Warum Französisch für Spanischsprachige nasal klingt
Französisch, lange Zeit die Sprache der Diplomatie im 20. Jahrhundert, hat bei spanischen Muttersprachlern einen unbequemen Ruf: Es klingt nasal, ist schwer auszusprechen und wird von manchen als unangenehm empfunden. Dieser Vorwurf ist nicht neu. Aber eine längere Diskussion hat erneut die Frage aufgeworfen, ob das Problem an der Sprache oder am Gehör des Zuhörers liegt. Die Antwort hängt, wie fast immer bei phonetischen Debatten, davon ab, wen man fragt. Und in weniger als zwei Minuten springt das Gespräch von Ästhetik zu reinem Utilitarismus.
Warum Französisch nasal und schwer aussprechbar ist
Ein Argument wiederholt sich: Französisch hat sehr nasale Phoneme, aber gut gesprochen und im gehobenen Register ist es nicht so nasal, wie es scheint, und beschränkt sich auf etwa vier Grundlaute. Der Vergleich wird unverhohlen gegen das US-Englische gezogen, dem manche eine noch ekelerregendere und verbreitetere Nasalität zuschreiben als dem Französischen selbst.
Konsens herrscht jedoch über die Kluft zwischen Schrift und Aussprache. Im Französischen wird absolut alles geschrieben, und beim Sprechen werden die Hälfte der Buchstaben verschluckt. Das Bild, das verwendet wird, ist das eines schlampigen Sprechers, der schlecht artikuliert, aber mit makelloser Orthographie schreibt. Diese Asymmetrie zwischen dem, was man sieht, und dem, was man hört, ist für viele der eigentliche Grund für die Ablehnung.
Ist Französisch noch die Sprache der Diplomatie?
Lange Zeit war Französisch laut den Teilnehmern der Debatte die Sprache der diplomatischen Beziehungen. Heute hat sich das Gewicht zum Englischen verschoben. Dieser Wandel liegt im Kern der Sache: Wer die Nützlichkeit des Französischen hinterfragt, hinterfragt nicht seine Geschichte, sondern seinen aktuellen Ertrag. Das wiederholte Argument lautet, dass die Sprache außerhalb Frankreichs und Kanadas – wo sie zudem eine Minderheitssprache ist – vor allem im Maghreb und in weiten Teilen Afrikas präsent ist.
Die utilitaristische Lesart ist eindeutig: Ein Schüler, der Englisch beherrscht, hat Zugang zu fast allen kulturellen und digitalen Inhalten, die ihn interessieren. Mit dreizehn Jahren öffnen zwei gut gelernte Sprachen mehr Türen als eine dritte, die nur halbwegs beherrscht wird, so dieser Ansatz. Die daraus gezogene Konsequenz ist, dass Französisch immer mehr aus persönlicher Kultur gelernt wird – um fremdsprachige Ausgaben zu lesen, die Bibliothek zu erweitern – und weniger wegen wirtschaftlicher Rendite. Doch nicht alles ist Rendite: Manche erinnern daran, dass die Sprache mindestens ein Werk hat, das sie allein rechtfertigt, das Cyrano de Bergerac, das Gérard Depardieu meisterhaft verkörperte.
Das spanische 'j' stammt nicht von den Mauren
Dort, wo viele den größten Makel des Kastilischen sehen, taucht die historische Korrektur auf. Der Ursprung des spanischen 'j' liegt im 16. Jahrhundert, deutlich nach der muslimischen Präsenz auf der Iberischen Halbinsel. Die Zuschreibung an das arabische Erbe, die als Gemeinplatz daherkommt, hält nicht stand. Und es wird nicht immer mit dieser Rauheit ausgesprochen: In vielen Regionen klingt es ziemlich weich, ohne unangenehm zu sein.
Der Laut weckt allerdings Vergleiche. Ein spanischer Muttersprachler beschreibt ihn als Spuckgeräusch; ein Deutscher spricht beim Lesen von ocho etwas ähnlich wie ojo aus, und wenn man ihm ein anderes Wort mit 'ch' vorlegt, kann das Ergebnis noch verwirrender sein. Die phonetische Zufälligkeit zwischen Sprachen wird so zu einem kleinen Schlachtfeld. Als Bonus gibt es ein etymologisches Detail: Zanahoria (Karotte) kommt vom Arabischen, während es im Französischen carotte und im Deutschen Karotte heißt.
Deutsch, Niederländisch und Russisch teilen diesen Guttural-Laut
Es ist kein exklusives Merkmal des Spanischen. Das deutsche 'ch' wird auf zwei Arten ausgesprochen: In achso oder Achtung klingt es wie das spanische 'j', während es in ich oder Mädchen weicher ist, irgendwo zwischen 'j' und einem aspirierten 'h'. Auch das Russische hat seine Version, und das Niederländische steht mit seinem gutturalen 'g' nicht nach hinten.
Dieses Detail hatte unerwartete Anwendungen. Im Zweiten Weltkrieg mussten Verdächtige Wörter wie 's-Hertogenbosch oder Rotterdam aussprechen: Nur ein niederländischer Muttersprachler konnte das 'r' und das 'g' perfekt beherrschen. Die Phonetik, die dient, um eine Sprache zu verteidigen, diente auch dazu, einen Spion zu entlarven.
Italienisch und Spanisch sind Favoriten im Vergleich
Wenn über die schönste Sprache abgestimmt wird, stellen manche Italienisch an die Spitze, obwohl ein anderer Teilnehmer kritisiert, dass es aufgrund seiner Kadenz manchmal wie eine „Kichererbsen-Sprache“ klinge. Das Spanische spielt laut mehreren Vorteil, aufgrund seiner einfachen Phonetik, ähnlich der italienischen oder japanischen, und seiner Reichweite. Das klassische Zitat, das Karl V. zugeschrieben wird – auf Italienisch mit Botschaftern, auf Französisch mit Frauen, auf Deutsch mit Soldaten, auf Englisch mit Pferden und auf Spanisch mit Gott sprechen – kursiert weiterhin als Zusammenfassung dieser imaginären Hierarchie.
Die wiederkehrende Schlussfolgerung, die fast alle Gräben ausräumt, ist, dass fast alle Sprachen nobel klingen, wenn sie von einer gebildeten Person in einem gehobenen Register gesprochen werden. Das Spanische eines großen Synchronsprechers ähnelt überhaupt nicht dem eines Talkshow-Gastes. Beim Französischen verhält es sich genauso. Die Ausnahme, die mit einem gewissen Unterton eingeräumt wird, sind Portugiesisch und Niederländisch.
Die alte Zweifel bleibt bestehen. Wenn das Kriterium die Nasalität ist, das Gewicht im Lebenslauf oder einfach die Ästhetik des Ohres, ändert sich das Urteil je nachdem, wer zuhört. Schreckliche Sprache oder Frage des Akzents?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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