Niederländer blicken nach Süden: 150.000 potenzielle Käufer

Bis zu 200.000 Niederländer könnten einen Umzug nach Spanien erwägen, so eine Forumsanalyse: Gehälter im Norden, Klima im Süden und Freizügigkeit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Niederländer blicken nach Süden: 150.000 potenzielle Käufer
Spanien füllt sich mit Niederländern mit nordeuropäischen Gehältern

Von den 3,8 Millionen Niederländern, die an einen Umzug denken, erwägen 12 % dies ernsthaft; 75 % davon wollen innerhalb Europas bleiben. Die im Diskurs genannten Zahlen liegen zwischen 150.000 und 200.000 möglichen Käufern mit Blick auf den Süden. Es ist keine Invasion, aber auch keine Anekdote: Es handelt sich um einen Strom mit holländischem Gehalt, starker Währung und EU-Freizügigkeit. Und er trifft direkt auf den Immobilienmarkt der Küste.

Das Profil entspricht nicht dem des August-Touristen. Es sind Paare von Berufstätigen mit Remote-Arbeit, Rentner mit niederländischer Pension und Familien, die eine 90-Quadratmeter-Wohnung gegen ein Chalet mit Pool tauschen. Die Auswanderungsabsicht ist bei den 35- bis 50-Jährigen und den 50- bis 67-Jährigen am höchsten, jeweils bei 15 %. Bei den Über-67-Jährigen sinkt sie auf 6 %. Übersetzt: Es kommen Menschen im erwerbsfähigen Alter, nicht nur zum Sonnenbaden.

Warum sie die Niederlande verlassen

Das häufigste Argument ist der Immobilienpreis. In den Niederlanden kann man laut kursierenden Berechnungen für eine halbe Million Euro ein Haus aus den fünfziger Jahren kaufen, das komplett saniert werden muss. Der regulierte Mietmarkt ist überlastet. Ein Paar mit zwei Kindern kann zwischen 120.000 und 150.000 Euro im Jahr verdienen und trotzdem noch bei den Eltern oder in einer kleinen Wohnung leben. Mit diesem Geld bekommt man an der spanischen Küste mehr.

Dazu kommt die steuerliche Differenz. Manche behaupten, die spanischen Steuern seien im Vergleich zu den niederländischen eine Abzocke, sodass ein in Andalusien lebender niederländischer Rentner seinen steuerlichen Wohnsitz wieder in die Niederlande verlegte und das Jahr in zwei Ländern aufteilte, damit das Finanzamt sein Vermögen nicht antastet. Die Ironie ist subtil: Das Land, das weniger besteuert, ist das, in dem sie geboren wurden.

Der Effekt auf die Immobilienpreise

Die Auswirkungen konzentrieren sich auf sehr spezifische Gebiete. Es ist kein gleichmäßiger Tropfen im ganzen Land: Es sind die Mittelmeerküste, die Balearen sowie Punkte an der katalanischen und valencianischen Küste. Der Fall Mallorca mit deutschen Käufern dient als Präzedenzfall. Die ausländische Nachfrage mit hoher Kaufkraft drückt auf die Preise im Segment, das auch lokale Anwohner kaufen möchten, und tut dies ohne Bedarf an einem spanischen Hypothekendarlehen.

Manche fügen eine saisonale Nuance hinzu, die die Diagnose erschwert. Viele dieser Käufer würden den Winter hier verbringen und im Sommer in ihr Heimatland zurückkehren, wobei die Immobilie leer steht oder im August vermietet wird. Der Effekt auf den Preis ist real; der Effekt auf die lokale Wirtschaft ist diskutabler. Eine Gemeinde mit sechs Monate belegten Häusern ist nicht dasselbe wie eine Gemeinde mit ganzjährigen Nachbarn.

Das Argument, das den Konsens bricht

Die häufigste Verteidigung dieses Stroms ist fiskalisch: Leute mit Geld, die ausgeben, Steuern zahlen und weniger öffentliche Ressourcen verbrauchen, als sie beitragen. Unter diesem Gesichtspunkt ist jeder Niederländer, der hier kauft, ein netto positiver Steuerzahler, und Spanien braucht Einwohner, um seine Finanzen auszugleichen. Das Profil wird zudem mit dem von Migranten ohne Bildung oder Kapital verglichen, die nach dieser Logik mehr verbrauchen würden, als sie beitragen.

Das Gegenargument leugnet nicht die Daten, sondern die Größenordnung. Dieser Strom wird die Volkswirtschaft des Landes nicht sanieren, weil er sich auf sehr spezifische Punkte konzentriert und nicht zahlreich genug ist. Und es gibt einen Einwand, der über das Ökonomische hinausgeht: Die europäische Freizügigkeit verbietet es, den Kauf auf EU-Bürger zu beschränken, sodass jede Kontrollmaßnahme mit dem rechtlichen Rahmen kollidiert. Dänemark handelte Ausnahmen beim Beitritt zur damaligen Europäischen Gemeinschaft aus, aber der dänische Fall ist eine historische Ausnahme, kein nachahmbares Rezept.



Die Debatte genau dort festgefahren. Bei diesen Einkommens- und Preisunterschieden sollte der Druck auf die Küste massiv und anhaltend sein. Die verfügbaren Daten deuten auf einen realen, aber begrenzten Strom hin, der sich auf die Küstengebiete konzentriert und schwer präzise zu messen ist. Niemand hat bisher eine zuverlässige Zahl für den Nettoeffekt auf den Quadratmeterpreis genannt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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