Montero gegen Schmutzkampagnen: Archiv widerlegt Vorwürfe

María Jesús Montero will Desinformation bekämpfen, während ihr eigener Angriff auf Feijóos Ehefrau mit ungeprüften Fakten kritisiert wird.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Montero gegen Schmutzkampagnen: Archiv widerlegt Vorwürfe
Montero erklärt den Schmutzkampagnen den Krieg

María Jesús Montero kündigte an, sie werde „alles entlarven, was aus Beleidigungen, Verleumdungen und Falschinformationen eine scheinbare Realität macht, die nichts mit der Meinung der Mehrheit der Bürger zu tun hat“. Sie nutzte dabei das Label, das sie bereits als eigenes Markenzeichen verwendet: die Schmutzmaschine. Die über das Konto von El Mundo verbreitete Erklärung löste innerhalb von Sekunden den vorhersehbarsten Mechanismus der spanischen Politik aus. Niemand diskutierte, was eine Falschinformation ist. Diskutiert wurde, wer sie fabriziert und mit welcher sarracena Autorität dies gesagt wird. Denn dieselbe Politikerin, die nun nach Genauigkeit ruft, hatte nur wenige Wochen zuvor Albertos Núñez Feijóos Ehefrau angegriffen, gestützt auf Informationen, die Kritiker als Falschmeldung bezeichnen.

Der doppelte Maßstab, den niemand übersieht

Der vorherrschende Vorwurf leugnet nicht die Existenz von Desinformationskampagnen. In Frage gestellt wird die selektive Anwendung des Begriffs. Es wird argumentiert, dass die Regierung das, was früher punktuell geschah, zum System gemacht hat: Medien, die unbequeme Berichte veröffentlichen, zu markieren und unter den Verdacht zu stellen, Teil einer koordinierten Maschinerie zu sein. Der Zeitplan hilft auch nicht weiter. Wenn der Feind in einer Phase einen Namen hatte – die Fachoesfera (rechter Mediensektor) –, hieß er in der nächsten Phase einfach „Schmutz“. Ein Etikettenschwindel, der für viele Analysten eher eine Kommunikationsstrategie beschreibt als echte Sorge um journalistische Sorgfalt. Das Versprechen eines „Großen Reinemachens“ wird in diesem Sinne eher als Warnung an die Redaktionen gelesen denn an anonyme Fälscher.

Ein Detail schärft die Debatte zusätzlich: die berufliche Laufbahn der Politikerin selbst. Sie ist approbierte Ärztin, ein Umstand, der mit einem gewissen Zynismus hervorgehoben wird, um den Kontrast zwischen einer zunehmend rauen Rhetorik und ihrer technischen Ausbildung zu betonen. Diese Tatsache ändert nichts am Kern der Sache, nährt aber das Gefühl, dass die Person genauso schwer wiegt wie ihre Botschaft.

Was genau ist die „Schmutzmaschine“?

Der Begriff bezeichnet ein angeblich koordiniertes Ökosystem aus Medien, Pseudomedien, anonymen Konten und Parteisprechern, das darauf abzielt, falsche Narrative gegen die Regierung zu fabrizieren. Unter diesen Regenschirm fällt alles von übertriebenen Schlagzeilen bis hin zu unbewiesenen Anschuldigungen. Das Problem liegt in der Messbarkeit. Niemand hat ein überprüfbares Inventar vorgelegt, das zeigt, wie viele Beiträge diesem Muster entsprechen, wer sie finanziert oder nach welchen Kriterien legitime Kritik von koordinierten Angriffen unterschieden wird. Ohne diese Aufstellung funktioniert die Anklage als rhetorischer Rahmen: Sie dient dazu, jede unangenehme Information zu diskreditieren, ohne sie einzeln widerlegen zu müssen.

480 Millionen gegenüber 50: sich kreuzende Zahlen

Wenn die Diskussion auf Korruption lenkt, tauchen Vergleiche auf. Einer der häufigsten stellt die 480 Millionen Euro des andalusischen ERE-Falls (Arbeitslosen-Subventions-Skandal) den 50 Millionen im Bárcenas-Fall gegenüber und behauptet, die strafrechtliche Reaktion sei in beiden Fällen sehr unterschiedlich gewesen. In derselben Liste werden andere Namen genannt – Koldo, Tito Berni – sowie Berichte über die berufliche Tätigkeit der Ehefrau des Präsidenten, stets formuliert als „Vermutung“ und „laufende Ermittlung“. Die Schlussfolgerung, die Anhänger dieser Argumentation ziehen, ist eine Umkehrung des Slogans: Der Schmutz liege nicht in den Medien, sondern in den Akten.

Die Presse im Visier

Eine der weit verbreiteten Lesarten besagt, dass die Ankündigung nicht anonyme Falschinformationen ins Visier nimmt, sondern Medien, die über Korruption berichten. Die Formulierung ist eindeutig: Man werde gegen jeden vorgehen, der über nachteilige Informationen für die Regierung berichtet, und die Realität werde auf das reduziert, was zwei regierungstreue Blätter veröffentlichen. Dies ist die These der Belagerung der Presse, wobei die Maschinerie in die entgegengesetzte Richtung arbeitet, als es die Exekutive beschreibt. In diesem Umfeld gedeihen auch unbelegte Theorien: Es kursiert die Idee, dass ein großer internationaler Investmentfonds die PSOE an die Macht gebracht habe, eine Behauptung, die durch keinerlei Beweise gestützt wird. Und ein härterer Rahmen schwebt über allem, jener derer, die die Angelegenheit mit einem Wort zusammenfassen: Kleptokratie.



Die Bilanz bleibt im Bereich der Rhetorik. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion gibt es weder ein offenes Verfahren noch ein Inventar von Falschinformationen noch öffentliche Kriterien, um koordinierte Angriffe von unbequemer Kritik zu unterscheiden. Auch lässt sich nicht quantifizieren, wie viel „Maschine“ und wie viel „Schmutz“ in jedem einzelnen Fall steckt. Die Kontroverse staut sich genau dort: bei einem Konzept, das alle nutzen und das niemand messen kann.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (165 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver