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Megaflood im Sahara-Wüste: Geologen streiten über Erosionsspuren
Satellitenbilder zeigen Wassererosionsrillen in Mauretanien. Hat eine Megaflood die Sahara verwüstet? Die Wissenschaft ist sich uneinig.
Die Sahara, verwüstet von einer Flut kontinentalen Ausmaßes
Satellitenbilder aus Mauretanien zeigen Rillen, die für viele nicht das Werk des Windes sein können. Die Hypothese einer Megaflood, die die Wüste vor etwa 12.000 Jahren durchzog, ist mit ungewohnter Kraft zurück auf der Bühne – und die Fachwelt hat diesmal nicht gleichgültig reagiert, sondern gereizt. Die Chronologie deutet auf die Jüngere Dryas, jene Phase abrupter Abkühlung, die manche ans Ende der letzten Eiszeit setzen.
Das Erosionsband erstreckt sich über etwa 400-500 Kilometer Breite und bis zu 1.500-2.000 Kilometer von der Atlantikküste ins Land. Wer einen Ursprung durch Wasser vertritt, weist darauf hin, dass die Linie zu scharf definiert und die Wellen zu massiv sind, um vom Passatwind erzeugt zu sein. Wind, so das Argument, erodiert gleichmäßig; Wasser hingegen hinterlässt, wenn es mit der Gewalt einer Flut kommt, gerichtete Spuren, die schwer zu verwechseln sind. Das Video, das die Kontroverse auslöste, behauptete sogar, der Ozean sei dort Dutzende Millionen Jahre später gewesen, als die Wissenschaft für möglich gehalten hatte.
Der Präzedenzfall des Lake Missoula
Der Pflichtverweis gilt dem Lake Missoula im Westen Nordamerikas. Dort herrscht Konsens: Der Überlauf eines Gletschersees, entstanden durch das Abschmelzen des laurentinischen Eisschildes, erzeugte Fluten von kaum vorstellbarem Ausmaß. Der Wissenschaftsvermittler Randall Carlson, Autor des ursprünglichen Videos, hat diese Megafloods zu seinem Spezialgebiet gemacht. Der Autor Graham Hancock, besser bekannt durch seine Atlantis-Theorien, hat dazu beigetragen, dass die akademische Welt das Thema mit Misstrauen betrachtet.
Das Problem: Jene Erosion wurde jahrzehntelang vor Ort und auf freigelegtem Gelände untersucht. In der Sahara gibt es bislang nur Satellitenbilder und Screenshots von Google Maps. Niemand hat die Feldarbeit geleistet, die bestätigen könnte, dass die Rillen von Wasser und nicht von windverwehtem Material stammen. Das hindert einige nicht daran, daran zu erinnern, dass die Wüste nicht immer Sand war. Die Felsmalereien im Süden Algeriens und Libyens sind voller Flusspferde, und der Untergrund bewahrt fossile Wasservorkommen in erstaunlichen Mengen. Es gab eine feuchte Phase im Holozän, zwischen 11.000 und 3.500 v. Chr., mit Flüssen, Seen und Vegetation. Von dort bis zur Behauptung, eine einzige Flut habe die Wüste verwüstet, ist es ein weiter Weg, den die etablierte Wissenschaft nicht gehen will.
Richat, das Auge Afrikas und der Hintergrundlärm
Die Kontroverse kreuzt sich zudem mit der Richat-Struktur, jener kreisförmigen Formation in Mauretanien, die aus dem All sichtbar ist. Manche bringen sie mit einem Meteoriten in Verbindung, manche erklären sie durch Aufwölbung und differenzielle Erosion, und manche nutzen sie als angebliches Überbleibsel einer untergegangenen Zivilisation. Die akademische Geologie neigt zur zweiten Erklärung: eine Wölbung, die die Erosion nach und nach zu Ringen geformt hat.
Das Problem ist, dass die ernsthafte Analyse in diesem Durcheinander von kreationistischem Lärm kontaminiert wurde. Manche wollen in den Bildern die Bestätigung der biblischen Sintflut sehen, andere antworten mit demselben Dogma in die entgegengesetzte Richtung. Das Ergebnis: Eine faszinierende Frage zur hydrologischen Geschichte der Sahara ist zwischen zwei Lagern gefangen, die nicht über dasselbe sprechen wollen. Die Belege für große Wassermassen in der Vergangenheit sind kaum zu bestreiten; was keine Schützengraben sein sollte, ist eine gute geologische Frage.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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