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OceanGate-Chef lehnte Veteranen als nicht inspirierend ab
Der CEO von OceanGate begründete die Ablehnung älterer Ingenieure mit fehlender Inspiration. Das Titan-Tauchboot verschwand mit fünf Insassen.
OceanGate schloss Veteranen wegen mangelnder „Inspiration“ aus
Mitte Juni 2023 erklärte der Geschäftsführer des Unternehmens, das touristische Tauchfahrten zu den Titanic-Ruinen anbot, in einem Video, dass er keine „weißen Männer um die 50“ mit Erfahrung einstellen wolle, da sie ihn nicht „inspirierten“. Kurz darauf verschwand das U-Boot auf dem Weg zum Wrack mit fünf Personen an Bord; alle kamen ums Leben. Die Parallele zwischen dieser Personalpolitik und dem tragischen Ausgang hat eine heftige Debatte ausgelöst.
Das Auswahlkriterium, das den Fall prägte
In dem Video erläuterte der Manager seine Strategie: Er lehnte erfahrene Ingenieure – weiße Männer im Alter von etwa 50 Jahren mit jahrzehntelanger Berufserfahrung – ab, weil sie nicht zum gewünschten Image passten. Stattdessen setzte er auf „innovative“ und junge Profile. Im Nachhinein wird diese Aussage angesichts des Unglücks oft als Eingeständnis gewertet.
Es gibt zwei Interpretationsmöglichkeiten. Eine Sichtweise sieht darin versteckte Alters- und Herkunfts-Diskriminierung unter dem Deckmantel der Modernität. Eine andere, nüchterne Erklärung reduziert es auf Kosten: Ein Spezialist mit 30 Jahren Erfahrung ist deutlich teurer als ein frisch ausgebildeter Ingenieur. Die Personalpolitik wäre also lediglich Kostensenkung mit guter Publicity. Nichts Neues unter der Sonne.
Was war OceanGate und was befand sich im U-Boot?
OceanGate betrieb ein Tauchboot für wohlhabende Touristen, die die Überreste der Titanic besichtigen wollten. Die Technik war simpler, als der Preis vermuten ließ: Zum Auftauchen wurde Ballast abgeworfen. Laut Diskussionen hatte das Boot sieben Ballastgewichte; hätte man nur einige davon gelöst, wäre der Aufstieg langsamer gewesen. Da das Boot nicht auftauchte, gehen Experten entweder von einer Leckage oder vom Feststecken am Meeresboden aus.
Die technischen Details sind der solideste Teil der Analyse. In diesen Tiefen kann Luft nicht als Auftriebsmittel dienen, da sie stark komprimiert wird – 4000 Liter Luft entsprechen dort unten etwa der Größe einer Faust. Stattdessen nutzt man Dieselöl, das nicht kompressibel ist und leichter als Wasser wiegt. Ein anderer Nutzer merkt an, dass das eigentliche Problem nicht der Sauerstoffmangel war, sondern die Entfernung von CO2. Und Belüftung gab es schlichtweg nicht. In einem YouTube-Video von vor einigen Jahren ist zu sehen, wie sich das Boot beunruhigend nah den Treppen des Wracks nähert.
Zwei Lesarten des Unglücks
Viele Analysen machen die Personalentscheidungen verantwortlich: Wenn man in einer tödlichen Umgebung nach Quoten statt nach Erfahrung einstellt, schrumpft der Sicherheitspuffer bis zur Nichtexistenz. Für die Bedeutung von Erfahrung spricht auch ein konkretes Beispiel: Unter den Opfern war ein ehemaliger Militär mit Erfahrung in Tiefsee-Expeditionen – genau das Profil, das das Unternehmen angeblich ablehnte.
Die Gegenposition widerlegt die These eines unerfahrenen Teams. Der Geschäftsführer steuerte das Boot selbst; er war ein weißer Mann um die 50 mit vielen Tauchgängen hinter sich. Neben ihm saß ein weiterer Veteran. Es ist schwer zu argumentieren, dass ein junges, unerfahrenes Team das Problem war, wenn die Entscheidungen von erfahrenen Führungskräften getroffen wurden. Damit verliert die Diversitäts-Erzählung an Gewicht.
Rothschild, Mr. Pool und ungeprüfte Zufälle
Wie bei jedem Unglück mit wohlhabenden Opfern tauchten Verschwörungstheorien auf. Es hieß, David de Rothschild sitze im Aufsichtsrat des Unternehmens, was die üblichen Spekulationen über die Strippenzieher nährte. Eine andere Strömung betonte einen zumindest kuriosen Zufall: Das Boot startete drei Jahre nach einem markanten Datum, dem 16. Juni 2020, das mit einer fiktiven Figur assoziiert wird. Donald Trump Jr. äußerte zudem Zweifel und fand den Fall von Anfang bis Ende „seltsam“.
Klar muss sein: Keine dieser Verbindungen ist durch Beweise gestützt. Es handelt sich um Zufälle und Vermutungen, nicht um Fakten. Technisch bleibt der Fall in mehreren Punkten offen.
Das Ende und der Preis, den niemand will
Alle fünf Insassen starben. Mit diesem Fakt wandelte sich die Diskussion hin zu schwarzem Humor – der „Darwin Award“ fiel mehrfach – und zur unbequemen Frage: Wie viel davon war vermeidbar? Die vorherrschende Antwort lautet, dass ein solches Projekt von Menschen mit Narben hätte geleitet werden müssen, nicht von hübschen Lebensläufen.
Dabei bleibt es, ohne abschließendes technisches Urteil darüber, was genau schiefging. Einige vermuten, dass der Drang zur Innovation Kontrollen übersprang; andere kontern, dass Ursachenanalyse ohne forensischen Bericht reine Spekulation sei.
Das Bemerkenswerte ist nicht, dass ein Unternehmen billiges Personal bevorzugte. Es ist, dass der Mann, der dies verteidigte, im Alter von rund 77 Jahren in demselben Gerät saß, aus dem er die Veteranen ausgeschlossen hatte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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