Forum erklärt: Kein guter Film dieses Jahr

Ein Forum diskutiert den Mangel an guten Filmen 2024. Enttäuschungen wie Joker 2 und Gladiator II stehen im Fokus der Kritik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum erklärt: Kein guter Film dieses Jahr
Kein guter Film im ganzen Jahr: Das Kino erlischt

Die Diagnose ist eindeutig: Bisher wurde in diesem Jahr kein einziger guter Film in die Kinos gebracht. Nicht einer. Diese Behauptung, gestartet in einem aktuellen Diskussionsforum und über Monate von Dutzenden Antworten gestützt, ist kein Ausbruch der Empörung, sondern das Fazit einer Saison, die viele als Parade von Wegwerf-Produkten beschreiben. Joker 2, Alien Romulus, Furiosa oder Gladiator II tauchen auf der Liste der Enttäuschungen auf. Die Beschwerde betrifft nicht nur die Qualität, sondern auch die Erschöpfung.

Den Ausgangspunkt setzt der Thread-Ersteller, der sich an Chernobyl (2019) als letzte große audiovisuelle Erinnerung erinnert und feststellt, dass nichts in diesem Jahr damit mithalten konnte. Es ist keine isolierte Stimme. Während des gesamten Gesprächs wiederholt sich eine Idee: Das Kino ist zu Fast Food geworden. Man geht hinein, konsumiert, geht hinaus und es bleibt nichts.

Warum heißt es, es gebe dieses Jahr keine guten Filme?

Die häufigste Antwort verweist nicht auf einen Mangel an Talent, sondern auf das Produktionsmodell. Filme machen ist teuer, erinnert ein Teilnehmer, und wer zahlt, finanziert nur, was ihm als Propaganda dient. Das Ergebnis, so argumentiert man, sei ein Familienkino, das zum Denken hindert, und ein politisches Kino, das auf Festivals belohnt wird. Die Schlussfolgerung lautet, dass das mittlere Kino, das Geschichten ohne Slogans erzählte, verschwunden ist.

Manche gehen weiter und sprechen von Zuschauer-Apathie. Man konsumiert, ohne zu wissen, was man sehen wird, ohne über Dreharbeiten, Regisseur oder Besetzung zu lesen. Man betritt das Einkaufszentrum, kauft Tickets und vergisst alles. Fast Food, Fast Fashion, Fast Delivery, Fast Sens und Fast Cinema, fasst eine Antwort zusammen, die das allgemeine Unbehagen kondensiert.

Gegen diesen Trend treten konkrete Verteidigungen auf. Dune 2 wird als das Beste des Jahres erwähnt. The Substance spaltet die Meinungen: Manche halten ihn für einen sehr guten Film mit Subtext jenseits des Gore-Faktors; andere reduzieren ihn auf eine Showübung. Anatomie eines Falls und Poor Things werden als gute Filme zitiert, obwohl sie aus dem Vorjahr stammen. Und Nosferatu von Robert Eggers gilt als die nächste große Hoffnung.

Ausnahmen, die die Erzählung durchbrechen

Nicht alles ist Asche. Mehrere Stimmen retten Titel, die funktioniert haben. La Infiltrada und Escape, zwei spanische Produktionen, werden als Beispiele für aktuelles Kino angeführt, das nicht enttäuscht. Der erste handelt von einer Polizistin, die in die ETA eingeschleust wurde, der zweite von einem Mann, der dem Leben entfliehen will, indem er ins Gefängnis geht. Sie zeigen, dass das spanische Kino weiterhin handwerklich solide Geschichten produziert.

Auch Juror #2 von Clint Eastwood, Segundo premio über das dritte Album von Los Planetas und Trap von Shyamalan werden erwähnt. Keiner wird als Meisterwerk präsentiert, aber alle verteidigen sich als solide Unterhaltung. Die Diskussion verschiebt sich dann auf eine unbequemere Frage: Ist das Problem das Kino oder die Erwartungshaltung?

Manche behaupten, mit der Forderung nach einem Meisterwerk jedes Mal ins Kino zu gehen, sei eine Verurteilung. Andere antworten, das Problem sei nicht Nostalgie, sondern der Mangel an Blockbustern mit Skripten. Megalodon 2 wird in einer Antwort fast jedem durchschnittlichen Release vorgezogen. Die Ironie ist bitter, definiert aber die Stimmung.

Ticketpreise und Politisierung des Kinos

Die Kosten des Erlebnisses erscheinen als Schlüsselfaktor. Fast 10 Euro für einen Flop, berechnet ein Teilnehmer und fügt hinzu, dass ein guter Film im Kino am Ende 100 Euro und dutzende Stunden Zeit kostet. Die Rechnung ist nicht wörtlich, erklärt aber, warum viele aufgehört haben, hinzugehen. Ich war seit zehn Jahren nicht mehr im Kino und werde nie wieder hingehen, urteilt ein anderer und beschreibt es als Plan für gelangweilte Rentner.

Die Politisierung ist der andere große Vorwurf. Es wird argumentiert, dass das aktuelle Kino zunehmend ideologisch, vorhersehbar und dekadent sei. Manche Stimmen behaupten, wenn ein Film bestimmte Repräsentations-Elemente nicht enthält, findet er keine Finanzierung. Die Kritik richtet sich an große Investitionsfonds und Produzenten, die laut dieser Lesart kreative Bedingungen diktieren. Dies ist eine verbreitete Meinung im Gespräch, kein bewiesener Fakt.

Dagegen schlägt eine pragmatischere Strömung vor, außerhalb der großen Releases zu suchen. Listen mit Filmen auf alternativen Streaming-Plattformen werden geteilt, und The Last Wave von Peter Weir (1976) wird als Beispiel für Kino empfohlen, das Tage später noch im Kopf herumspukt. Die Nostalgie der 80er und 90er erscheint als Zuflucht: Was für ein Unterschied, heißt es, zwischen dem Kino damals und heute.

Ist das Kino tot oder hat es sich nur verändert?

Die häufigste Schlussfolgerung ist, dass das Kino, wie wir es kannten, gestorben ist. Manche schlagen vor, dass Leute ihre eigenen Filme mit künstlicher Intelligenz erstellen. Andere, gemäßigtere, geben zu, dass Autorenkino auf Festivals und Plattformen weiterlebt, aber das breite Publikum von Geschichten verlassen wurde, die ihnen wichtig sind.

Das verwirrende Detail ist, dass die Diskussion trotz allem lebendig bleibt. Filme werden empfohlen, Listen geteilt, Skripte diskutiert. Die Beschwerde über mangelnde Qualität ist keine Gleichgültigkeit: Es ist unbefriedigte Nachfrage. Wenn das Kino gestorben ist, hat jemand vergessen, es dem Publikum zu sagen, das weiterhin sucht, was es sehen kann.



Wichtige Daten der Debatte

  • Fast 10 Euro Durchschnittspreis pro Kinoticket, laut einer in der Diskussion kursierenden Berechnung.
  • Ein Teilnehmer betritt seit zehn Jahren keinen Kinosaal mehr.
  • Chernobyl (2019) wird als letzte große erinnerte Produktion zitiert.
  • Nosferatu von Robert Eggers wird als der meist erwartete Release hervorgehoben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).

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