Meteorologe verweist auf System mit tropischen Merkmalen im Mittelmeer

Ein Meteorologe verweist auf ein System mit tropischen Merkmalen im Mittelmeer und fordert weitere Untersuchungen. Die Debatte driftet Richtung Klima, Steuern und Vertrauen ab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Meteorologe verweist auf System mit tropischen Merkmalen im Mittelmeer
Das Mittelmeer erwärmt sich – und es ist längst nicht mehr nur ein Tiefdruckgebiet

Der Meteorologe J.J. González Alemán beschäftigt sich seit mehr als fünfzehn Jahren mit tropischen Wirbelstürmen und gibt zu, dass er nie gedacht hätte, dass er dies einmal sagen würde: „Eine gründlichere Untersuchung wird nötig sein, aber wenn ich die Radar- und Satellitenanimationen sehe, beschäftigt mich das immer mehr." Gegenstand seiner Sorge ist ein System, das zum Zeitpunkt dieser Diskussion Merkmale typischer tropischer Wirbelstürme mitten im Mittelmeer zeigte. Der Forscher deutet an, dass sich der Prozess möglicherweise verändert, bittet aber um weitere Studien, bevor er Schlüsse zieht. Die öffentliche Diskussion hat sich jedoch in eine andere Richtung verlagert: Dahin, ob das etwas Neues ist oder immer schon da war, wer die Rechnung bezahlt und ob die Botschaft Wissenschaft oder Erzählung ist.

Was ist ein Medicane und worin unterscheidet er sich von einem Hurrikan?

Der Fachbegriff lautet Medicane, ein Kofferwort aus Mediterranean Hurricane. Es handelt sich nicht um einen in das Mittelmeer verfrachteten atlantischen Hurrikan: Es ist ein System, das unter sehr bestimmten Bedingungen einen warmen Kern und eine Struktur entwickelt, die der eines tropischen Wirbelsturms ähnelt. Der entscheidende Unterschied liegt im Treibstoff und im Kalender. Ein klassischer tropischer Wirbelsturm speist sich aus sehr warmem Wasser und entsteht im Sommer und Herbst in der Karibik. Ein Medicane entsteht, wenn das Wasser des Mittelmeers zwischen 22 und 24 Grad hat und in der Höhe sehr kalte Luft einströmt. Deshalb treten sie im Oktober und November auf, nicht im August.

Manche halten es für eine Übertreibung, das, was im Mittelmeer geschieht, Hurrikan zu nennen. Das Argument: Die Entstehung ist eine andere, und das Ergebnis ebenso. Dem steht die Tatsache gegenüber, dass die Wassertemperatur steigt und dass dies das Verhalten dieser Systeme verändert. González Alemán selbst deutet an, dass sich der Prozess möglicherweise verändert. Die Diskussion ist nicht trivial: Von ihr hängt ab, ob wir über ein wiederkehrendes Phänomen oder etwas Neues sprechen.

Warmes Wasser und kalte Luft: das Rezept, das nie versagt

Die Mechanik ist leicht zu beschreiben und schwer zu modellieren. Warmes Wasser an der Oberfläche, kalte Luft in großen Höhen und ein Temperaturgefälle, das Instabilität erzeugt. Diese Kombination erzeugt die Medicanes. Was sich geändert hat, so die Daten des Forschers, ist die Wassertemperatur. Ein wärmeres Mittelmeer über mehr Monate verlängert das Zeitfenster, in dem sich diese Systeme bilden können.

Die Debatte darüber, ob dies Klimawandel oder natürliche Variabilität ist, zieht sich durch die gesamte Diskussion. Ein Teil der Beteiligten hält dagegen, dass es im Sommer immer schon heiß war und dass Wirbelstürme immer existiert haben. Andere antworten, dass sich Frequenz und Intensität ändern, nicht die Existenz des Phänomens. Die Wissenschaft fordert vorerst weitere Studien. Die Politik hat dagegen bereits Position bezogen.

Die Kosten des Bauens dort, wo man nicht bauen sollte

Eines der Argumente mit der größten Wirkung betrifft die Raumplanung. Es wird darauf hingewiesen, dass viele der von Überschwemmungen und Stürmen betroffenen Gebiete an Orten bebaut sind, die historisch unbesiedelt blieben: Trockenbäche, ausgetrocknete Flussbetten, tiefliegende Zonen am Meer. Das angeführte Beispiel ist Torrent in Valencia, dessen Name allein schon zum Nachdenken anregt. Der dahinterstehende Gedanke: Das Problem ist nicht nur meteorologischer Natur, sondern einer der Raumordnung.

Dieser Punkt erzeugt unerwarteten Konsens zwischen Lagern, die sonst nicht übereinstimmen. Wer den menschengemachten Klimawandel leugnet und wer ihn bejaht, ist sich meist darin einig, dass falsch gebaut wurde. Der Unterschied liegt in der Schlussfolgerung: Die einen fordern, die Infrastruktur anzupassen, die anderen, das Modell des städtischen Wachstums zu überdenken. Eine vollständige Berechnung möglicher Schäden, aufgeschlüsselt nach Gebieten, ist genau die Art von Material, das diese Debatte befeuert.

Von der Schrumpfung bis zu den Steuern: der politische Lärm

Das Gespräch driftet häufig ins Steuerliche. CO2-Steuern, Plastiktüten, nicht mehr verlorengehende Flaschenverschlüsse und Pfandautomaten für Verpackungen werden erwähnt. Die implizite Frage lautet, ob all dieser regulatorische Aufwand etwas bringt oder ob es nur eine Art ist, unter ökologischem Vorwand Geld einzunehmen. Es ist eine alte Debatte, aber sie flammt jedes Mal auf, wenn ein extremes Wetterereignis eintritt.

Auch das Misstrauen gegenüber Wissenschaftlern taucht auf. Es wird gefragt, ob sie unabhängig oder staatlich finanziert sind, ob sie Gelder beantragen, um weiter zu forschen, oder ob wirklich etwas dahintersteckt. Das ist der übliche Lärm. Was sich nicht ändert, sind die Daten: Das Mittelmeer erwärmt sich, und die Systeme, die sich über ihm bilden, verändern sich. Die offene Frage lautet, ob die Vorsorge schneller kommt als das nächste Ereignis.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (88 Antworten).

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