Nichts mit seiner Zeit tun: der Luxus, der zur Schuld wurde

Wer den Tag mit Lesen verbringt, ohne es zu Geld zu machen, zahlt einen hohen Preis: Disziplin, Einkommen und schlechtes Gewissen. Unproduktive Freizeit unter Verdacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Freizeit ohne Einkommen: die neue Angst, nichts zu leisten

Den ganzen Tag im Bett zu liegen und zu lesen ist kein Lebensentwurf mehr, sondern ein Produktivitätsdefizit. So wird es jedenfalls in einer kürzlichen Wirtschaftsdiskussion dargestellt, in der jemand gesteht, er tue „verdammt noch mal gar nichts“ außer lesen, und um Hilfe bittet, seine Zeit zu nutzen. Die härteste Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Wer kein Polster, keine Erbschaft und keine Vitamin-B-Verbindungen hat, nennt das Lesen um des Lesens willen Hoffnungshartz, und der wird nicht bezahlt.

Das Dilemma des unproduktiven Lesers

Das zentrale Argument ist einfach: Freizeit ohne Einkommen ist ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Lesen ist nur gerechtfertigt, wenn es in etwas verwandelt wird, für das der Markt zahlt: Zusammenfassungen, Analysen, einen Newsletter. Manche gehen weiter und sprechen davon, ein Handwerk zu lernen, das ohne Bürokratie bezahlt wird, denn Soft Skills füllen keinen Teller. Auf der anderen Seite steht die Warnung, sich nicht von den „Hypotheken-Sklaven und Workaholics“ vorschreiben zu lassen, was zu tun ist. Das sei nichts Neues, heißt es. Zeit ist kein Vermögenswert, der immer Rendite abwerfen muss.

Disziplin als erstes Einkommen

Gegen die Apathie hilft nur ein konkreter Plan: immer zur gleichen Zeit aufstehen, etwas Körperliches tun, eine Einkommensquelle suchen, und sei es noch so holprig, und aufhören zu lesen, nur um heiße Luft anzusammeln. Disziplin ist das erste Einkommen, sagt das pragmatischste Argument. Die menschlichste Geschichte liefert aber jemand, der sich für ein Psychologiestudium eingeschrieben hat und ein Thema aus Motivation gelernt hat; zwischen der Hitze und fehlender Gewohnheit wartet das zweite Thema bis morgen. Ihm bleiben 12 Prüfungen, das heißt, ein komplettes Jahr in diesem Tempo.

Der Konflikt bleibt, wo er war: Die einen sehen unproduktive Freizeit als Rechenfehler, die anderen als Privileg, das nicht gerechtfertigt werden muss. Keine der beiden Positionen schafft es, die Gleichung aus Freizeit und Produktionspflicht aufzulösen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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