Öl bei 114 Dollar: Die Mad-Max-Schwelle, die niemand kennt

Das Brent erreicht 114 Dollar und öffnet die Debatte über die Schwelle neu: 100, 125 oder 150. Das Rohöl fließt aus dem Golf, doch die Raffinierung liegt 30 % zurück und Diesel macht zu schaffen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Öl bei 114 Dollar: Die Mad-Max-Schwelle, die niemand kennt
Öl bei 114 Dollar: Die Schwelle, die niemand verorten kann

Die Brent hat 114 Dollar erreicht, und die Presse hat es, so die Klage, die überall kursiert, kaum berichtet. Die Zahl ist kein Rekord — 2008 wurden 147 erreicht — aber sie reicht, um die unbequeme Frage neu aufzuwerfen: Gibt es einen Preis, ab dem das System zusammenbricht, oder ist diese magische Schwelle nur ein Märchen der Analysten?

Die runden Zahlen folgen aufeinander. Manche sprechen von 100, andere von 125, die Dramatischsten von 150. Der Verweis auf Mad Max taucht früh auf, halb im Scherz. Und doch liegt die Zahl, die wirklich zwickt, nicht beim Fass: Sie liegt bei der Raffinierung. Aus dem Golf kommt fast so viel Rohöl wie vor dem Konflikt, aber die Raffinate liegen 30 % darunter — und dieses Land fährt mit Diesel.

Warum 125 Dollar und nicht 100 oder 150?

Eine technische Antwort gibt es nicht. Die kursierenden Zahlen sind Analystenschätzungen über den Punkt, an dem der Preis die Nachfrage zu erdrücken beginnt, und sie hängen davon ab, wie lange die Verteuerung anhält, wie stark der Dollar ist und in welchem Zustand die Wirtschaft ist. 2008 markierte die Brent 147 Dollar, und der Kollaps kam nicht vom Öl: Die Finanzkrise kam und kam von anderer Seite.

Die Diskussion stützt sich auf einen konkreten Bezug: Ein Artikel von elEconomista, der sich auf Commerzbank berief, setzte die Brent zu Wochenbeginn bei rund 105 Dollar an. Wenn der Schlusskurs bei 110 lag, wäre die Tagesbewegung etwa 4-5% — ein beachtlicher Sprung. Die Zahl von 114, die am Ende des Austauschs kursiert, wird von keiner der zitierten Quellen bestätigt.

Das Rohöl fließt, der Diesel nicht

Hier liegt der Punkt, der am stärksten auf den Geldbeutel drückt. Laut demselben Artikel kommt aus dem Golf fast so viel Rohöl wie vor dem Krieg, aber die Raffinate liegen 30 % darunter. Und Verkehr, Landwirtschaft und ein großer Teil der spanischen Industrie hängen am Diesel, nicht am Fass. Dort schmerzt der Preis wirklich, während die Schlagzeilen von Rohölrekorden sprechen.

Die asiatische Abhängigkeit von den Golfraffinerien verschärft das Bild. Es ist nicht nur das Rohöl, das nicht herauskommt: Es fehlen die verarbeiteten Produkte, das Gas für Düngemittel und das Helium für die Tech-Industrie. Die Kette bricht am unsichtbarsten Glied.

Gas in Europa und der kommende Winter

Europäisches Gas liegt bei rund 90 Euro, und die Winternachfrage hat noch nicht zugeschlagen. Es wird darauf hingewiesen, dass Absprachen zwischen Washington und Moskau, russisches Öl zu kaufen und es zu beliebigen Preisen an die EU weiterzuverkaufen, eine zusätzliche Ebene der Intransparenz in den Markt bringen. Unterdessen lautet der praktische Rat, der kursiert: Decken horten.

Der schwarze Montag, der nie kommt

Der Dauerwitz lautet, es werde einen schwarzen Montag geben — es fehle nur noch die Frage, welchen. Jede Woche taucht ein neuer auf. Die Ironie funktioniert, weil der Markt seit Monaten steigt, ohne dass die apokalyptische Ankündigung eintrifft, und weil niemand einen schwarzen Schwan von einem Schwan unterscheiden kann, der einfach nur schwimmt.

Den Schlusspunkt setzt nicht die Analyse. Ihn setzt die Frage, ob der nächste Montag der Richtige sein wird oder ob wir weiter Fässer zählen, während der Diesel über die Raffinierung entweicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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