Olivenöl in Spanien für 12 Euro pro Liter ändert Kaufgewohnheiten

In Spanien kostet ein Liter Olivenöl zwischen 10 und 12 Euro, gegenüber 4 Euro im Jahr 2015, während Dürre die nächste Ernte bedroht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Olivenöl in Spanien für 12 Euro pro Liter ändert Kaufgewohnheiten
Olivenöl erreicht 12 Euro pro Liter: Kanisterkauf wird zum Luxus

Elf Euro und zwanzig Cent. Zwölf in einer anderen Provinz. Zehn bei einer bestimmten Kette. Der Preis für Olivenöl ist nicht mehr nur eine Randnotiz im Einkaufswagen, sondern das Symbol einer Inflation, die niemand mehr bestreitet. Im Jahr 2015 lag der Literpreis laut Diskussionen bei 4 Euro. Heute bewegt sich die Spanne zwischen 10 und 12 Euro, und ein Fünf-Liter-Kanister wird in Genossenschaften für 41 Euro verkauft, wie in Online-Foren berichtet wird. Brot mit Öl war, in Worten aus einem zitierten Nachrichtentext, „das Essen der Armen“. Jetzt ist es fast ein Laster.

Was kostet ein Liter Olivenöl jetzt?

Die Preise, die aus verschiedenen Landesteilen gemeldet werden, zeigen denselben Boden: 11,20 Euro pro Liter in einem Supermarkt, 12 in einer anderen Zone, 10 bei Consum. Auch wer lose kauft, bleibt nicht verschont: Ein Fünf-Liter-Genossenschaftskanister hat sich auf 41 Euro verteuert, während für 20-Liter-Kisten, die früher 65 Euro kosteten —bezahlt in Naturalien bei der Ernte, wie es immer üblich war— einige berechnen, dass nun 100 Euro verlangt werden.

Der Verweis auf 2015 schmerzt. Damals waren es 4 Euro pro Liter, genau der Preis, zu dem, laut einem Kommentar im Thread, heute orujo de oliva (Tresteröl aus Oliven) verkauft wird, diese Fraktion, die man früher ignorierte und die nun zur wirtschaftlichen Alternative für alle geworden ist, die nicht auf Geschmack verzichten wollen. In einem Jahrzehnt hat sich das Starprodukt der mediterranen Ernährung über das Niveau gestellt, das viele Familien bereit sind, für ein Grundnahrungsmittel zu zahlen.

Warum abgefülltes Öl vom Vorjahr, das noch im Regal steht, teurer wird

Hier liegt der Punkt, den niemand ganz nachvollziehen kann. Oliven werden zwischen September und November geerntet —Arbequina früher, Picual später— und das neue Öl kommt um diese Zeit in die Läden. Daher ist das, was für 12 Euro verkauft wird, größtenteils die Produktion der vorangegangenen Kampagne. Die Frage ist berechtigt: Warum verteuert sich heute etwas, das bereits vor Monaten produziert wurde?

Mehrere Erklärungen werden gehandelt. Lager- und Transportkosten, die Erwartung einer schlechteren Ernte und der unbequeme Verdacht, dass Warnungen vor Knappheit dazu dienen, den Preis zu drücken, bevor weniger Produkt verfügbar ist. Manche weisen auf ein auffälliges Detail hin: Die Mindesthaltbarkeitsdaten bestimmter Verpackungen liegen ungewöhnlich nah beieinander, als ob sich das Produkt ansammelte und die Erzählung vom Preisanstieg half, den Bestand vor der neuen Kampagne abzuarbeiten. Das unbestätigte Detail stützt eine einfache Intuition: Wenn Bestände vorhanden sind, reagiert der Anstieg weniger auf die Physik des Feldes als auf die Erwartung.

Dürre in Jaén und der Kalender der nächsten Ernte

Wer von Olivenbäumen lebt, ist sich sicher: Der Preis hat Aufwärtspotenzial, wenn es nicht regnet. September ist der entscheidende Monat. In Katalonien, wo die Sorte Arbequina dominiert, sahen die Bäume vorzeitig trocken aus, und die Konsequenz ist arithmetisch: weniger Wasser, weniger Oliven, höherer Literpreis. Die Warnung aus Jaén ist explizit: Ohne dringend benötigten Regen wird die Eskalation weitergehen. Die Produktion versteht nichts von Verbrauchskalendern oder Preispolitik; sie versteht Wasser.

Spanisches Öl geht ins Ausland, hier zahlt man mehr

Zu allem hinzu kommt der Außenmarkt. Laut Debatten verlässt spanisches Olivenöl in großen Mengen das Land Richtung Länder, in denen ein hier prohibitiv wirkender Preis gut tragbar ist: Ein Bürger mit einem doppelten Durchschnittslokalgehalt würde nicht zögern, für einen Kanister das zu zahlen, was hier eine ernste Ausgabe bedeutet. Solange die Produktion sich nicht erholt, findet das in Spanien Geerntete im Ausland Käufer, die ohne Wimpernzucken zahlen. Die angedeutete Konsequenz ist unbequem: Der interne Preis wird auf einem globalen Markt festgelegt, nicht im heimischen Einkaufswagen.

Heißluftfritteuse, Tresteröl und Saucen: So organisiert sich der Warenkorb neu

Währenddessen passt sich der Verbraucher an. Manche sind von nativem Extra zu Tresteröl oder Rapsöl zum Braten gewechselt; andere strecken einen Fünf-Liter-Kanister über Monate; manche haben entdeckt, dass Heißluftfritteusen buchstäblich einen Tropfen brauchen, und andere haben das Salatöl durch Essig und Saucen ersetzt. Die Boykottthese —nicht kaufen, bis der Preis sinkt— gewinnt an Boden, mit einer Nuance, die sie abschwächt: Die Gastronomie konsumiert weiterhin zu jedem Preis, sodass ein Rückgang des privaten Verbrauchs nicht ausreicht, um eine Korrektur zu erzwingen. Dennoch, wenn sich das Produkt ansammelt, wiegt die Lagerhaltung irgendwann schwerer als die Erzählung.

Der Skandal, der den Ölpreis übertüncht

Während der Literpreis steigt, liegt der Medienfokus anderswo. Eine Fußballgeschichte beherrscht Schlagzeilen, Talkshows und soziale Netzwerke tagelang, während der Anstieg eines Grundnahrungsmittels ohne organisierte Empörung voranschreitet. Es ist der alte Mechanismus des Zirkus: Während Nebensächlichkeiten diskutiert werden, bewegt sich das, was jeden Haushalt finanziell betrifft, geräuschlos. Und es ist nicht der einzige Ablenkungsfaktor: Krieg, Pandemie und die üblichen Ausreden dienen dazu, jeden Preis zu rechtfertigen.

Mit diesen Zahlen sollte Öl das zentrale Thema jeder Diskussion über den Einkaufswagen sein. Die Analyse scheitert genau hier, bei der Verteilung der Verantwortlichkeiten: Wie viel ist echte Dürre, wie viel Energiekosten, wie viel Export und wie viel Opportunismus, der den Kontext ausnutzt. Die einzige gemeinsame Gewissheit ist das Preisschild im Supermarkt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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