Mystery Shopper: 10 bis 60 Euro pro Besuch, mit Zweifeln am Geschäft

Zwischen 10 und 60 Euro pro Besuch und eine halbe Stunde Fragebogen auf Englisch: So wird die Arbeit als Mystery Shopper angepriesen, mit Prämie für die Werbung neuer Mitstreiter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mystery Shopper: 10 bis 60 Euro pro Besuch, mit Zweifeln am Geschäft
Mystery Shopper: 10 bis 60 Euro pro Besuch, mit Zweifeln am Geschäft

Wie viel kann man als Mystery Shopper wirklich verdienen? Die Antwort von jemandem, der seit sieben Jahren in dem Geschäft ist, ist unbequem: Es hängt von der Stadt und dem verfügbaren Angebot ab. In Madrid oder Barcelona gibt es Besuche im Überfluss; in einer Provinzhauptstadt höchstens zwei oder drei pro Monat. Nach eigener Erfahrung liegt die Bezahlung zwischen 10 und 60 Euro pro Auftrag, und der Zeitaufwand besteht aus dem Weg zum Geschäft plus einer halben Stunde für einen Fragebogen auf Englisch.

Das Konzept sieht anfangs eine Prämie für jeden geworbenen neuen Mitstreiter vor. Wer mitmachen will, soll seine E-Mail-Adresse per Privatnachricht schicken. Das Unternehmen präsentiert sich als seriöser Konzern mit Aktivitäten in der Automobilbranche, im Schmuck-, Hotel- und Kosmetikgewerbe, mit Diensten weltweit und pünktlichen Zahlungen. Das Problem: Der Name wird nicht genannt. „Wenn ich ihn nenne, melden sich alle ohne meine Empfehlung an, und ich gehe leer aus“, räumt die Person ein. Eine Win-win-Technik, nennt sie das.

Wie viel man verdient und wie lange jeder Besuch dauert

Die Rechnung geht nicht von allein auf. Mit zwei oder drei Besuchen im Monat zu 10-60 Euro bleibt als Zubrot womöglich nur eine Handvoll Dutzend Euro übrig – und das vor Abzug der Fahrtkosten. Der Bericht selbst räumt ein, dass der Fragebogen eine Liste von Kästchen mit Kommentaren ist und dass man mit mittelmäßigem Englisch und einem Übersetzer durchkommt. Die Frage, die im Raum steht: Lohnt sich der tatsächliche Zeitaufwand, zumal wenn Aufträge kurzfristig vergeben werden und nicht immer mit einem anderen Job vereinbar sind?

Manche haben das durchlebt und erinnern sich nicht gern daran. Ein Teilnehmer berichtet von Jahren mit Besuchen für Nielsen und TNS, mit Zahlungen von 6-8 Euro pro Besuch plus Essen bei Fast-Food-Ketten, Menü zum Mindestpreis inklusive. Den Tag legte der Kunde fest, Ankündigung oft erst einen Tag vorher, und die Fahrtwege fraßen die Vergütung auf. Sein Fazit ist deutlich: schlecht bezahlt und spät.

Der Schatten des Schneeballsystems und des Empfehlungssystems

Das Empfehlungssystem zur Mitgliederwerbung weckt das größte Misstrauen. Manche halten das Konzept ohne weiteren Beleg als Ponzi-Schema, allein wegen der Provisionsstruktur für die Werbung neuer Teilnehmer. In dem Material gibt es keinen Hinweis auf ausstehende Zahlungen oder Beschwerden, und die Person, die den Kontakt anbietet, versichert, seit sieben Jahren pünktlich und vollständig bezahlt zu werden. Trotzdem verhindert die Intransparenz beim Firmennamen jede Überprüfung: Die Seriosität eines Unternehmens kann man nicht prüfen, wenn es sich nicht zu erkennen gibt.

Dem Misstrauen steht eine andere Erfahrung mit einer anderen Firma der Branche gegenüber, High Remark, mit Besuchen in Hotels, Eisdielen, Restaurants und Apotheken, die als unterhaltsam und gut mit dem Alltag vereinbar beschrieben werden. Die Branche existiert, wickelt Qualitätsumfragen ab und hat Firmenkunden. Die Frage ist nicht, ob es Arbeit gibt, sondern ob das Prämienmodell zur Werbung und die Anonymität des Unternehmens der richtige Einstieg sind.

Was ist mit dem Finanzamt und dem Englischen?

Zwei praktische Fragen liegen auf dem Tisch. Die erste: Wie gibt man diese Einnahmen in der Steuererklärung an? Manche fragen nach, nachdem sie kleine Beträge verdient haben, und finden in der Unterhaltung keine klare Antwort. Die zweite ist die Sprache: Die Fragebögen sind auf Englisch, und wem das Englisch abhandengekommen ist, zweifelt, ob er das schafft. Die angebotene Antwort: Ein mittleres Niveau und ein Übersetzer reichen.

Unterdessen hat auch das Geschäft mit dem Verkauf von Mystery-Shopper-Schulungen seine Nische: Eine Website mit Kursen zu dem Thema für 15-20 Euro mit Aktionen wird erwähnt. Sich weiterzubilden, um danach 10 Euro pro Besuch zu bekommen, hat eine gewisse zirkuläre Logik – nur für den Geldbeutel ist nicht klar, ob sie sich auszahlt.

Am Ende bleibt die Frage, mit der alles begann, ohne überprüfbare Antwort: Wie viel man wirklich verdient, hängt von einem Unternehmen ab, dessen Name man nicht nachschlagen kann. Ein Zubrot, das mit Werbeprämie angeboten wird, ohne zu verraten, für wen man arbeitet. Win-win, hieß es.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (23 Antworten).

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