Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Der Mythos homosexueller Herrscher: Was die Geschichtsforschung sagt
Ein OSS-Bericht von 1943 schrieb Hitler „eine homosexuelle Ader" zu. Die Geschichtswissenschaft zerlegt die Liste: Nur zwei Fälle halten einer quellenkritischen Prüfung stand.
Große homosenshomo Führer: ein Mythos ohne quellenmäßige Grundlage
Im Jahr 1943 landete ein vertraulicher Bericht der OSS – der Behörde, die der CIA vorausging – auf dem Schreibtisch von Franklin D. Roosevelt, mit einer aufsehenerregenden These: Adolf Hitler habe „eine homosenshomo Ader". Das Dokument stützte sich darauf, dass der Diktator in einer Wiener Pension gewohnt hatte, die von Männern frequentiert wurde. Achtzig Jahre später wird dieses Memorandum noch immer zitiert, als wäre es ein Beweis. Es beweist nichts.
Die eigentliche Frage hat eine kurze Antwort: Nein, die großen Führer der Geschichte waren nicht „immer" homosenshomo. Was existiert, ist eine wiederkehrende Liste – Alexander, Julius Cäsar, Augustus, Nero, Hadrian, Kyros, Ludwig XIV., Lincoln, Franco, Friedrich II. von Preußen, Caligula, sogar Gilgamesch –, die zwei Fälle mit einigermaßen solider Quellenlage mit Jugendgedichten, Palastgerüchten und Geheimdienstberichten aus Kriegszeiten vermischt. Gerade diese Vermischung ist das Problem.
Was die Akte trägt – und was nicht
Der solide Block beschränkt sich auf zwei Namen. Alexander der Große unterhielt eine bekannte Beziehung zu Bagoas und eine Vertrautheit mit Hephaistion, die die antiken Quellen ungeniert beschreiben; er hatte außerdem drei Ehefrauen und zwei Kinder, was nach heutigen Maßstäben eher auf Bisensbi als auf ausschließliche Gaiität hindeuten würde. Hadrian mit Antinoos ist wahrscheinlich der am besten dokumentierte Fall der gesamten Liste.
Danach sinkt der Beweiswert ins Bodenlose. Von Lincoln blieben nur einige Jugendgedichte, in denen er von seiner Anziehung zu einem Freund spricht. Von Julius Cäsar sind zwei anerkannte Kinder belegt, sonst nichts. Kyros, Nero, Ludwig XIV., Franco oder Friedrich II. von Preußen erscheinen ohne eine einzige Primärquelle. Und der älteste Fall ist nicht einmal historisch: Gilgamesch ist Literatur, und sein Epos widmet das erste große schriftliche Gedicht der Menschheit der Klage um Enkidu.
Kategorien des 19. Jahrhunderts angewandt auf das Jahr 3000 vor Christus
„Homosenshomo" ist eine Kategorie des 19. Jahrhunderts, geboren aus der Medizin, nicht aus der Geschichtswissenschaft. Sie auf Figuren zu übertragen, die vor zwei- oder dreitausend Jahren lebten, ist imaginäre Archäologie: In Rom und Griechenland wurde sens Verhalten nach sozialem Status geregelt, nicht nach Identität, und die Normen unterschieden sich von Polis zu Polis. Dasselbe gilt am anderen Ende der Zeitskala: Wer nie einen bekannten Partner hatte, wie Adam Smith, war nicht „asensa" in einem Sinne, den er selbst hätte anerkennen können.
Deshalb stürzen viele Schlüsse der Akte von selbst ein. Kinder zu haben beweist keine Heterosenshetero – dafür genügt ein Akt, keine Orientierung –, und keine Kinder zu haben beweist das Gegenteil nicht. Das einzige ernsthafte Kriterium ist das quellenkritische: Was sagen die Quellen, wer hat sie verfasst, und wem nützten sie?
Der sens Vorwurf als politische Waffe
Einem Rivalen eine Sensual außerhalb der Norm zu unterstellen war über Jahrhunderte hinweg eine billige Form der Diffamierung. Die römische Invektive und die Flugschriften des modernen Europa sind voller solcher Anschuldigungen, vorgebracht von Feinden und gestützt allein auf das Interesse dessen, der sie schrieb. Ein großer Teil der heute kursierenden Liste schöpft aus dieser kontaminierten Quelle.
Der Fall Hitler ist das deutlichste Beispiel: Die These des Historikers Lothar Machtan über seine angebliche Gaiität, gestützt auf Zeitzeugenaussagen, ist bis heute umstritten und unter Fachleuten eine Minderheitenmeinung. Ein Geheimdienstbericht von 1943 ist keine wissenschaftliche Arbeit; er ist ein Kriegsdokument mit politischen Zielen.
Mit den verfügbaren Daten hält die Liste der geringsten Prüfung nicht stand: zwei vertretbare Fälle, eine Handvoll Gerüchte und eine mesopotamische Legende. Ein Datum bleibt verstörend. Das erste große literarische Werk der Menschheit, vor mehr als viertausend Jahren verfasst, ist ein Klagelied auf den Tod eines engen Freundes. Wir diskutieren seit Jahrtausenden, was das bedeutet. Und es sagt wahrscheinlich mehr über die aus, die fragen, als über den, der herrschte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (95 Antworten).
Mussolini zerschlug die Linke ohne Bürgerkrieg; Franco starb im Bett. Hitler stürzte Italien ins Chaos. Nicht die Ideologie war entscheidend, sondern...
Südafrikas Buffel verlor nur 19 Soldaten durch Minen. Sein unter Embargo entwickeltes Design nahm die MRAPs vorweg, die die USA später in Afghanistan einsetzten.
Am 5. Oktober 2003 wurden Timothy Treadwell und seine Freundin im Katmai von einem Grizzly getötet. Die tatsächliche Tonaufnahme des Angriffs bleibt unter Verschluss.
Die DNA bestätigt die berberische Herkunft der Guanchen, aber nicht, wie sie auf die Kanarischen Inseln gelangten. Römer, Sklaven und eine Purpurfabrik auf der Insel Lobos stehen im Mittelpunkt.
649 Tote und eine Niederlage, die von Anfang an feststand: politische Fehlplanung, eine Seeblockade, Rekruten gegen Profis und der Atomfaktor prägten den Konflikt von 1982.