Mietpreise explodieren in UK, Kanada und Australien

In Palencia steigen Wohnungspreise um 12,5 %, während die Mieten in Großbritannien, Kanada und Australien gleichzeitig explodieren: Geldmengenwachstum, Inflation und Rekordnachfrage.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietpreise explodieren in UK, Kanada und Australien
Mietpreisanstieg gleichzeitig in Palencia, Toronto und Sydney

Palencia. Diese Stadt taucht oft in Diskussionen über den Wohnungsmarkt als Beweis dafür auf, dass es in Spanien noch erschwingliche Orte gibt. Dort sind die Wohnungspreise im letzten Jahr um 12,5 % gestiegen. Wäre das Problem auf große Metropolen beschränkt — knapper Boden, Tourismus, hohe Löhne —, würde eine Analyse lokaler Märkte ausreichen. Das Schwierige ist jedoch, dass dieselbe Preisspirale gleichzeitig in Großbritannien, den USA, Kanada und Australien zu beobachten ist, und zwar nicht nur in den Innenstädten. Dieses gleichzeitige Muster ist es, was verwirrt.

Warum steigen die Mieten im gesamten Westen gleichzeitig?

Drei Faktoren treffen zusammen: billiges Geld, ein eingefrorenes Angebot und eine Nachfrage, die schneller wächst als der Wohnraum. Die offizielle Erklärung — die Löhne halten mit der Inflation nicht Schritt — hilft zu verstehen, warum Mieter unter Druck stehen, aber nicht, warum Vermieter bei jeder Verlängerung mehr verlangen. Und das Ergebnis wiederholt sich in Ländern mit sehr unterschiedlichen Einwanderungspolitiken: Immer weniger Menschen können es sich leisten, allein zu wohnen, und das Teilen einer Wohnung wird von einer Lebensphase zur einzigen Option.

Ein Teil der Analyse behauptet, dies sei keine Wohnungskrise, sondern das Symptom eines größeren Problems: der Aushöhlung der Mittelschicht, die nach unten rutscht, während die alte Unterschicht verschwindet und Armut direkt entsteht. Ein anderer Block reduziert es auf Angebot und Nachfrage, ohne dramatische Narrative.

Die Geldpresse und der Cantillon-Effekt

Die am häufigsten vertretene These verweist auf Fiat-Geld und die Finanzierung unbezahlbarer Defizite. Wer das frisch gedruckte Geld zuerst erhält — Banken und Regierungen an vorderster Front —, kauft Vermögenswerte zu alten Preisen; der Rest muss die Preissteigerung verkraften. Dieser Mechanismus hat einen Namen, Cantillon-Effekt, und eine unangenehme Konsequenz: Die Ersparnisse derer, die später kommen, werden verwässert, ohne dass jemand ihre Brieftasche stiehlt. Der Satz, der dieses Gefühl zusammenfasst, lautet: Eine Wohnung ist nicht teurer geworden, das Geld hat an Wert verloren.

Von der produktiven zur finanziellen Wirtschaft

Der zweite Strang des Arguments beschreibt den Übergang von einem Modell, das Güter produzierte, zu einem, das importierte Produkte weiterverkauft und dabei Gebühren akkumuliert. Ohne neue Wertschöpfung läuft die Inflation davon und die Löhne verlieren Kaufkraft. Die meistzitierte Formulierung ist drastisch: Das Geld für die Realwirtschaft wird immer kleiner im Verhältnis zur Gesamtgeldmenge, Gehälter orientieren sich an der Realwirtschaft, aber Wohnungen werden nach Maßstäben der Finanzwirtschaft bewertet. Jedes Jahr werden mehr Menschen aus dem System gedrängt.

350.000 Wohnungen wechselten zum touristischen Vermietungsmarkt

In Spanien gibt es eine Zahl, die keiner Theorie bedarf: Der Bestand an Mietwohnungen, der jährlich rotiert, liegt bei rund 200.000 Einheiten, aufgrund von Vertragsende, Umzügen und sozialer Mobilität. Parallel dazu wurden in vier Jahren etwa 350.000 Wohnungen in den touristischen Vermietungsmarkt integriert, die meisten stammen genau aus dem regulären Mietmarkt. Bei einem kaum wachsenden Angebot reicht diese Verschiebung aus, um jeden Markt zu belasten. Der Vergleich dieser beiden Zahlen, detailliert aufgeschlüsselt, ist das, was Befürworter der "Mehr bauen"-Strategie am meisten beunruhigt.

Kanada und Vancouver: Immobilien machen 40 % der Wirtschaft aus

Kanada treibt diese Logik auf die Spitze. Der Immobiliensektor macht etwa 40 % seiner Wirtschaft aus, und der Bau eines Ein-Zimmer-Apartments in Vancouver erfordert Steuern und Verwaltungsgebühren von über 150.000 kanadische Dollar. Wenn Ziegel wichtiger sind als Industrie, wird jede politische Entscheidung über Zinsen, Genehmigungen oder Boden zu einer Entscheidung über den Preis des Daches der Menschen. Zudem verzeichnet das Land seit Mitte des letzten Jahrzehnts ein starkes Wachstum durch Migration.

Migration: Nachfrage trifft auf eingefrorenes Angebot

Wer die Migration kritisiert, hat Daten auf seiner Seite: Die fünf Länder, die anteilig zur Bevölkerung die meisten legalen Migranten aufnehmen, wären Spanien, die USA, Australien, Kanada und Großbritannien. Jede ankommende Person braucht Wohnraum, und der Bestand wächst nicht im gleichen Tempo. Hinzu kommt das Argument, dass der Staat einen Teil dieser Unterkunft über öffentliche Hilfen subventioniert, was die Nachfrage antreibt, ohne das Angebot zu erhöhen.

Das Gegenargument hat ebenfalls Munition: Es wird diskutiert, ob Australien wirklich restriktive Migrationspolitiken hat — manche nennen es einen Mythos — und leidet trotzdem unter denselben Problemen. Der Fall Irland wird als das klarste Beispiel für das Phänomen angeführt, während der jüngste Anstieg, der mit der Pandemie und dem Krieg zusammenfiel, nicht zu einem jahrzehntelangen Migrationsstrom passt.

Die Hypothese der Kriegswirtschaft

Es kursiert eine härtere Lesart: Dass der Anstieg Teil eines Plans ist, Kapital aus der Mittelschicht abzuziehen und es in Verteidigung und Auslandshilfe umzuleiten, im Rahmen der Agenda 2030 und ihrem Motto "Du wirst nichts haben". Man sollte es klar sagen: Dies ist eine These, die keine dokumentarischen Beweise liefert, sich auf zeitliche Korrelationen stützt — erst Corona, dann Ukraine — und auf dem Verdacht, dass Gesetzgeber auch Eigentümer sind. Die zeitliche Übereinstimmung ist real. Die bewiesene Absicht nicht.

Auf dem Tisch liegen zudem Lösungen, die nie ganz umgesetzt werden: Begrenzung der touristischen Vermietung, Besteuerung von Transaktionen, damit Spekulation weniger rentabel wird, oder Verteilung der wirtschaftlichen Aktivität im Land statt Konzentration in denselben vier Großstädten. Keines wurde in ausreichendem Maße angewandt, um zu prüfen, ob es funktioniert.

Die Preise pro Quadratmeter zeichnen kein einheitliches Bild. Buenos Aires notiert das teuerste Viertel bei 2.000 US-Dollar pro Quadratmeter und das günstigste im Vergleich bei 1.146. Santiago schwankt zwischen 1.055 und 4.087, fast das Vierfache zwischen zwei Vierteln derselben Stadt. Bei solchen Margen verkauft jeder, der eine einzige, abgeschlossene Erklärung hat, etwas.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (390 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver