Olivenöl bei 8 Euro: Der Warenkorb sagt basta
Das Liter extra natives Olivenöl ist nicht mehr ein leiser Standardartikel, sondern das Produkt, das an der Kasse die Augenbrauen hebt. In den Regalen von Vitoria-Gasteiz liegt der Preis über 8 Euro, in mehreren Geschäften nähert er sich 9 und an manchen Stellen wurde es für 10 Euro gesehen. Vor einem Jahr, im November 2022, lag derselbe Liter in der Hauptstadt Álava noch knapp unter 6 Euro. Der Anstieg hat dazu geführt, dass ein Teil der Käufer das Öl aus ihrer Liste streicht, und dieses Phänomen ist keine Anekdote mehr: Manche haben ihre Bratfettquelle gewechselt oder gelernt, Salate ohne Öl zu würzen.
Was Olivenöl im Supermarkt kostet
Die Beobachtung in verschiedenen Supermärkten von Vitoria zeigt eine unangenehme Preisspanne. Der Durchschnittspreis für extra natives Olivenöl übersteigt acht Euro pro Liter und liegt in einigen Fällen fast bei neun. In einem Hypermarkt wurde extra natives Olivenöl für 10 Euro pro Liter angeboten, mit einem Schild am Regal, das den Kauf auf sechs Liter pro Kunde beschränkte. Diese Einschränkung selbst fasst die Stimmung gut zusammen: Einige sehen darin Rationierung, andere nur eine Maßnahme, damit niemand den Bestand komplett aufkauft.
Diese Szene wiederholt sich in jedem Geschäft. Eine 74-jährige Rentnerin aus Vitoria erklärte, sie verweigere den Kauf, bis der Preis sinke, und bezeichnete ihn als Abzocke und Betrug; Erklärungen bezüglich Dürre oder Krieg ließ sie nicht gelten. Es ist kein Einzelfall: Die Wut wandelt sich von Überraschung zu Resignation und schließlich zur Entscheidung, nicht an der Kasse zu bezahlen.
Vom Produzenten-Eimer zum Regal: Die reale Preisspanne]
Der Unterschied zwischen dem Kauf in Bulk und verpacktem Öl ist der Aspekt, über den am wenigsten gesprochen wird. Im Gegensatz zu den acht oder neun Euro pro Liter im Supermarkt gibt es Angebote von 5-Liter-Kanistern für 25 Euro, wenn man direkt beim nahegelegenen Produzenten kauft, was den Literpreis deutlich unter den Ladenpreis drückt. Am anderen Ende der Skala wurden in Lissabon 9 Euro für 0,75 Liter beobachtet, und auf einem Großmarkt wurde sogar 9,25 Euro pro Liter für extra natives Olivenöl gezahlt.
Daraus entsteht einer der häufigsten Trends: die Grenze überschreiten. Portugal taucht in mehreren Berichten als das Land auf, in dem dasselbe Produkt günstiger ist, und die Schlussfolgerung ist so einfach wie unbequem: Wenn man jenseits der Grenze weniger für dasselbe zahlt, erklärt die Ernte allein nicht den hiesigen Preis. Auch wird auf Einstiegsprodukte hingewiesen: Neben der 8,5-Euro-Verpackung gibt es ein anderes Olivenöl für 6,5, das laut Etikettierung aus Rückständen hergestellt wird.
Die Dürre, die den Preis nicht vollständig erklärt
Das offizielle Argument hat ein Datum. Im September 2023 führte die OCU (spanische Verbraucherschutzorganisation) den Preisanstieg auf eine schlechte Ernte zurück, mit Produktionsrückgängen von 50 %, und fügte einen unbequemen Detail hinzu: In den Regalen wurde Öl der vorherigen Kampagne verkauft, das auf dem Großmarkt zu einem viel günstigeren Preis eingekauft worden war. Das heißt, altes Produkt zum neuen Preis.
Die Verbraucherschutzorganisation selbst hat kritisiert, dass extra natives Olivenöl in Spanien weit über dem Preis in Nachbarländern liegt. Wer argumentiert, dass die Produktion gesunken ist, erinnert daran, dass Preise steigen, wenn das Angebot knapper wird; wer Flasche und Etikett betrachtet, entgegnet, dass die schlechte Ernte nicht bis zum letzten abgefüllten Liter durchgedrungen ist. Der Vergleich mit anderen Lebensmitteln verstärkt den Verdacht: Manche beobachten, dass Fleischschalen bis zum Verfallsdatum liegen bleiben und eher entfernt als reduziert werden, was darauf hindeutet, dass das Angebot verwaltet und nicht nur verteuert wird.
Sonnenblumenöl, Butter und Salat ohne Öl: Die Alternativen
Der Verbraucher hat nicht stillgestanden. Die Liste der Ersatzstoffe wächst: Sonnenblumenöl zum Braten, Butter und Margarine zum Streichen, Schweineschmalz zum Schmoren, Dampfgaren für fast alles und Tresteröl für diejenigen, die den Geschmack beibehalten möchten. Für Salate kursieren ölfreie Mischungen auf Basis von Sojasauce, Senf, Essig und etwas Schärfe: Wer sie probiert hat, behauptet, das klassische Dressing nicht mehr zu vermissen.
Manche sind auch im Vorteil. Ein Teil der Käufer hatte Hamsterkäufe getätigt, als der Liter zwischen 2 und 3 Euro lag, und hat nun Vorräte für Jahre. Der Rest improvisiert, vergleicht und lässt das Produkt vor allem im Regal stehen. Das am häufigsten genannte Beispiel ist das der kanarischen Bananen: Sie wurden nicht mehr gekauft, als die Preise explodierten, und kehrten in den Warenkorb zurück, als sich die Preise normalisierten.
Hilft Boykottieren, um den Preis zu senken?
Hier bricht der Konsens. Einige behaupten, der einzige Weg, Produktion und Vertrieb in die Schranken zu weisen, sei ein Umsatzrückgang, und prahlen damit, seit Beginn des Preisanstiegs keine Flasche mehr gekauft zu haben. Andere erinnern daran, dass in Spanien Konsumverzicht nie dazu geführt hat, dass Wohnraum billiger oder Löhne höher wurden, sodass der Protest möglicherweise nur eine Geste bleibt. Die verfügbaren Daten deuten auf einen Rückgang des Verbrauchs um 15 % hin, eine Zahl, die einige als Boden und andere als Decke interpretieren.
Das wahrscheinlichste Szenario kurzfristig ist kein Zusammenbruch. Wenn die nächste Erntesaison besser ausfällt, ist eine allmähliche Entlastung in den Regalen zu erwarten, obwohl niemand garantiert, dass dieser Rückgang vollständig beim Käufer ankommt oder dass die günstige Pueblerino wieder die Preise von 2022 erreicht. Bis dahin wird Sonnenblumenöl weiterhin in der Pfanne an Boden gewinnen, und extra natives Olivenöl wird – mit Erlaubnis der Salate – im Regal der Dinge bleiben, die man nur kauft, wenn es wirklich nötig ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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