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Oporto oder Porto: Streit um den Namen des portugiesischen Klubs
In einem Forum fragt ein Nutzer, ob es faschistisch sei, ausländische Städte beim traditionellen spanischen Namen zu nennen. Im Thread wird über Oporto, Porto und andere Ortsnamen diskutiert.
Oporto oder Porto: die RAE und der Gebrauch des Namens
Ist es faschistisch, ausländische Städte bei ihrem traditionellen spanischen Namen zu nennen? Die Frage, die im Zuge einer Diskussion über den FC Porto aufkam, verbirgt eine sprachliche Debatte, die weit über den Fußball hinausgeht. Nach Angaben eines Teilnehmers empfiehlt die Real Academia Española (RAE, die spanische Sprachakademie) die Form Oporto, den traditionellen spanischen Ortsnamen, doch im journalistischen und sportlichen Bereich hat sich Porto, der offizielle Name des Klubs, durchgesetzt. Immer wenn sich ein Medium für die eine oder andere Form entscheidet, entbrennt die Kontroverse – und das ist kein Einzelfall: Dünkirchen, Antwerpen, Gent oder Brügge sind nur einige Beispiele für Städte, deren spanische Namen kaum noch verwendet werden.
Der offizielle und der traditionelle Name: zwei widersprüchliche Kriterien
Der portugiesische Klub heißt offiziell Futebol Clube do Porto. Im Portugiesischen sagt man häufig „o Porto“ (der Porto), wobei der Artikel mit dem Stadtnamen verschmilzt. Im Spanischen empfiehlt die RAE nach Angaben eines Teilnehmers Oporto, den traditionellen Namen. In der journalistischen und sportlichen Praxis werden jedoch beide Formen gleichermaßen verwendet. Manche vertreten die Auffassung, dass Klubnamen nicht übersetzt werden, anders als Ortsnamen: Die Stadt heißt Oporto, der Klub aber Porto. Dasselbe Kriterium gilt für andere Teams: Die Stadt heißt Neapel, der Klub Napoli; die Stadt heißt Girona, der Klub ebenfalls Girona. Und niemand käme auf die Idee, Turin statt Torino zu sagen. Die Unterscheidung zwischen Stadt und Klub erleichtert zudem, zu erkennen, wann von der einen und wann von der anderen die Rede ist.
Die Liste der hispanisierten Ortsnamen, die fast niemand mehr benutzt
Nach Angaben eines Teilnehmers veröffentlicht die RAE einen Anhang mit hispanisierten ausländischen Ortsnamen. Dort finden sich Dunquerque (Dünkirchen), Amberes (Antwerpen), Gante (Gent), Brujas (Brügge), Mastrique (Maastricht), Pekín (Peking), Célebes (Sulawesi) und vieles mehr. Viele dieser traditionellen Namen sind aus der Mode gekommen; ihre Verwendung klingt heute gekünstelt oder geradezu veraltet. Der Fall Holland ist paradigmatisch: Obwohl das Land offiziell Niederlande heißt, bleibt die Bezeichnung Holland vorherrschend. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass Holland eine Region der Niederlande ist, doch der Gebrauch ist so verbreitet, dass er sich kaum ausrotten lässt. Ähnlich verhält es sich mit Oporto: Die traditionelle Form hält sich in formellen Kontexten, doch der allgemeine Sprachgebrauch neigt zu Porto.
Die Umbenennung von Klubs: eine Frage der Marken
In den letzten Jahren haben Klubs begonnen, ihre Namen als globale Marken zu verwalten. Der FC Porto ist eine eingetragene Marke, und sein Name hat sich in internationalen Medien durchgesetzt. Dasselbe gilt für Sporting de Lisboa, das heute als SCP oder Sporting de Portugal vermarktet wird. Sogar in der Synchronisation von Serien und Filmen hat sich der Originalname durchgesetzt: Captain Tsubasa statt Oliver und Benji. Das globale Management geistigen Eigentums hat dazu geführt, dass Klubnamen unübersetzt respektiert werden. Das kollidiert mit der spanischen Tradition, Ortsnamen anzupassen, aber auch mit der Realität, dass Fans und Medien mehrheitlich die Originalform übernommen haben.
Der Fall der spanischen Städte: doppelte Standards
Die Kontroverse spitzt sich zu, wenn man sie mit dem Umgang mit spanischen Ortsnamen vergleicht. Ein Teilnehmer argumentiert, die Katalanen verlangten, dass Gerona Girona und Lérida Lleida genannt wird, scheuten sich aber nicht, Cádiz Cadis und Zaragoza Saragossa zu nennen. Im Baskenland sagt man auf Baskisch Bilbo für Bilbao, im Spanischen bleibt es bei Bilbao. Und in Galizien existieren A Coruña und La Coruña nebeneinander. Die eigentliche Frage ist, ob der offizielle Name Vorrang vor dem traditionellen haben sollte und ob dieses Kriterium konsequent angewendet wird. Die Antwort ist nicht einfach: Sie hängt vom Kontext (administrativ, journalistisch, umgangssprachlich) und von der Sensibilität der jeweiligen Region ab.
Was sagt die RAE zu Oporto und Porto?
Nach Angaben eines Teilnehmers empfiehlt die RAE Oporto als traditionellen spanischen Ortsnamen. Im journalistischen und sportlichen Sprachgebrauch hat sich jedoch Porto durchgesetzt, insbesondere in Bezug auf den Klub. Die Institution hat die Verwendung von Porto nicht verurteilt, hält aber in ihren Referenzwerken an der Präferenz für Oporto fest. In der Praxis werden beide Namen akzeptiert, wobei Oporto als formeller gilt und Porto eher als umgangssprachlich oder sportbezogen. Die Sprachentwicklung und der Druck globaler Marken verschieben die Waage zunehmend zugunsten des Originalnamens.
Warum heißt es Oporto im Spanischen und Porto im Portugiesischen?
Der Name Oporto stammt vom lateinischen Portus Cale ab, aus dem auch der Name Portugal hervorging. Im Spanischen führte die Lautentwicklung zu Oporto, während im Portugiesischen Porto erhalten blieb. Die Stadt hieß auf Portugiesisch immer Porto, wurde im Spanischen aber zu Oporto angepasst. Mit der Zeit hat sich die Verwendung des Originalnamens ausgebreitet, besonders im Sportbereich, wo Klubs ihre offizielle Bezeichnung bevorzugen. Die RAE empfiehlt weiterhin Oporto, räumt aber ein, dass Porto weit verbreitet ist.
Die Diskussion über Oporto und Porto ist nur ein Symptom eines breiteren Phänomens: der Spannung zwischen traditionellem und offiziellem Namen in einer globalisierten Welt. Sollten wir weiter Oporto sagen oder uns Porto beugen? Die Antwort hängt, wie fast immer, davon ab, wen man fragt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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