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Montjuïc-Anwohner melden Bande, die im Viertel das Sagen hat
Anwohner von Montjuïc melden eine Bande, die ihre Herrschaft durchsetzt und Drohungen ausspricht. Die Debatte über Einwanderung, Sicherheit und Wahlprogramme flammt wieder auf.
Montjuïc: Die Bande, die ihre Herrschaft durchsetzt, und die Angst der Nachbarn
Eine Gruppe junger Männer fährt durch die Straßen von Montjuïc und spricht eine Drohung aus, die halb im Internet kursiert: „Wir werden alle Mädchen ficken.“ Der Vorfall, verbreitet per Video, ist der Ausgangspunkt einer Debatte, die seit Monaten im Barceloneser Stadtviertel feststeckt und die diese Woche mit Zeugenberichten von Bewohnern, die angeblich in Angst leben, wieder in den Vordergrund gerückt ist. Einer davon fasst es ohne Umschweife zusammen: „Neulich stiegen zwei Marokkaner vom Roller, verprügelten meinen Sohn und ließen ihn zuckend zurück.“ Ein anderer fügt hinzu: „Es ist mir egal, wenn man mich Rassisten nennt, genug damit, in Angst zu leben.“
Das zirkulierende Material mischt Beschwerden von Anwohnern, virale Videos und eine kontroverse Statistik darüber, wer Verbrechen begeht. Es gibt keine offiziellen Zahlen im Material, aber einen politischen Kampf, der mit Wahlprogrammen und TV-Schlagzeilen geführt wird.
Was die Wahlprogramme über Einwanderung sagen
Die Diskussion wandte sich schnell den Parteien zu, die Katalonien regieren. Es wird behauptet, dass Formationen wie Junts und ERC einen garantistischen Ansatz verteidigen: Abschaffung der „heißen Zurückweisungen“, Eröffnung legaler und sicherer Wege, Anwendung der Asylvorschriften und im Fall von ERC eine außerordentliche Regularisierung von Menschen in irregulären Situationen. Die PSC hingegen schlägt vor, rassistische Diskurse zu bekämpfen und ein Observatorium gegen Fremdenfeindlichkeit einzurichten.
Die am häufigsten wiederholte Antwort ist, dass Wähler dieser Parteien nicht unbedingt jeden Punkt des Programms teilen. „Man wählt eine Partei, die ein ganzes Paket von Maßnahmen bietet“, fasst ein Beitrag zusammen, „aber das bedeutet nicht, dass der Wähler mit ALLEN diesen Maßnahmen einverstanden ist.“ Die Gegenreaktion kommt mit Dokumenten in der Hand: Wenn das Programm die Regularisierung befürwortet und dann Unsicherheit angeprangert wird, muss der Wähler seinen Teil übernehmen.
Das virale Video und die Statistik, die niemand überprüft
Der andere Pol der Debatte ist das Video. Ein RTVE-Moderator, Javier Ruiz, soll im Fernsehen behauptet haben, dass Kriminalität durch Armut erklärt wird, dass neun von zehn Vergewaltigungen von Spaniern begangen werden und dass Straftaten abnehmen. Die Reaktion war sofortig: „Die Daten von Javier Ruiz sind mehr verzerrt als alles andere“, wird geantwortet, und darauf hingewiesen, dass die statistische Nationalität eingebürgerte Personen einschließt, nicht nur in Spanien Geborene. Das heißt, der Prozentsatz hängt davon ab, wie gezählt wird.
Dort liegt der Kern der Sache. Ohne offizielle aufgeschlüsselte Daten wählt jede Seite die Metrik, die ihr passt. Einige sprechen von erworbener Staatsangehörigkeit; andere vom Herkunftsland. Die Diskussion wird zu einem Tennismatch, bei dem der Ball immer dieselbe Zahl ist.
Das Viertel, Hausbesetzungen und die übliche Erzählung
Montjuïc hat Geschichte. Auf seinen Hängen suchten jahrzehntelang Obdachlose und Heroinkonsumenten Zuflucht, erinnert ein Beitrag. „Poble Sec, an den Hängen von Montjuïc haben sich immer Obdachlose und Junkies versteckt, und jetzt Mauren“, fasst ein anderer zusammen. Der Ortsname jüdischen Ursprungs gibt Anlass zu einem bitteren Wortspiel: „Vom Berg der Nnnn zum Berg der Mauren.“
Die Entwicklung des Viertels liest sich als Substitution vulnerabler Populationen, nicht als organisierte Invasion. Und hier taucht die Kritik an der politischen Klasse auf: „Das Schlimme wird sein, dass wegen vier Idioten-Politikern, die Unabhängigkeit für ihre Geschäfte wollten, die einfachen Leute nun für Kriminalität und Vergewaltigungen zahlen müssen.“
Die institutionelle Antwort und der Stand der Dinge
Das Material bietet keine Lösung. Es gibt keine bestätigten Festnahmen, keine offiziellen Zahlen, kein gerichtliches Urteil. Was existiert, ist ein Video, eine Beschwerde eines Anwohners und eine politische Debatte, die offen bleibt. Die schwebende Frage ist, ob das Viertel einen weiteren Sommer mit derselben Szene ertragen wird.
Inzwischen hat sich das Gespräch vom konkreten Fall zur Grundfrage verschoben: Kann man Sicherheit fordern, ohne eine gesamte Gruppe zu kriminalisieren? Die Antwort steht bis zum Zeitpunkt dieser Diskussion noch aus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (116 Antworten).
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