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Napoleon und Pepe Botella: Die digitale Rückkehr der Franzosenfreunde in Spanien
Ein Internet-Thread holt Pepe Botella als antibourbonisches Symbol zurück – mit Memes, Kritik am spanischen Staat und Aufrufen zu Berichten aus einem japanischen Konbini.
Napoleon und Pepe Botella: Die digitale Rückkehr der Franzosenfreunde in Spanien
Das Spanien von 2025 hat José I Bonaparte noch nicht ganz zu Grabe getragen. Eine kleine, aber laute Gruppe von Internetnutzern hat die Figur des Pepe Botella als Symbol des Widerstands gegen die bourbonische Monarchie und den spanischen Staat wiederentdeckt. Was wie ein bloßes historisches Scherzspiel wirkt, verbirgt eine schärfere Kritik: die Sehnsucht nach einer französischen Intervention, die das Land 'geradebiegt'.
Vom eingesetzten König zum Gegenkultur-Ikone
José Bonaparte, Napoleons Bruder, regierte Spanien von 1808 bis 1813. Sein abwertender Spitzname – Pepe Botella (Flaschen-Peppe) – spielt auf seine angebliche Vorliebe für Wein an. Im kollektiven Gedächtnis steht er für die Kollaboration mit dem Invasor. In bestimmten digitalen Kreisen wird er jedoch als Alternative zur Bourbonendynastie gefeiert, die als korrupt oder unfähig gilt. Die Verherrlichung Napoleons und der Wunsch, Frankreich möge 'den Geist des großen Pepe Botella katalysieren', für ein episches Comeback spiegeln eine politische Frustration wider, die über den Witz hinausgeht.
Die nationalistische Antwort und die Verachtung für Institutionen
Auf die profranzösischen Bekundungen antworten andere Nutzer mit einem klaren 'Viva España' und Anschuldigungen. Die Debatte, die kaum ein Dutzend Beiträge umfasst, zeigt eine Polarisierung, die über die Anekdote hinausgeht: Während die einen im Bonaparten ein Symbol des Bruchs mit dem Status quo sehen, deuten andere ihn als historischen Verrat. Sogar ein kurioses Durcheinander von Anspielungen entsteht: von der Spanischen Armada bis zu Gibraltar unter englischer Herrschaft, samt einem Aufruf, das 'iberische Volk gegen die Bourbonen' zu verteidigen.
Ein Traumjob und Berichte aus dem Konbini
Unter den Kommentaren sticht einer hervor, in dem ein Nutzer behauptet, einen Job zu haben, in dem er 'verdammt noch mal gar nichts' tut, sowie der Vorschlag, Berichte aus dem Alltag eines Konbinis zu schreiben. Dieses Verlangen nach Zeugnis aus dem Alltag, zusammen mit der erklärten Verachtung für alle Flaggen, zeichnet das Profil eines Nutzers, der sich außerhalb jeder institutionellen Loyalität stellt. Der Vorschlag von 'Berichten aus dem Alltag oder der Nacht' verspricht eine Erzählung vom echten Spanien – dem, das zu später Stunde Cup Noodles kauft.
Wenn das Interesse an Geschichte zyklisch ist, könnte es beim nächsten Mal, wenn jemand 'Viva Napoleón' ruft, kein Scherz mehr sein. Oder doch. Die Grenze wird immer dünner.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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