Argumentation. Manche kommen zu dem Schluss, dass wer mit Familie reist, es sich zweimal überlegt.
Andere hingegen halten diese Angst für übertrieben und für das Ergebnis einer Verleumdungskampagne. Fest steht: Die Kombination aus Zäunen, Kontrollen und Negativschlagzeilen hat die Stimmung gedämpft.
Das Maskottchen und das Symbol: die überzeugende Jakobinermütze?
Das offizielle Maskottchen, eine Jakobinermütze, hat Spott hervorgerufen. „Das ist das Maskottchen? Eine Jakobinermütze?“, fragt einer sarkastisch. Manche schlagen Alternativen vor, etwa einen Dolch für Barcelona oder einen Seestern. Die Auswahl hat keine Begeisterung geweckt.
Über das Design hinaus spiegelt das Symbol nach Ansicht einiger eine Entfremdung zwischen dem Organisationskomitee und dem Publikum wider. Die Eröffnungszeremonie, bei der das olympische Feuer laut einem viralen Tweet von einer trans Frau übergeben wird, sorgt zusätzlich in konservativen Kreisen für Kontroversen.
Das olympische Geschäft: wer gewinnt wirklich?
Der am häufigsten geäußerte Vorwurf ist, dass die Spiele eine Parade öffentlicher Aufträge für gut vernetzte Unternehmen sind. „Diese Art von Veranstaltungen ist reiner Ruin und eine Parade von Aktentaschen“, heißt es. Normalen Menschen bringe es keinen Nutzen, sie müssten den Schmutz schlucken, fügen sie hinzu. In Spanien fürchten manche, dass die WM 2030 das Muster wiederholt: aufgeblähte Verträge und der Steuerzahler, der zahlt.
Der Vergleich mit Barcelona 92 oder Madrid 2012 liegt nahe. Damals gab es Begeisterung und Wachstum; heute herrschen Skepsis und nachweisbare Korruption des IOC. Die Frage ist, ob Paris wirklich die Spiele brauchte, um sich zu vermarkten. Wahrscheinlich nicht.
Am Ende bleibt die große Unbekannte, ob die Touristen zurückkehren, sobald die Wettkämpfe beginnen, oder ob der Schaden bereits geschehen ist. Die Gastronomen drücken die Daumen. Die Pariser genießen derweil die leeren Straßen. Trockene Ironie: Vielleicht ist das beste Vermächtnis dieser Spiele eine Stadt ohne Menschen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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