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Der August mit heruntergelassenen Rollläden: Spaniens prekäre Urlaubsfarce
Ein Universitätsbediensteter mit C1-Gehalt verbringt den August hinter heruntergelassenen Rollläden und mit Amazon-Bestellungen, um Urlaub vorzutäuschen. Prekariat als Theater.
Der "August mit Rollläden unten": die Urlaubsfarce
August ist der Monat des Scheins. Wer es sich leisten kann, fährt weg und erzählt davon; wer nicht, kapselt sich ab und vertuscht es. Das Bild dieses Extremfalls trägt alle Merkmale prekärer Sommer: Ein Universitätsbediensteter mit C1-Gehalt verbringt seinen Urlaub in einer Nachkriegswohnung mit heruntergelassenen Rollläden, ernährt sich von wöchentlichen Amazon-Bestellungen und Orangensaft mit minimalem Fruchtanteil. Soweit, dass er die Spülung meidet, damit die Nachbarn nicht merken, dass er nirgendwo hingefahren ist.
Der Preis der Fassade
Das Porträt, das in den sozialen Medien als grausame Vignette des spanischen Sommers die Runde machte, hat die Debatte über die erzwungene "Staycation" neu entfacht: zu Hause bleiben nicht aus Wahl, sondern aus Budgetgründen. Mit einem C1-Gehalt bleibt kaum Spielraum für einen Urlaub, der diesen Namen verdient. Die IMSERSO-Reise (Spaniens staatliches Programm mit vergünstigten Urlaubsreisen für Senioren) nach Ibiza im Februar, mit Buffet inklusive, schiebt sich als einzige bezahlbare Ausflucht dazwischen – beschrieben mit der Bitterkeit eines Menschen, der weiß, dass das ein Fütterungsplan für Langusten in einer Wüste der Vernunft ist.
Die Farce hat ihre eigene Logistik: Lieferungen nach Hause, Hamstern von Vorräten und kostengünstige Hobbys wie das Bemalen importierter Miniaturen, weil die offiziellen das Preisvielfache kosten. Und eine Sozialstrategie: Begegnungen im Treppenhaus erzwingen, halbe Sätze über eine nicht existierende Reise fallen lassen und zusehen, wie die Nachbarn am Ende schneller zum Aufzug gehen, wenn er kommt. Die Farce täuscht niemanden; sie unterstreicht nur die Einsamkeit derer, die sich die Erzählung nicht leisten können.
Eine unbequeme Frage bleibt: Wie viele Tausende Spanier verbringen diesen August mit heruntergelassenen Rollläden, zahlen die Hypothek für eine Wohnung, die sie nie verlassen haben, und erzwingen Aufzugsplaudereien, um eine Lüge zu stützen, die niemand kauft? Dafür gibt es keine offizielle Statistik. Die Realität kapselt sich wie dieser Nachbar ein und wartet, bis die Hitze vorbeizieht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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