Mode nach Figur statt Trend: Schwarze Kleidung wird abgelehnt

Kleidung an die Figur anpassen statt Trends folgen: Manche verbieten Schwarz und setzen auf Flohmärkte sowie eigene Schneiderei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mode nach Figur statt Trend: Schwarze Kleidung wird abgelehnt
Der Kleiderschrank orientiert sich an der Figur, nicht am Trend

Manche kleiden sich für den Spiegel, andere für das Foto. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass der Kleiderschrank an die individuelle Figur angepasst werden sollte und nicht an die Vorgaben der Laufstege – mit einer klaren Regel: Schwarz ist tabu. Der Ansatz basiert auf einer einfachen Idee: Niemand sollte etwas tragen, was ihm schlecht steht, nur weil es gerade modern ist. Wer diese Debatte angestoßen hat, bringt es auf den Punkt – „nichts hasse ich mehr“ – und räumt ein, dass er durchaus Kombinationen anderer betrachtet, um Ideen zu übernehmen, denn niemand macht alles richtig.

Warum wird Schwarz als elegante Farbe abgelehnt?

Dieser Punkt sorgt für den größten Widerspruch. Die von Designern oft propagierte Vorstellung, Schwarz sei die eleganteste Farbe, stößt hier auf harte Ablehnung: Vorschläge mit schwarzen Kleidungsstücken werden strikt zurückgewiesen. Stattdessen gewinnen helle Töne an Bedeutung, insbesondere die Kombination aus Beige, Sandweiß und Weiß, die als eine der elegantesten gilt. Der Widerstand ist nicht nur ästhetisch: Ein besonders geschätzter Kommentar erinnert unter Anspielung auf einen bekannten Songtext daran, dass manche Menschen Schwarz tragen wegen der Armen und Gezeichneten, der verzweifelten und hungernden Seite der Stadt. Die Farbe, so lautet das Argument, lässt mehr Interpretationen zu als nur die der Modewelt.

Nach dem Körper kleiden oder die Straße entscheiden lassen

Hier spaltet sich die Diskussion. Für manche dient ein Bereich für Outfits dazu, Kleidung, Frisur und Haarschnitt optimal an die jeweilige Figur und Gesichtsform anzupassen. Für andere ist das überflüssig: Es reicht, auf die Straße zu gehen und zu beobachten, denn Trends entstehen im echten Leben und nicht durch Leitfäden. Als Beispiel dient Grunge, der mit der Ästhetik der Obdachlosen assoziiert wird. Der grundlegende Konflikt ist eher klassenspezifisch als stilistisch: Gegen das Büro-Outfit wird die robuste, günstige und vielseitige Kleidung des ländlichen Raums verteidigt, wo die Baskenmütze durch wasserdichte Funktionskleidung ersetzt wurde. Zweckmäßigkeit hat Vorrang.

Der Preis eines knitterfreien Stoffes

Wenn es ins Detail geht, kommt textiltechnisches Wissen zum Tragen. Unter den besprochenen Kleidungsstücken befindet sich ein Kurzarm-Pullover aus Baumwolle mit 30 % Seide. Die Erfahrung von jemandem, der nach dem fünfzigsten Lebensjahr Modedesign studiert hat, ergänzt, dass es Stoffe gibt, die ohne teuer zu sein, einen sehr eleganten Fall haben. Polyester haftet der schlechteste Ruf an – es wird fast nur für Sport- oder Bademode akzeptiert –, obwohl es Sublimationsdruck besser verträgt als jedes andere Material. Baumwolle und Tencel sind beliebter, wobei bei Letzterem vor leichter Knitterbildung gewarnt wird. Und ein fachlicher Aspekt, den kaum jemand beachtet: Ein Kleidungsstück, das wie ein Pareo um die Hüfte gebunden wird, sieht bei einseitigem Druck nicht gut aus.

Flohmärkte, Selbstschneidern und langlebige Kleidung

Manche nähen ihre eigene Kleidung und andere prahlen damit, auf Flohmärkten einzukaufen, sogar wenn sie selbst in Flohmarkt-Look gekleidet sind. Befürworter sehen dies als Frage der Haltung – „lieber tot als schlicht“ – und als Alternative zu Mode, die man nur trägt, weil man muss. Das Plädoyer für Naturfasern unterstützt diese Idee.

Kleidung als wirtschaftliches Barometer

Die weitreichendste Analyse behauptet, dass Politik und Wirtschaft von Outfits bestimmt werden, davon, was die Mehrheit will, und nicht davon, was dem Körper gut steht. Als Beispiel dienen die Anzüge der Siebzigerjahre im Vergleich zu denen der Fünfziger und Sechziger, die letzteren als schmeichelhafter gelten. Die These – diskutabel – besagt, dass ein Kleidungsstück modisch sein kann und trotzdem schlecht sitzt, und dass die Zeit denen recht gibt, die es ablehnen. Es ist dieselbe Logik, die einen Kleiderschrank regiert und laut dieser Lesart auch eine Wirtschaftspolitik: Die Mehrheit setzt ihren Geschmack durch, und erst danach zeigt sich, ob es funktioniert hat.

Trotzdem bleibt die Frage offen. Auf der einen Seite stehen jene, die einen festen Raum für Outfits und Schnitte fordern, die jedem Gesicht schmeicheln; auf der anderen Seite antworten jene, dass die Straße bereits dieser Raum ist. Dazwischen liegen Stoffe, Kombinationen und eine Gewissheit, die niemand bestreitet: Der Spiegel kennt keine Trends.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (283 Antworten).

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