Fonds: 90% schlagen den Index nicht – Gebühren schuld

Nur 10% der Fonds übertreffen ihren Vergleichsindex. Bei 1,5% Gebühren im Vergleich zu 0,25% für ETFs ist Gewinn möglich, aber teurer als gedacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fonds: 90% schlagen den Index nicht – Gebühren schuld
Fonds verlieren nicht immer: Die Gebühren entscheiden über den Erfolg

Man kann mit Investmentfonds Geld verdienen. Man kann einen Fonds auch dreizehn Jahre halten, zusehen, wie er steigt, und am Ende weniger als ein Drittel des Gewinns behalten, der ohne Gebühren möglich gewesen wäre. Beides ist beim selben Produkt möglich, und hier liegt das Problem: Ein Vehikel, das jedes Jahr Gebühren für die Verwaltung fremdes Erspartes nimmt, unabhängig davon, ob es gut oder schlecht läuft. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Fonds Betrug sind, sondern wie viel Rendite unterwegs verloren geht.

Die Zahl, die das Problem zusammenfasst: Rund 1,5% jährliche Gebühr bei einem Fonds gegenüber 0,25% bei einem ETF, der nur einen Index abbildet. Sechsmal geringere Kosten für denselben Markt. Auf tausend Euro wirkt das wie Kleingeld; auf sechsstellige Summen und zwanzig Jahre ist es der Unterschied zwischen einem Plan und einem Missverständnis.

Wie hoch sind die Gebühren für Fonds und ETFs?

Die Spanne der Gebühren ist enorm. Im teuren Segment erreichen hauseigene Fonds von Geschäftsbanken 2% oder mehr; im günstigen Bereich liegen indexierte Fonds auf den S&P 500 bei etwa 0,1%. Dazwischen kostet ein globaler MSCI World-Indexfonds, vertrieben von einer spanischen Bank, 0,4% oder 0,45%, was für ein Bankprodukt recht günstig ist.

Die Rechtfertigung für hohe Gebühren lautet stets gleich: Dahinter steht jemand, der Entscheidungen trifft. Das Problem, wie ein Teilnehmer es zusammenfasst, ist, dass diese aktive Verwaltung oft nur existiert, um die eigene Rechnung zu rechtfertigen. ETFs bilden Indizes mit einem Bruchteil der Kosten ab, und nach der Erfahrung vieler Forennutzer konnten gute aktive Fonds sie nicht schlagen.

90% der Fonds schlagen ihren Index nicht

Die von mehreren Teilnehmern wiederholte Zahl ist hartnäckig: Rund 90% der Fonds schaffen es nicht, ihren Referenzindex in relevanten Zeiträumen zu übertreffen, und je länger der Zeitraum, desto weniger Manager überleben den Vergleich. Aktive Verwaltung gewinnt in kurzen Phasen und blutet aus in langen.

Es gibt ein Gegenargument, das oft als Schutzschild dient und sich dann gegen die Nutzer wendet: Die Minderheit, die den Markt tatsächlich schlägt, existiert. Ein Manager kann seinen Index jahrelang übertreffen, das ist eine Tatsache. Was man nicht weiß, ist, ob er das wiederholen wird. Aus 5.000 Fonds die zehn besten der letzten fünf Jahre auszuwählen, liefert fantastische Ergebnisse, selbst wenn alle zufällig investiert hätten; der unangenehme Detail ist, dass die Top Ten vor fünf Jahren selten die heutigen Top Ten sind.

„Ich habe 6% verdient; ohne Gebühren wären es 20% gewesen“

Ein konkreter Fall sagt mehr als drei Berichte. Ein Anleger berichtet, dass er mit einem Fonds, den er dreizehn Jahre hielt, 6% verdiente und berechnet, dass die Zahl ohne Gebühren bei rund 20% gelegen hätte. Eine andere Interpretation legt den Fokus auf die Opportunitätskosten: 6% pro Jahr sind ein vernünftiges Ergebnis im Vergleich zur historischen Durchschnittsrendite des S&P 500 von 8% seit 1950, auch wenn die kumulierte Rendite über dreizehn Jahre anders aussieht.

Es lohnt sich, auf das Missverständnis einzugehen, da es halbwegs durch das Thema zieht. 6% zusammengesetzte Jahresrendite ist ein ansehnlicher Ertrag; 6% Gesamtrendite verteilt auf dreizehn Jahre decken nicht einmal die Inflation ab. Dieselbe Zahl bedeutet je nach Messgröße völlig unterschiedliche Dinge.

Bank-ETFs: Amundi, Vanguard und Mindestanlagen

Traditionelle Banken haben ihre Türen für kostengünstige Produkte geöffnet, allerdings mit unterschiedlichen Bedingungen. Ein Vanguard-S&P-500-Indexfonds, vertrieben von einer spanischen Bank, kostet 0,1% und akzeptiert Einzahlungen jeder Höhe. Der globale MSCI World-Indexfonds verlangt eine Mindestanlage von 600 Euro; sein direkter Konkurrent auf einer anderen Plattform fordert 100 Euro beim ersten Mal und 50 Euro danach, und es gibt Produkte mit einem Minimum von 200 Euro.

Bis 2019 war dieser Vanguard-S&P-500-Fonds Privatkunden vorbehalten, die über ein Vermögen von mehr als 500.000 Euro verfügten. Danach wurde er für alle Kunden geöffnet. Dieses Detail erklärt viel: Das billige Produkt existiert seit Jahren; was sich ändert, ist, wer es kaufen darf.

Anleihen und inflationsgebundene Staatsanleihen: Die Preisfalle

Nicht alles ist Aktienmarkt. Inflationsgebundene US-Staatsanleihen (TIPS), gehandelt über ETFs, werden je nach Szenario als interessante Option diskutiert. Der technische Punkt, der debattiert wird, ist die Richtung der Preisbewegung: Manche behaupten, dass eine Anleihe, die am Sekundärmarkt gekauft wurde, steigt, wenn die Inflation steigt, während andere argumentieren, dass genau das Gegenteil gilt, nämlich dass der Preis fällt, wenn die Zinsen steigen.

Die Uneinigkeit bleibt bestehen und ist nicht unerheblich für Käufer, die in die falsche Richtung denken. Ein Forennutzer kritisiert zudem Anleihefonds, die Papiere bis zur Fälligkeit in einer Umgebung mit null oder negativen Zinsen halten.

Warum einige wenige Fonds den Markt schlagen

Es gibt eine Minderheit, die dies schafft, und sie zu leugnen wäre ein Fehler. Wie ein anderer Teilnehmer anmerkt, sind Fonds für Privatbanken, konzipiert für große Vermögen, etwas anderes. Für Kleinanleger ist die oft genannte Alternative die passive Verwaltung: öffentliche Regeln, niedrige Kosten und keine Black Box in der Strategie.

Aktive Verwaltung hat zudem ein Anreizproblem, das sich nicht mit guten Absichten lösen lässt. Die genannten Beispiele — europäische Small-Cap-Fonds zur Diversifizierung — funktionieren, wenn sie funktionieren, aber niemand garantiert, dass sie in den nächsten fünf Jahren wieder erfolgreich sind.

Bei dieser Kostenstruktur bleibt die Grundsatzdebatte offen: Ob die Minderheit der Manager, die den Markt schlagen, weiterhin existieren wird oder ob sie die letzte Bastion eines Geschäftsmodells sind, das sich bereits selbst trägt. Die Gebühren werden jedenfalls in jedem Fall erhoben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (149 Antworten).

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