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Niederlande pfänden Gebäude des Cervantes-Instituts in Utrecht
Ein Gericht in Den Haag hat ein Gebäude des Cervantes-Instituts in Utrecht im Wert von 10 Millionen Euro pfänden lassen – wegen der Schiedssprüche zu den erneuerbaren Energien gegen Spanien.
Den Haag pfändet eine Niederlassung des Cervantes-Instituts wegen der Schiedssprüche
Innerhalb Spaniens ist die öffentliche Verwaltung unpfändbar. Im Ausland ist das längst nicht mehr so. Der Bezirksgericht Den Haag genehmigte am 19. März die Pfändung eines Gebäudes, das dem Cervantes-Institut in Utrecht zugeordnet ist, um mit der Eintreibung der anerkannten Schuld aus den rückwirkenden Kürzungen der Förderungen für erneuerbare Energien zu beginnen. Die Immobilie, ein historisches vierstöckiges Gebäude am begehrten Domplein, wird auf rund 10 Millionen Euro geschätzt. Die Pfändung wurde am 20. April zugestellt und vier Tage später vollstreckt.
Um welches Gebäude es sich handelt und warum es gepfändet werden kann
Es ist weder eine Botschaft noch ein Konsulat – Kategorien, die durch das Völkerrecht geschützt sind. Es ist ein Kulturzentrum mit Kursen, Veranstaltungen und Vorträgen, und dieses Detail nimmt es aus dem diplomatischen Schutz heraus. Die Gläubiger verweisen zudem auf eine Registerlücke: Die Immobilie ist auf den Namen des Instituto Español de Emigración (spanisches Auswanderungsinstitut) eingetragen, der von 1956 bis 1991 für die Auswanderungspolitik zuständigen Behörde. Bleibt die Schuld unbezahlt, wird die Immobilie notariell verkauft. Der Käufer erhielte ein Gebäude in einer der begehrtesten Lagen der Stadt.
Der Schiedsspruch, der die Schuld auslöste: der Fall Eurus und Toyota
Hinter der Pfändung steht der Fonds Blasket Renewable Investments mit Sitz in Delaware, der als großer Widersacher der spanischen Staatsanwaltschaft (Abogacía del Estado) in diesen internationalen Schiedsverfahren gilt. Er vollstreckt den Schiedsspruch vom 17. März 2021 im Fall Eurus, der grünenergie-Tochter von Toyota, der eine Schuld von nahezu 100 Millionen feststellte, die anderthalb Jahre später rechtskräftig wurde. Das kommt von weit her: der rückwirkende Wegfall der Förderungen für erneuerbare Energien, umgesetzt nach Jahren, in denen Investoren ein stabiler Rahmen versprochen worden war.
Die Pfändungen, die Spanien rund um den Globus bereits tragen muss
Das ist der jüngste Fall, nicht der erste. Ein Londoner Gericht pfändete vor drei Jahren die Niederlassung des Cervantes-Instituts in London, sperrte ihre Konten und beschlagnahmte das Gebäude der Escuela Internacional Vicente Cañadas sowie eine Immobilie der Generalitat de Cataluña. Die australische Justiz hat vier Klagen im Wert von 469 Millionen anerkannt, während Belgien 482 Millionen blockiert hält, die Spanien über Enaire erhalten sollte. Singapur hat Schiedssprüche über mehr als 100 Millionen bestätigt. In den USA summieren sich die Beschlagnahmen vor dem Bezirksgericht von Columbia auf nahezu 700 Millionen, an der Spitze NextEra.
Wessen Schuld ist es – Zapateros oder Rajoys?
Über den Ursprung der Schuld gibt es zwei Lesarten. Die eine verortet den Ausgangspunkt in der sozialistischen Ära, mit der Sonnensteuer und der Änderung der Regeln für erneuerbare Energien; die andere hält fest, dass die Regierung von Mariano Rajoy den Hahn zudrehte, ohne eine Entschädigung zu vereinbaren. Manche warnen vor einem Schachbrett: Die Pfändungen häufen sich, und die Schuld läuft weiter Zinsen auf, bis kein spanisches Aktiv im Ausland mehr übrig ist.
Regierungsflugzeug und WM 2026 – die nächsten Ziele
Es kursieren Berichte, das Regierungsflugzeug meide bestimmte Ziele aus Angst vor einer Beschlagnahme. Ohne offizielle Bestätigung bleiben das Gerüchte. In den USA richten sich die Aufforderungen zur Rechtsauskunft bereits an spanische öffentliche Einrichtungen und an Gesellschaften, die an der Organisation der WM 2026 beteiligt sind. Die Frage ist nicht, ob es eine weitere Pfändung geben wird. Sondern wie viel spanisches Vermögen im Ausland noch übrig ist, bevor jemand in Madrid reagiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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