NASA verschiebt Artemis-III-Mondlandung auf 2028

Die NASA streicht die Mondlandung von Artemis III, plant stattdessen eine Erdumlaufbahnmission für 2027 und verlegt die Landung zu Artemis IV und V im Jahr 2028.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

NASA verschiebt Artemis-III-Mondlandung auf 2028
NASA verschiebt Artemis-III-Mondlandung auf 2028

Der Zeitplan der Mondmissionen hat einen wichtigen Meilenstein verloren. Die NASA hat die geplante Mondlandung von Artemis III – der Mission, die den Menschen wieder auf die Oberfläche des Mondes bringen sollte – gestrichen. Stattdessen wird Artemis III zu einer Testmission in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) im Jahr 2027 umfunktioniert, bei der das Andocken an die Mondlandefähren von SpaceX und Blue Origin geprobt wird. Die eigentliche Landung findet erst mit Artemis IV und V im Jahr 2028 statt. Fünfzig Jahre nach dem letzten Schritt auf dem Regolith verzögert sich die Rückkehr zum Mond erneut, diesmal durch eine zusätzliche Zwischenmission.

Die Nachricht wurde über Twitter und lokale Medienberichte verbreitet und löste sofortige Reaktionen aus. Viele Nutzer argumentierten: Wenn man 1969 mit einem Computer von der Leistung eines ZX Spectrum den Mond erreichte, gibt es technisch keinen Grund, warum dies heute nicht möglich sein soll. Die Debatte drehte sich schnell um Budgets, Wahlkampfpolitik und Misstrauen gegenüber offiziellen Erklärungen.

Warum die NASA die Artemis-III-Landung auf 2028 verschiebt

Laut den Berichten fügt die Agentur dem Lunar-Programm eine neue Testmission hinzu: Artemis III ist nun für 2027 geplant und dient als Vorbereitung. Die bemannte Mondlandung bleibt den folgenden Missionen vorbehalten. In der Praxis bedeutet dies eine Neustrukturierung: Erst wird das Andocken an private Landefähren in der Umlaufbahn getestet, dann erfolgt der Abstieg.

Einige sehen darin einen taktischen Rückzug: Lieber verschieben als ein öffentliches Scheitern riskieren. Andere betrachten es als typisches Verhalten eines Programms, dessen Zeitplan sich immer dann dehnt, wenn die Kosten explodieren.

Die Kosten des Programms: 35 Milliarden Dollar für SLS, 20 Milliarden für Orion

In den Diskussionen werden Zahlen genannt, die 35 Milliarden US-Dollar für das Space Launch System (SLS) und 20 Milliarden Dollar für die Orion-Kapsel angeben. Diese Summen wurden ausgegeben, obwohl noch kein Astronaut den Boden betreten hat. Kritiker nutzen diese Zahlen als Hauptargument dafür, dass das Problem nicht technischer Natur sei, sondern politisch-wirtschaftlicher Art.

Zu den häufigsten Argumenten gehört, dass Kürzungen bei solchen Prestigeprojekten in Wahljahren politisch teuer sind und das Risiko eines öffentlichen Fehlschlags schwerer wiegt als der Ruhm, schneller am Ziel zu sein. Demgegenüber steht die Ansicht, dass ohne staatliche Unterstützung – und ohne die Kreditwürdigkeit Washingtons – keine dieser privaten Firmen je eine Startrampe erreicht hätte.

Warum kann man nicht mit heutiger Technologie zum Mond zurückkehren?

Hier liegt der Kern des Problems. Das oft zitierte Argument besagt, dass Entwicklung teuer, Kopieren aber billig sei: Pläne existieren, Materialien werden hergestellt, Bahnberechnungen stehen fest. Nach dieser Logik müsste eine Wiederholung des Apollo-Programms fast eine Werkstattarbeit sein.

Dagegen erinnert ein Teilnehmer an einen unbequemen Detail: Die Analogelektronik der 1960er-Jahre wurde von Hand montiert, Bauteil für Bauteil. Die Experten, die diese Systeme zusammenbauen und kalibrieren konnten, sind nicht mehr aktiv. Heute jemanden zu finden, der diese Technologien replizieren und anpassen kann, wäre ein reales Problem. Als Beispiel dient ein alltäglicher Fall: Die Reparatur eines Infrarot-Funkschlüssels eines Autos von 1998 – mit codiertem Transponder – kostet beim Händler zwanzig Tage Arbeit und 400 Euro plus MwSt. Ein Schlüsseldienst mit zwei alten Ersatzteilen verlangte 250 Euro. Eine Technologie, die vor 28 Jahren niemand mehr serienmäßig produzierte. Ob sich dies auf Raketen übertragen lässt, ist diskutierbar, aber das Problem der Obsoleszenz ist für viele real.

Apollo vs. Artemis: Die Zahlen des Vorgängers

Der Vergleich drängt sich auf. Neun bemannte Apollo-Missionen flogen hin und zurück zum Mond ohne einen einzigen Verletzten, mit 24 „Mond-Passagieren“, drei davon reisten zweimal. Dieser Erfolg war selbst bei unbemannten Missionen nicht garantiert: Dort scheiterte etwa jede dritte Mission. Das Apollo-Vorbild wird sowohl als Beweis genutzt, dass es möglich war, als auch – je nach Perspektive – als Hinweis darauf, dass der Erfolg zu perfekt wirkte, um ganz wahr zu sein.

Wie ein anderer Kommentar zusammenfasst: Sechs Kilometer vom geplanten Landepunkt abzuweichen, ohne Baken oder Orientierungssystem auf der Oberfläche, ist kein echter Fehler, sondern grenzt an ein Wunder. Die Präzision, die wir heute von Smartphones erwarten, existierte 1969 nicht.

Vom Shuttle zum SLS: Eine Rakete aus wiederverwendeten Teilen

Der Träger des Programms ist laut technischen Analysen eine Mischung aus geerbten Komponenten. Die seitlichen Feststoffbooster stammen vom Space Shuttle – die von Artemis II waren tatsächlich die des Columbia-Starts –, der zentrale orange Tank ist ein modifizierter ehemaliger Außentank, angepasst für Motoren unten und Kapsel oben, und die Hauptantriebe kommen ebenfalls aus der Shuttle-Ära. Recycling ist weder kostenlos noch trivial; jede Anpassung erfordert neue Zertifizierungen.



Eine weitere Facette taucht in den Threads auf. Einige erinnern daran, dass das Weltraumrennen technologische Gewinne brachte: kratzfeste Linsen, feuerfeste Materialien, viskoelastische Schäume. Und laut einem anderen Beitrag basiert die Paketvermittlungsnetzwerk-Infrastruktur, die 1970 eingeführt wurde, teilweise noch auf Grundlagen, die heute den Datenverkehr tragen.

Mit 2027 und 2028 im Kalender bleibt die offene Frage: Warum schafft es ein Land, das in drei Jahren 24 Passagiere zum Mond und zurück schickte, nicht, dies sechs Jahrzehnte später mit mehr Geld und besseren Computern zu wiederholen? Es gibt technische Erklärungen. Es gibt politische. Keine deckt die Lücke vollständig.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (201 Antworten).

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