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MtGox Bitcoin-Preisverfall wegen Auszahlungsstopp
Bitcoin handelte bei MtGox für 110 $ gegenüber 550 $ auf Bitstamp aufgrund eines vollständigen Auszahlungsstopps.
Wie kann dieselbe Währung gleichzeitig auf einer Plattform 110 Dollar und auf einer anderen 550 Dollar kosten, ohne dass Arbitrageure billig kaufen und teuer verkaufen? Auf einem normalen Markt würde diese Differenz Sekunden dauern. Im Februar 2014 hielt sie an, und die Erklärung war eindeutig: Bei MtGox konnte nichts abgehoben werden. Weder Dollar noch Bitcoins.
Arbitrage – Kaufen wo es billig ist, Verkaufen wo es teuer ist – ist der grundlegendste Mechanismus des Marktes. Er funktioniert nur, wenn Geld und Assets zirkulieren können. Wenn die Ausgangstüren geschlossen sind, hört der Preis desselben Assets an zwei Orten auf, ein einziger Preis zu sein: Er wird zu zwei verschiedenen Preisen für zwei verschiedene Probleme. Bei MtGox ging es um die Rückgewinnung von Geld. Bei Bitstamp um Spekulation.
Warum ist Bitcoin bei MtGox billiger?
Weil alle Auszahlungen gesperrt waren, sowohl Bargeld als auch Bitcoins. Ein Kontostand auf dem Bildschirm bedeutet nichts, wenn er nicht realisiert werden kann: Ein Bitcoin bei MtGox war kein Bitcoin, sondern ein Zahlungsversprechen mit unbestimmtem Datum. Die Wartezeit war lang; Forumthreads behaupteten, SEPA-Überweisungen dauerten etwa zwei Monate.
Mit dieser Sperre wurde der Kurs nicht mehr ein Preis, sondern ein Risikodiscount. Die 110 Dollar waren nicht der Wert eines Bitcoins: Es war das, was jemand für einen Bitcoin zahlte, der die Börse vielleicht nie verlassen würde. Die Lücke zu Bitstamp (550 $) war die Prämie, die der Markt für den Handel dort verlangte, wo sich Geld tatsächlich bewegt.
Vom "technischen Fehler" zum Betrugsverdacht
Ein Teilnehmer merkte an, MtGox habe versprochen, einen technischen Fehler zu beheben und Auszahlungen wieder zu ermöglichen. Dies machte den Trade verlockend: Für 110 $ kaufen, was anderswo doppelt so viel wert ist, und auf das Schließen der Lücke warten.
Das Problem war die Verifizierung. Da das System nach außen hin geschlossen war, war die interne Buchführung nicht überprüfbar, und die tatsächlichen Verbindlichkeiten könnten stark von den angezeigten Guthaben abweichen. Das Worst-Case-Szenario deutete darauf hin, dass Millionen nicht existierender Bitcoins innerhalb des Systems verkauft wurden – Zahlen um 5.000.000 wurden genannt –, um Defizite zu decken, bevor man sie zurückkaufte. Es gab keinen Beweis dafür, aber auch keine Möglichkeit, es zu widerlegen.
110 gegen 550: Das Loch
Die Lücke war enorm. Die MtGox-Kurse fielen auf 110 Dollar, während Bitstamp bei 550 blieb. Ein Bitcoin, der an einem Ort mehr als viermal so teuer war wie am anderen, war keine Marktanomalie mehr; es war ein öffentliches Urteil über die Zahlungsfähigkeit der Börse.
Für diejenigen mit Guthaben bestand die einzige Möglichkeit darin, billig zu verkaufen, um nicht alles zu verlieren. Das Problem bei Bank Runs ist, dass der Preis, den man beim Loslaufen sieht, nicht der Preis ist, den man beim Ankommen findet. Jeder handelt individuell, und der Boden bricht weg.
Sechsstellige Wetten auf Bitcoin-Crash
Die Preisdivergenz führte zu breiteren Debatten über Bitcoin selbst, unter Einsatz von echtem Geld. Kreuzangebote erreichten Quoten von 10 zu 1 darüber, ob die Währung bis zum 1. Januar 2015 über oder unter 300 Dollar liegen würde, basierend auf Mitternacht-Bitstamp-Preisen.
Die Mechanik war auffällig. Wer auf einen Fall wettete, verpflichtete sich, 100.000 Euro als Sicherheit zu hinterlegen, während Rivalen 10.000 Euro setzten. Da Einzahlungen in Bitcoins zum Wechselkurs von 435 Euro pro Einheit erfolgten, erforderte die Deckung 230 Bitcoins gegenüber 23. Argumente umfassten CFA-Level-2-Qualifikationen und Positionen in Investmentfonds; Gegner hinterfragten diese Lebensläufe. Ohne vereinbarte Bedingungen blieb die Wette ungelöst.
Lohnt sich der günstige Kauf bei MtGox?
Es hängt von einer Sache ab: ob das Versprechen, Auszahlungen wieder zu öffnen, eingehalten wird. Wenn ja, sehen Käufer bei 110 $ mehr als doppeltes Aufwärtspotenzial zu Bitstamp-Niveaus. Wenn nein, halten sie eine wertlose Forderung ohne Gegenpartei. Optimistische Analysen gehen von einer temporären Unterbrechung und Lückenschließung aus. Pessimistische Ansichten nehmen an, dass blockiertes Geld weg ist.
Mitten in diesem Durcheinander liegt eine unbestreitbare Tatsache: Solange derselbe Asset zwischen Plattformen um mehr als das Doppelte abweicht, signalisiert der Markt, dass einer der beiden Börsenplätze nicht seinen angegebenen Wert hat.
Angesichts dieser Zahlen scheint der Kauf bei MtGox ein Schnäppchen zu sein. Genau wie der Kauf bei 900 Dollar auf dem Höhepunkt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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