Fußball-Repliken für 0,99 € im Vergleich zum offiziellen Trikot für 185 €
Warum 185 Euro für ein Fußballtrikot zahlen, wenn dasselbe Kleidungsstück für weniger als einen Euro zu haben ist? Die kurze Antwort: Es sind nicht dieselben Kleidungsstücke, auch wenn sie aus der Ferne so aussehen. Auf AliExpress häufen sich die Trikots von halb Spanien – Racing de Ferrol, Eibar, Numancia, Málaga, Las Palmas, Eldense, Huesca, Cádiz oder Cartagena – und von halb der Welt, mit Preisen zwischen 99 Cent und 8 Euro. Das von Racing de Ferrol kostet 4, das von Eibar 5, das von Huesca 8 Euro. Sie halten, was sie versprechen, sagen die Nutzer in den Foren.
Was ein Fußballtrikot je nach Kaufort kostet
Das Angebot ist so groß, dass man kaum den Überblick behält. Die untere Grenze setzt das Trikot von Cartagena für 0,99 Euro, allerdings mit kleinen Druckbuchstaben: Dieser Preis gilt nur für Neukunden, pro Konto nur ein Stück. Manche geben zu, mehrere Konten erstellt zu haben, um es wiederholt nutzen zu können. Darüber liegen Racing de Ferrol und Cádiz bei etwa 4 Euro, Eibar bei 5, Huesca bei 8 Euro. Und es ist nicht alles Fußball: Auch Basketball-Trikots wie die der Vancouver Grizzlies oder Miami Heat sowie einige Radsport-Shirts tauchen auf.
Am anderen Ende liegt das offizielle Trikot des Real Madrid im eigenen Online-Shop bei 185 Euro, plus 15 Euro Aufpreis, wenn man das kleine Champions-League-Logo am Ärmel möchte. Der Unterschied zwischen beiden Extremen ist nicht doppelt oder dreifach: Er beträgt fast zweihundertfach.
Warum das offizielle Trikot 185 Euro und die Replik weniger als einen Euro kostet
Auf der einen Seite steht das lizenzierte Produkt, mit kleiner Auflage, eigenen Vertriebskanälen, Marketing und Sponsoren, die mit jedem Verkauf bezahlt werden. Auf der anderen Seite steht ein Serienprodukt ohne Zwischenhändler oder Kampagne, verkauft über eine Plattform, die Grenzen fast reibungslos überschreitet.
Die berechtigte Frage ist die alte: Entspricht der offizielle Preis den realen Kosten oder der Zahlungsbereitschaft der Fans? Wer ironisch antwortet, rechnet vor, dass man für 184 Trikots vom Eldense und einen Euro Rest selbst das Patch für die fünfzehn Champions-League-Titel mit einem Kopierer herstellen könnte. Die Ironie löst nichts, zeigt aber gut die Empörung.
Qualität der Repliken: Gedrucktes Wappen und atmungsaktiver Stoff fehlt
Hier zeigt sich der wahre Preis der Ersparnis. Die häufigste Beschreibung ist eindeutig: Die Wappen sind gedruckt, nicht gestickt; es ist ein Druck auf dem Stoff. Keine genähten Details oder hochwertigen Abschlüsse.
Die zweite Beschwerde betrifft das Material: Ein klassisches Fußballtrikot atmet, viele dieser Shirts tun das laut Nutzern nicht. Zum Spazierengehen oder an die Wand hängen ist das egal. Es ist der Unterschied zwischen Sportkleidung und Kleidung, die wie Sportkleidung aussieht.
Zoll, neue Konten und der Trick, um für 0,99 € erneut zu bestellen
Der Preis von 99 Cent ist kein dauerhaftes Angebot: Es ist ein Lockmittel für Erstbestellungen. Wer ein zweites Trikot zu diesem Preis will, braucht ein zweites Konto, und so weiter, bis die Geduld reicht. Das ist der Teil des Geschäftsmodells, der selten erwähnt wird, aber erklärt, warum das echte Wappen so viel kostet.
Eine weitere häufige Sorge sind die Zollgebühren. Mindestens ein Käufer versichert, keine zusätzlichen Gebühren gezahlt zu haben, was sich jedoch nicht verallgemeinern lässt: Es hängt vom deklarierten Wert und der Entscheidung des Zolldienstleisters ab. Bei Paketen mit niedrigem Wert ist das Risiko meist gering, aber vorhanden.
Auch das Wappen wird diskutiert: Vom Bären und Erdbeerbaum bis zur Juventus
Zwischen Bestellungen driftete das Thema ins Design. Die Neugestaltung des Atlético-Wappens spaltete die Meinungen: Ein Teilnehmer argumentiert, das alte war schlechter verarbeitet, mit einer geraden Anzahl Streifen und einem gelben Rand, der alt wirkte, und das neue sei besser gelöst, mit dem einzigen Nachteil der Position des Erdbeerbaums relativ zum Bären. Ein anderer verteidigt, dass man nicht so viel hätte ändern sollen und stattdessen die roten Streifen verbreitern sollte.
Der Kontrast dient dazu, den Geschmack zu ordnen: Änderungen wie bei Juventus oder Fiorentina werden als Beispiele für Erneuerungen genannt, die die visuelle Bindung zum Verein brachen. Manche fügen hinzu, dass wenn Fans gedruckte statt gestickte Wappen akzeptieren, die Industrie wenig Anreiz hat, sich Mühe zu geben, und Ausweichtrikots auf eine einzige Farbe reduziert werden.
AliExpress gegen Beschäftigung in Spanien: Bewusster Konsum spielt eine Rolle
Der eigentliche Einwand ist nicht ästhetischer, sondern wirtschaftlicher Natur. Gegenüber Käufen auf asiatischen Plattformen fordern Nutzer Marken, die in Spanien produzieren und hier Arbeitsplätze schaffen: Jede Bestellung, die die Grenze überschreitet, ist eine Bestellung, die nicht lokal getätigt wird.
Auf der anderen Seite stellt das Forum die 91 Euro für ein Marken-Sport-Shirt den 0,99 oder 4 Euro der Repliken gegenüber. Und zwischen 185 und 0,99 trifft man die Entscheidung fast automatisch.
Bei diesen Preisunterschieden ist es nicht seltsam, dass Repliken gekauft werden: Seltsam wäre, wenn jemand weiterhin den Preis des offiziellen Shops zahlt, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann kommt das Paket an, wird geöffnet, das gedruckte Wappen betrachtet, und jeder trauert auf seine Weise.
Pio pio, oben drauf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (262 Antworten).