Ohne Versicherung nach Australien: Wer zahlt die Rechnung?

Eine Krankenversicherung für Australien kostet ab 2,31 €/Tag; eine junge Frau im Koma trägt hohe Kosten, ohne Unterstützung durch das Konsulat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die australische Rechnung für Reisen ohne Krankenversicherung

Valeria Arango Trujillo, 22 Jahre alt, liegt seit dem 14. Juli nach einem Verkehrsunfall im künstlichen Koma im Royal Perth Hospital in Australien. Sie hatte keine Krankenversicherung. Ihr Vater, kolumbianischer Herkunft, kritisiert das spanische Konsulat in Australien scharf: „Es ist eine Schande, dass uns das Konsulat nicht hilft.“ Die Familie hat den Insurance Committee of Western Australia aufgefordert, die Kosten zu übernehmen, die astronomische Summen erreichen könnten.

Manche sehen darin mangelnde Eigenverantwortung: Ohne Police, die einen Krankenhausaufenthalt deckt, an die Antipoden zu reisen, ist ein Lotteriespiel. Andere weisen auf Informationslücken hin: Auch 2026 orientiert sich das spanische Gesundheitssystem primär national und deckt im Ausland kaum etwas ab. Was muss der Staat zahlen, wenn ein Bürger im Ausland verunfallt? Die Antwort ist, wie so oft, differenzierter als es scheint.

Was das Konsulat nicht deckt (auch MUFACE rettet nicht)

Das Konsulat ist keine Versicherung. Seine Hilfe beschränkt sich auf extreme Notfälle und deckt weder langfristige Krankenhausbehandlungen noch Rückführungen. In der öffentlichen Debatte wird daran erinnert, dass der spanische Staat internationale Behandlungskosten oder Heimtransporte nicht automatisch übernimmt. Eine Ausnahme, die stets Unmut erzeugt, ist MUFACE: Beamtinnen und Beamte haben begrenzte Auslandsdeckung, doch Krankenhäuser akzeptieren die „Formulare“ nicht, sodass sie in Vorleistung gehen und später Erstattung beantragen müssen. Ein Trost, der nicht allen zuteilwird.

Australien verzeiht nicht denen ohne Police

Ausländer ohne Medicare, das australische öffentliche Gesundheitssystem, müssen ihre Rechnungen selbst tragen. Zwar verlangt das Work and Holiday Visum (Subklasse 462) formal keine Krankenversicherung, doch wer ohne diese einreist, ist ungeschützt. Die Preise für Policen für Australien variieren von 2,31 € pro Tag bei Basisoptionen bis zu 6,14 € pro Tag bei umfassenden Deckungen, etwa bei Versicherern wie Heymondo oder AXA. Ein heute lächerlich erscheinender Preis im Vergleich zu einer Hospitalisierung, die in ähnlichen Fällen 214.000 AUD in einem öffentlichen Krankenhaus in Queensland erreichte. So erging es einem britischen Touristen, der die Zahlung umgehen wollte und letztlich mit gesperrtem Visum einen Nachlass von 40 % aushandeln musste.

Die Schuld, die Grenzen überquert

Die unbequeme Frage lautet: Wer haftet, wenn die Patientin nicht zahlen kann? Hat der Vater als Bürge unterschrieben, verfolgt ihn die Schuld auch nach dem Tod der Tochter. Gibt es keinen Bürgen, gehört die Schuld zum Vermögen der Patientin und wird vererbt. Zudem bleibt diese Forderung nicht in Australien: Australische Krankenhäuser verkaufen solche unbezahlten Rechnungen an internationale Inkassofonds, die Kanzleien in Spanien beauftragen, um den Betrag einzutreiben. Ein Fiasko in Perth kann zu einem Gerichtsverfahren in Bilbao werden.

Individuelles Risiko oder systemisches Versagen

Einige vertreten die Ansicht, niemand sollte von fremder Solidarität abhängen, wenn Prävention so wenig wie ein Kaffee am Tag kostet. Auf der anderen Seite steht die These, dass fehlende Informationen über die Grenzen der Europäischen Krankenversicherungskarte und des nationalen Gesundheitssystems viele junge Menschen unwissentlich Risiken aussetzen. Die Daten stützen erstere Position: Zum Zeitpunkt dieses Artikels hatte die Crowdfunding-Kampagne für die Familie 40.000 € der benötigten 80.000 € erreicht, gespeist von Spenden jener, die finden, das Konsulat hätte mehr tun sollen.

Die einfachste Reisekrankenversicherung für Australien kostet ab 2,31 € pro Tag. Diese Zahl dominiert die Debatte: Für weniger als den Preis eines Biers in Perth vermeidet man einen Ruin, den am Ende jene bezahlen, die es nicht gesucht haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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