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Openbank: 40 € Prämie bei 300 € Sperrfrist
Openbanks Freundschaftswerbung zahlt 40 € an Werber und Geworbene, verlangt aber sechs Monate lang 300 € Guthaben; nach Steuer bleibt nur 32 €.
Openbank zahlt 40 € für Kontoeröffnung, sperrt aber 300 € für sechs Monate
Es gab einen Sommer, in dem halb Spanien versuchte, Verwandte dazu zu bringen, ein Bankkonto zu eröffnen. Das Openbank-Freundschaftsprogramm bot 40 Euro für den Werber und weitere 40 für den Neukunden. Besonders motivierte Werber teilten Codes über private Nachrichten, E-Mails und Bekanntengruppen. Das Ergebnis war eher verhalten: „Ich habe nicht EINEN einzigen Bekannten überzeugt, das Konto zu eröffnen“, fasste einer der aktivsten Werber zusammen. Er berichtete, dass wohlhabende Kontakte die Aktion als unbedeutend abtaten, während potenzielle Nutzer ihm misstrauten.
Die Mechanik ist einfach erklärt, aber schwer umzusetzen. Die Prämie wird zwar gezahlt. Aber der Neukunde muss 300 Euro ein halbes Jahr lang auf dem Konto ruhen lassen, damit die Aktion erfolgreich abgeschlossen wird.
Welche Bedingungen stellt Openbank an Neukunden?
Die Teilnahmebedingungen, die bei jeder Akquise wiederholt wurden, sind eindeutig. Der Neukunde muss eine natürliche Person über 18 Jahren sein, das Open Girokonto als Erstkontoinhaber aktivieren, alle erforderlichen Unterlagen einreichen und mindestens 300 Euro Guthaben einzahlen. Ursprünglich musste dies bis zum 31. Januar 2019 geschehen, später wurde die Frist auf den 28. Februar verlängert. Und das Geld darf nicht bewegt werden: Es muss mindestens sechs Monate gehalten werden.
Eine zweite Bedingung in den AGB lautet, dass man im Aktionszeitraum vom 21. Juni bis 31. Dezember 2018 kein Kunde gewesen sein darf, dessen Konto gekündigt wurde.
Der positive Aspekt ist, dass der Neukunde selbst zum Werber wird. Das Programm erlaubt es, bis zu 400 Euro mit zehn Empfehlungen zu verdienen, was die Aktion in einen kleinen familiären Wettbewerb verwandelt, wer die meisten verfügbaren Cousins hat.
Wie viel bleiben von den 40 € nach Steuern?
Hier kommt die erste Abrechnung. Laut den veröffentlichten Informationen wird die Prämie nicht sofort bei Unterschrift gezahlt: Sie wird einen Monat nachdem der Neukunde alle Bedingungen erfüllt hat, auf das Konto eingezahlt. Werber und Neukunde erhalten sie am selben Tag.
Auf diesen Betrag greift eine 19%ige Quellensteuer. Die unter Interessierten kursierende Berechnung besagt, dass von den 40 Euro effektiv nur 32 übrig bleiben, wobei der einbehaltene Teil bei der Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Kein echter Verlust, aber ein Vorschuss, den die Bank behält, solange die Prämie „abkühlt“.
Wer weiter optimiert, kann mehr herausholen. Das Freundschaftsprogramm ist kompatibel mit der Gehaltsüberweisungs-Aktion, die zusätzliche 100 Euro bringt. Zusammen ergibt das 140 Euro, plus mögliche 400 Euro durch weitere Empfehlungen.
Was passiert, wenn der Neukunde die 300 € vor Ablauf der sechs Monate abhebt?
Hier liegt die Ungereimtheit, die niemand so ganz klären kann. Die Zahlung erfolgt nach einem Monat; die Haltedauer beträgt sechs. Dazwischen liegen fünf Monate Spielraum, in denen der Neukunde theoretisch das Konto leeren könnte, ohne gegen einen Zahlungsplan verstoßen zu haben.
Laut einem Teilnehmer, der die Bank kontaktierte, wird wahrscheinlich die Rückzahlung des anteiligen Betrages gefordert, wenn der Empfänger die 300 Euro nicht über den gesamten Zeitraum hält. Diese Unsicherheit lässt den Werber zittern: Die Prämie ist bereits auf seinem Konto, aber ihr Verbleib hängt vom Verhalten einer anderen Person über ein halbes Jahr ab. Bei Familienmitgliedern akzeptabel, bei Bekannten aus Messenger-Gruppen weniger.
Auch die Auszahlungszeiten waren nicht einheitlich. Erste Empfehlungen wurden laut Berichten eines Werbers innerhalb von etwa zwei Wochen ausgezahlt. Ein späterer Fall zog sich über einen Monat hin, ohne dass die Gutschrift einging.
Warum schenkt eine Bank Geld für Kundenakquise?
Die Frage, die über der ganzen Aktion schwebt, ist nicht, ob sie lohnenswert ist, sondern was dahintersteckt. Es gibt zwei Lesarten. Erstens: Eine aggressive Akquise-Kampagne, bei der Geld locker gemacht wird, weil es der einzige schnelle Weg ist, jemanden zum Bankenwechsel zu bewegen. Zweitens, weniger freundlich: Dass es ein ernstes Liquiditätsproblem gibt und das Institut um jeden Preis Einlagen generieren muss.
Das Zweite bleibt ein Verdacht, und das sollte klar gesagt werden: Es gibt keine veröffentlichten Daten, die dies belegen. Das angeführte Argument basiert auf banküblichem Menschenverstand. Andere Institute bieten ähnliche Summen für Kontoeröffnungen, einige subventionieren rund 100 Euro für Gehaltsüberweisungen, und Openbank selbst hatte in früheren Aktionen Geschenkkarten von El Corte Inglés im Wert von 50 Euro verteilt. Mit 3.000 Euro eingesammeltem Kapital und 80 Euro ausgegebenen Prämien rechnet ein Teilnehmer vor, dass sich das Geschäft lohnt.
Die familiäre Bilanz: 160 Euro für zwei Eltern
Die effektivste Strategie war nicht die Bekanntengruppe, sondern die direkte Familie. Ein entschlossener Werber überzeugte laut eigener Aussage seine Eltern, ein Konto zu eröffnen, und rechnete vor: Seine 40 Euro plus die ihrerseits, insgesamt 160 Euro für zwei Personen. Das ist der Weg, der funktioniert, denn das Risiko eines Regelverstoßes sinkt, wenn der Neukunde am eigenen Tisch isst.
Der Rest der finanziellen Nachbarschaft war zwischen Enthusiasmus und Skepsis geteilt. „Alle verschenken gerade Geld für Kontoeröffnungen“, fasste ein Teilnehmer zusammen, der bereits von ähnlichen Aktionen anderer Institute profitiert hatte.
Und dann bleibt das Detail, das irritiert. Mit den bis Februar verlängerten Fristen und der Auszahlung einen Monat nach Erfüllung der Bedingungen zieht sich der gesamte Zyklus bis zum folgenden Sommer. Vierzig Euro, sechs Monate Haltefrist und eine Steuerabzug zwischendurch. Die Einladung an Freunde ist zu einem Vertrag mit verzögerter Belohnung geworden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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