Matilde, Micaela und Constanza: Die Frauennamen, bei denen sich niemand einig ist, ob sie schön sind
Es gibt eine Szene, die alles zusammenfasst. Jemand fragt nach den schönsten Frauennamen, und die erste Antwort ist eine Kombination aus zwei Namen: Matilde und Micaela. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten: „Das ist doch ein Witz, oder?" Und trotzdem gesteht die Person, die sie vorgeschlagen hat, einige Seiten später, dass ihr eigentlicher Lieblingsname ein anderer ist: Constanza. Drei Namen, drei Lager und keine einzige objektive Angabe, die die Diskussion beilegt. Denn darum geht es hier: um Geschmack, um Erinnerungen und um Menschen, die jeden Namen mit der Person verbinden, die sie so kannten.
Das Gespräch beginnt mit einer einfachen Prämisse und wird zu einem Katalog von Vorlieben und Abneigungen. Manche verteidigen lateinische Namen —Julia, Livia, Diana, Helvia, Adriana— als die besten wegen ihres Klangs. Andere greifen auf klassische kastilische Namen zurück und nennen Marta, Isabel, Ana, Ester, Rebeca. Und dann sind da diejenigen, die das Unklassifizierbare reklamieren: Carmilla, Urraca, Calpurnia, Gwendoline. Letztere trug laut der Erzählung einen Nachnamen, der sie verurteilte: Botella. Gwendoline Botella. Manche Namen brauchen keine Feinde.
Der Name als geerbtes Schicksal
Abgesehen vom Scherz gibt es eine Strömung, die sich auf etwas weniger Heiteres konzentriert: Den Namen wählt man nicht selbst. Man erbt ihn, wie die Familie oder das Leben. „Wir haben uns nichts davon gewünscht und müssen es durch die ganze Scheiße dieser Existenz schleppen", fasst ein Beitrag zusammen, der den feierlichen Ton fallen lässt. Den Namen kann man zwar ändern, aber bis dahin hat man ihn getragen, und er bleibt für immer ein Überbleibsel. Die Vorstellung, dass ein Name die Wahrnehmung durch andere prägt, ist nicht neu und wird hier mit konkreten Beispielen veranschaulicht: ein Bekannter namens Eustaquio, weil man bei seiner Geburt dachte, er würde nicht überleben, und man einen Scherz mit dem Namen eines Onkels machen wollte. Der Scherz wiegt Jahrzehnte später noch immer schwer.
Der extremste Fall, der erwähnt wird, ist der von Huerta de Rey, einem Dorf in Burgos, das laut Angaben im Thread den Guinness-Rekord für die seltsamsten Vornamen der Welt hält. Der Ursprung ist administrativ: Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts führte die wiederholte Verwendung weniger Namen unter nahen Verwandten zu Problemen bei der Registrierung, und der Gemeindesekretär griff zum Römischen Martyrologium, um ungewöhnliche Namen von Heiligen und Seligen auszuwählen. Das Ergebnis ist eine Volkszählung mit mehr als 500 ungewöhnlichen Namen: Evilasio, Gláfida, Filogonio, Hierónides, Sindulfo, Burgundófora, Aniceto, Marciana. Manche erzählen es als Kuriosität, andere lesen es als Warnung.
Von Mateo bis Urraca: Die Mode, die niemand versteht
Der Thread funktioniert auch als Stimmungsbarometer der Moden. Mateo, das vor Jahren klang wie ein Oberstufenlehrer aus einer anderen Zeit, ist heute einer der häufigsten Jungennamen. „Heutzutage heißen fast alle Jungen Mateo", klagt jemand, der es von Anfang an für eine schlechte Wahl hält. Mit Jimena verhält es sich ähnlich: Es ist nicht schlecht, aber es klingt mittelalterlich, und manche unterscheiden zwischen dummen modernen Namen und dem Gegenteil, das man auch erzwingen kann. Die implizite Schlussfolgerung: Die Namensmode ist genauso wenig rational wie jede andere.
Am entgegengesetzten Ende stehen die Namen, die praktisch verschwunden sind. Urraca, so wird angemerkt, gibt es in Spanien nicht mehr: Die letzte starb 2015. Die Angabe, wenn sie stimmt, hat ihre Logik: Es ist ein Name mit einer historischen Last, die sich schwer vom Charakter der Person trennen lässt. Und trotzdem reklamiert jemand ihn neben Eloísa für sich, was beweist, dass ästhetische Kriterien niemals einstimmig sind.
Namen, die wegen ihrer Träger geschätzt werden
Die klügste Beobachtung des gesamten Gesprächs kommt, als jemand feststellt, dass die Bewertung eines Namens subjektiv ist und vor allem von den Menschen abhängt, die man mit diesem Namen kannte. Marta wird zum Beispiel verteidigt, weil es der Name einer Cousine war, einer platonischen Jugendliebe. María wird mit jemandem assoziiert, der „mir das Leben gerettet hätte". Matilde mit einem skrupellosen Wesen von atemberaubender Schönheit. Der Name ist die Verpackung; die Erinnerung, der Inhalt.
Auch für Humor und familiäre Anekdoten ist Platz. Ein Vater, der seinen Sohn Aquilino nennen wollte, weil der Großvater so hieß, und die Krankenschwester warnte, dass das Neugeborene Sauerstoff benötigt hatte. Ein Schwager namens Aquilino, an den man sich mit den Jahren gewöhnt. Und ein abschließendes Geständnis, das alles durcheinanderbringt: Wer am Anfang Matilde und Micaela verteidigt hatte, gibt zu, dass sein Lieblingsname Constanza ist. Das hätte er anfangs nie gesagt. Oder doch.
Am Ende bleibt als einzige mögliche Schlussfolgerung die, die niemand zugeben will: Den schönsten Frauennamen gibt es nicht. Es gibt nur den Namen, der jeden an jemanden erinnert. Und das lässt sich nicht messen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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