Mieten in Spanien steigen seit 2008 fünfmal schneller als die Löhne junger Menschen

Zwischen 2008 und 2024 sind die Mieten um 54 % gestiegen, die Löhne der unter 29-Jährigen nur um 10,8 %. Die Selbstständigkeit junger Menschen ist auf 14,5 % gefallen, ein historischer Tiefstand.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Mieten sind seit 2008 fünfmal schneller gestiegen als die Löhne junger Menschen: 54 % gegenüber 10,8 % bis 2024. Die Folge ist, dass die Selbstständigkeitsquote der 16- bis 29-Jährigen auf 14,5 % gefallen ist, den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.

Eine Zahl erklärt ziemlich gut, warum junge Spanier weiterhin bei ihren Eltern wohnen. Zwischen 2008 und 2024 sind die Mietpreise um **54 %** gestiegen, während die Löhne der unter 29-Jährigen nur um **10,8 %** zulegten. Übersetzt heißt das: Die Mieten sind fünfmal schneller gestiegen als das Gehalt derjenigen, die sie zahlen müssen. Die Daten stammen aus dem Wohnungsmarktbericht des **Consejo General de Gestores Administrativos** (spanischer Verband der Verwaltungsbetriebe), der in den letzten Jahren veröffentlichte Statistiken zur Wohnsituation in Spanien zusammenführt.

Die Lohnreihe für junge Menschen reicht nur bis 2024, und zwar aus einem technischen Grund: Die **Encuesta de Estructura Salarial** (Lohnstrukturerhebung) des **INE** (spanisches Statistikamt) wird mit zwei Jahren Verzögerung veröffentlicht und ist der Indikator, der Vergleiche nach Altersgruppen ermöglicht. Mit den jüngsten verfügbaren Daten fällt die Diskrepanz zu den Mieten noch größer aus. Laut **Idealista** sind die Mieten bis September um **66 %** teurer geworden, während Eigentumswohnungen und Häuser seit 2008 um **23 %** zugelegt haben. Die Lohnkosten, gemessen von der Quartalserhebung der Arbeitskosten des INE, sind in diesem Zeitraum um **36 %** gestiegen, wobei dieser Indikator keine Altersgruppen unterscheidet.

## Ausziehen mit 30,2 Jahren

Das Ergebnis dieses Ungleichgewichts zeigt sich darin, wer ausziehen kann und wann. Die Selbstständigkeitsquote junger Menschen zwischen 16 und 29 Jahren ist auf **14,5 %** gefallen, den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Durchschnittsalter für den Auszug aus dem Elternhaus liegt inzwischen bei **30,2 Jahren**.

Der Bericht sagt es ohne Umschweife: Die Situation junger Menschen ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit des spanischen Wohnungsmarkts, und die Entwicklung der Selbstständigkeit spiegelt das Gleichgewicht zwischen Angebot, Preisen, Kaufkraft der Haushalte und Funktionsweise des Marktes besser wider als jede andere Zahl. Bricht dieses Gleichgewicht, dann bricht es an der schwächsten Stelle.

## 98,7 % des Gehalts für die Miete

Um eine Vorstellung von der tatsächlichen Belastung zu bekommen: Ein junger Mensch, der allein wohnen möchte, müsste laut dem Emanzipationsobservatorium des **Consejo de la Juventud de España** (spanischer Jugendrat) **98,7 %** seines Durchschnittsgehalts für die Miete aufwenden, die im Schnitt bei **1.176 Euro** monatlich liegt. Praktisch das gesamte Gehalt, ohne Spielraum für Essen, Sparen oder unvorhergesehene Ausgaben.

Die Verwaltungsbetriebe beschreiben den Mechanismus, der diese Falle speist: Wenn ein Teil der Bevölkerung nicht kaufen kann, steigt der Druck auf dem Mietmarkt; diese gestiegene Nachfrage treibt die Mieten; und bei höheren Mieten wird es schwieriger, für die Kaution einer Wohnung zu sparen. Es entsteht ein Kreislauf, der den Verbleib in der Mietwohnung verlängert und die Selbstständigkeit hinauszögert. Auch beim Kauf ist die Belastung gestiegen: Laut **Banco de España** (spanische Zentralbank) erreichte der Zugang zu Wohneigentum **2025** mit **7,7 Bruttojahresgehältern** den höchsten Stand seit 2011.

## Wohnen bremst auch den Arbeitsmarkt

Der Kaufpreis liegt bei **6,8 Jahren** durchschnittlichen Nettoeinkommens für Haushalte ohne Wohneigentum. Die Zahl steigt auf **7,1 Jahre**, wenn das Haupteinkommen unter 35 Jahre alt ist, und auf **7,6 Jahre**, wenn es im Ausland geboren wurde. Für alle Haushalte zusammen liegt der Indikator bei **4,3 Jahren**. Das heißt, die Belastung konzentriert sich auf diejenigen, die noch nichts haben.

Die Verzögerung betrifft nicht nur den Immobilienmarkt. Die Gründung neuer Haushalte und die Geburtenrate werden aufgeschoben, und die berufliche Mobilität wird durch die Wohnkosten beeinträchtigt. In Großstädten haben Unternehmen Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu gewinnen, vor allem in Stellen mit mittleren oder Einstiegsgehältern, wo das Wohnen einen enormen Teil des Einkommens auffressen kann. Auch die politische Debatte hat das Thema aufgegriffen: **UGT** und **CCOO** (die beiden größten spanischen Gewerkschaften) haben die Verteuerung des Wohnens zu einem der Hauptpunkte ihrer Mobilisierung gemacht, wobei **Pepe Álvarez** und **Unai Sordo** betonen, dass die Tariferhöhungen nicht ausgleichen, wie stark das Leben unter einem Dach teurer geworden ist.

Das alles ist keine Geschmacksfrage. Es ist häusliche Arithmetik: Wenn die Miete fünfmal schneller läuft als das Gehalt, verschiebt sich das Auszugsalter von ganz allein nach hinten. Und wer einen Mietvertrag unterschreibt oder einen Kredit aufnimmt, sollte vor Entscheidungen seinen konkreten Fall prüfen, denn die nationalen Durchschnittswerte zahlen niemandes Miete.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6 Antworten).

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