Nutzer empfiehlt Kindle für 90 Euro fürs Bett

Diskussion über einen E-Reader für 90 Euro: Lesen im Dunkeln, Formatkonvertierung, kostenlose Bücher und der Konflikt zwischen Papier und Bildschirm.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nutzer empfiehlt Kindle für 90 Euro fürs Bett
Ein 90-Euro-Kindle mit 150 Gramm ersetzt das Handy im Bett

Ein Forumsnutzer kaufte einen E-Reader der Einstiegsklasse für 90 Euro während einer Black-Friday-Aktion, wie im Thread beschrieben wird. Er wiegt etwas mehr als 150 Gramm – laut seinem Vergleich 30 % weniger als ein Smartphone – und passt in eine Hosentasche. Dies ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die als Kaufempfehlung beginnt, aber zu drei weitaus ernsthafteren Themen führt: dem Herunterladen ganzer Bibliotheken, Formatbeschränkungen und dem stillen Krieg zwischen Papier und Bildschirm.

Der Käufer fasst es mit einer Idee zusammen, die in mehreren Beiträgen wiederholt wird: Wenn das Gerät immer griffbereit ist, wird die Versuchung des leeren Scrollens durch Lesen ersetzt. Eine leichte Bibliothek, sagt er, ermöglicht es, «eine viel bessere Version von sich selbst in jeder Hinsicht» aufzubauen. Der Preis digitaler Bücher, die zwischen 30 % und 70 % günstiger sind als ihre gedruckten Ausgaben, rundet das wirtschaftliche Argument ab.

Lesen bei Nacht ohne Licht und ohne Augenbelastung

Der erste Vorteil, der in der Unterhaltung auftaucht, ist nicht der Preis oder das Sortiment: Es ist der Bildschirm. Lesen im Dunkeln, im Bett, mit eigenem Licht und ohne Anstrengung für die Augen. Neuere Modelle ermöglichen die Anpassung von Lichtton, Helligkeit, Schriftart und -größe sowie die Organisation von Titeln in thematische Ordner. Das Gerät protokolliert gelesene Seiten, Prozentsätze oder Bände und schlägt Lesestoffe basierend auf den Vorlieben des Besitzers vor.

Dem gegenüber steht der klassische Widerstand. Manche lesen nur auf Papier, weil ihnen elektronische Geräte die Augen ermüden, andere erklären sich zu «Romantikern» des physischen Buches. Die technische Antwort kommt schnell: Ein E-Ink-Bildschirm schädigt die Sehkraft nicht mehr als ein normales Buch und belastet sie in Umgebungen mit wenig Licht weniger als schlecht beleuchtetes Papier. Die psychologische Nuance ist eine andere: Mehrere Beiträge geben zu, dass man sich auf einem Bildschirm schlechter an Gelesenes erinnert als auf Papier, da der räumliche Kontext der Seiten und das visuelle Gedächtnis darüber, wo was stand, fehlen.

Kann man kostenlos Bücher auf einem Kindle lesen?

Ja, und hier wird der Austausch explizit. Ein Teilnehmer gesteht, Bücher kostenlos herunterzuladen, und empfiehlt Calibre, die Verwaltungssoftware, die Formate konvertiert (EPUB, PDF) und Cover, Titel und Autor bearbeitet. Kindles verwenden ein proprietäres Format, aber die Datei wird in jedem beliebigen Format heruntergeladen und am Computer konvertiert. Ein anderer erklärt, dass er das Gerät per Kabel mit dem PC verbindet und Ordner direkt kopiert, ohne die Amazon-E-Mail zu nutzen.

Der Name, der über diesem Teil schwebt, ist La Isla Tortuga (Schildkröteninsel), ein Paket von etwa 20 GB mit mehreren zehntausend spanischsprachigen Büchern, fast alles, was bis 2010 oder 2012 im Bereich Belletristik veröffentlicht wurde, so ein Nutzer. Es wurde als einzelne Datei verteilt, als die Hosting-Website ihre Schließung aus rechtlichen Gründen ankündigte. Für Repositories wie Anna's Archive oder Z-Library lautet die wiederholte Empfehlung, ein VPN oder einen anonymen Browser zu verwenden, da der direkte Zugriff fast täglich blockiert wird. Die erwähnte legale Alternative ist die Ausleihe aus öffentlichen digitalen Bibliotheken unter Verwendung von DRM-Entfernungsprogrammen innerhalb derselben Verwaltungssoftware.

Verdacht, dass Amazon Bücher vom Gerät löscht

Das Misstrauen gegenüber dem Hersteller hat sein eigenes Kapitel. Es wird gefragt, ob der Kindle «eingeschränkt» sei und Bücher aufgrund von Zensur lösche. Die erfahrungsbasierte Antwort lautet, dass niemandem ein Titel aus der Bibliothek verschwunden ist, obwohl das System Formate einschränkt und E-Mail-Lieferungen überprüft. Auch Vorwürfe der geplanten Obsoleszenz tauchen auf: zwei Jahre Garantie und dann Defekte. Jeff Bezos gewinnt immer, fasst ein Beitrag zusammen.

Technische Gegenargumente liefern alternative Reader. Es gibt Marken wie Pocketbook sowie Tablets und Telefone mit Android und E-Ink-Bildschirmen, die jedes Format und jeden Browser öffnen können, mit dem Vorteil, nicht an das Sortiment eines einzigen Ladens gebunden zu sein. Allerdings steigen die Preise deutlich über 90 Euro. Und eine Warnung zur Nutzung: Wenn das Gerät Surfen ermöglicht, ist Ablenkung garantiert; je geschlossener das System, desto besser zum Lesen.

Wo steht das Papier?

Die Schlussfolgerung ist die übliche. Papier hält sich dank Erinnerung, Haptik und dem Gefühl, Seiten umzublättern. Der Bildschirm gewinnt durch Sortiment, Preis, Gewicht und eigenes Licht. Die in der Diskussion vorherrschende Schlussfolgerung ist, dass das Format weniger zählt als das, was gelesen wird, und wie es verdaut wird, obwohl das Gerät einen unbestrittenen Nebeneffekt hat: Es erzwingt Lesen dort, wo früher ein Telefon war.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Gewohnheit hält, wenn die Neuheit nachlässt. Die vernünftige Prognose ist, dass sich E-Reader als sekundäres Format festigen und das Papier bei denen, die bereits lesen, nicht verdrängen werden. Bei diesen Preisen und dieser Akkulaufzeit sollte der vollständige Ersatz massiv sein. Ist er aber nicht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

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