Nando el Hispano und die These, die den Menschen zum „biologischen Abfall“ erklärt

Ein selbsternanntes „axiomatisches“ Manifest erklärt den Menschen zum Karzinom und fordert die kollektive Euthanasie. Die biologische und logische Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nando el Hispano und die These, die den Menschen zum „biologischen Abfall“ erklärt
Das „klügste Kind des Planeten“ erklärt den Menschen zur Plage

Ein Manifest kursiert dieser Tage in den am wenigsten bewachten Ecken des Internets mit einer These, die keine Nuancen duldet: Der Mensch ist nichts weiter als „biologischer Abfall, infiziert mit Anthropozentrismus“, ein Karzinom, das jedes Ökosystem verwüstet, das es berührt, und nun davon träumt, seine Metastase in andere Galaxien zu exportieren. Der Autor signiert als Nando el Hispano, erklärt sich selbst zum „klügsten Kind, das auf diesem blauen Planeten existiert“, und präsentiert sein Werk „El Niño Lunar: la imposición de nacer“ (Das Mondkind: die Auferlegung, geboren zu werden) als „das einzige axiomatische Werk, das in dieser Ödlandschaft aus Schlamm und Mittelmäßigkeit existiert“. Der Text, der seit zwei Tagen für Wirbel sorgt, hat alles gefunden – nur keine Gleichgültigkeit.

Die Ausgangsprämisse ist nicht neu – der antinatalistische Pessimismus hat eine jahrhundertelange Tradition –, aber die Verpackung ist es. Hier gibt es keinen akademischen Essay und kein Paper mit Fußnoten: Es gibt ein selbsternanntes Wunderkind, das die gesamte Spezies „the thing“ nennt und ohne Umschweife eine „kollektive Euthanasie“ fordert, um die künftigen unschuldigen Bewusstseine zu schützen. Die Idee hat, wie zu erwarten, die gegenteilige Reaktion ausgelöst.

Vom „zweibeinigen Affen“ zum Atomsprengkopf als Lösung

Die erste Widerlegung kam über die Biologie. Man erinnerte daran, dass der Schimpanse rund **98,8 % seiner DNA-Sequenz** mit dem Menschen teilt, der Gorilla etwa **98,4 %** und der Orang-Utan **97 %** erreicht. Die Frage lag auf der Hand: Wenn das Kriterium für die Auslöschung einer Art ihre Ähnlichkeit mit uns ist, wo wird die Grenze gezogen? Die Antwort des Manifests war unmissverständlich: nur beim Menschen. Die übrigen Primaten bleiben demnach straffrei.

Die zweite Front war die reproduktive Logik. Wenn das Problem darin besteht, dass niemand geboren werden wollte, dann ist die konsequente Schlussfolgerung nicht, die Lebenden auszurotten, sondern aufgehört, neue zu zeugen. Und hier zeigte sich der Autor des Manifests bereit, weiter zu gehen: „Wir aktivieren alle Atomsprengköpfe und fertig.“ Die Lösung, von dem, der sie vorschlug, als „einfach“ bezeichnet, überzeugte diejenigen nicht, die eine „rationale“ Begründung verlangten. Die Debatte verlagerte sich daraufhin auf unbequemeres Terrain: Würden, wenn die Spezies verschwände, nicht andere Primaten zu einer neuen Version des Menschlichen evolvieren, mit denselben Lastern und demselben Leiden? Die Antwort lautete, dass diese Wesen „mich nicht interessieren“.

Das Argument, das den radikalen Pessimismus aus der Fassung bringt

Die interessanteste Wendung kam, als jemand die Prämisse bis zu ihrem zeitlichen Extrem führte: Wenn das Leiden die Verhinderung der Geburt rechtfertigt, dann sollte dieselbe Logik für jede denkende Spezies gelten, die in den nächsten **10 Millionen Jahren** entstehen könnte. Das Manifest zuckte mit den Schultern. Und dort öffnete sich ein Riss: Entweder ist die These ein universelles Prinzip – dann gibt es keinen Grund, beim Homo sapiens Halt zu machen –, oder sie ist eine Pose mit Verfallsdatum. Der Verdacht, dass das Ganze eine Strategie zum Bücher verkaufen ist – der Autor signiert gleich mit Werk –, schwebte über dem Gespräch, ohne dass ihn jemand ganz zerstreute.

Es gab auch jene, die das Gegenteil vertraten – mit einem Argument, das im Kern dasselbe ist, nur positiv gewendet: Ohne die Menschen würde das gesamte Leben auf der Erde untergehen, wenn die Sonne den Planeten verschlingt, und nur wir könnten es retten. Die Spezies als kosmischer Fallschirm. Gegen die Spezies als Metastase. Zwei Erzählungen, identisch in ihrer Größenwahnsinnigkeit, entgegengesetzt im Vorzeichen.

Hinter den Kulissen: Wer dich einwiegt und wer dir ohrfeigt

Das Manifest bot auch eine hausgemachte pädagogische Theorie: Wer dich liebt, wiegt dich ein, und nur ein „Psychopath oder Soziopath“ würde dich zum Weinen bringen. Daraus folgt eine Schlussfolgerung, die die gesamte Verwandtschaft hinwegfegt: „Ein guter Vater und eine gute Mutter ... bringen niemals Leben hervor.“ Fortpflanzung ist in dieser Lesart keine Liebe, sondern Ego, Gier, Neid oder Eitelkeit. Es ist dasselbe Argument, das der klassische Antinatalismus seit Jahrzehnten wiederholt, nur dass es hier mit dem Verdacht gewürzt wird, die Eltern seien „magnanime Wesen“, die von einem Kind mythisiert werden, das noch an das Christkind glaubt.

Der Schluss des Originaltexts lässt keinen Spielraum: „Geboren zu werden heißt verlieren.“ Und daraus folgt die Forderung nach einer kollektiven Euthanasie, die niemand über die Provokation hinaus aufgegriffen hat. Das Gespräch steht zwei Tage später genau dort, wo es begann: bei der Behauptung, der Mensch sei „the thing“, und bei der Unfähigkeit, dies zu beweisen, ohne auf denselben Glauben zurückzugreifen, den das Manifest zu verachten vorgibt. Der Quecksilberspiegel, wie der Autor es forderte, glänzt weiter. Aber niemand hat wirklich hineingeblickt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (55 Antworten).

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