Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Marokko fordert Ceuta und Melilla – Spanien bleibt passiv
Marokko will über Ceuta und Melilla verhandeln, doch Spanien bricht die diplomatischen Beziehungen nicht ab und unternimmt auch einen Monat nach den Äußerungen nichts.
Marokko fordert Ceuta und Melilla, während Spanien schweigt
Der Justizminister Marokkos sagte es in einem arabischen Fernsehsender: Seine Regierung will mit Spanien über den Status von Ceuta und Melilla verhandeln, Städte, die er als marokkanisch betrachtet. Den kursierenden Informationen zufolge wäre es das erste Mal, dass ein Mitglied der marokkanischen Regierung dieses Thema offiziell auf die Agenda setzt. Die spanische Antwort lässt sich vorerst in einem Wort zusammenfassen: nichts. Weder wurde die Botschafterin zurückbeordert, noch gab es eine Stellungnahme oder eine öffentlich gewordene Protestnote.
Ein Monat ist vergangen – ein Monat, wiederholen die Verärgersten – und Spanien hält seine diplomatischen Beziehungen zu Rabat vollständig aufrecht. Die offizielle Darstellung läuft darauf hinaus, dass hier nichts passiert sei, während ein großer Teil des Landes nach Außenministerium blickt und niemanden an der Spitze findet. In Ceuta geriet Verteidigungsministerin Margarita Robles live mit der Unruhe einer Bürgerin zusammen, die wegen der Lage der Stadt in Tränen ausbrach.
Was Marokko gesagt hat und wie Spanien reagiert hat
Der qualitative Sprung liegt nicht in der Forderung selbst, die seit Jahrzehnten besteht – man schreibt ihr ein Alter von mindestens 50 Jahren zu –, sondern darin, wer sie erhebt und wo. Dass ausgerechnet der Justizminister sie in einem arabischen Medium äußert, verwandelt eine historische Forderung in eine Botschaft an ein bestimmtes Publikum. Eine Erklärung, die den kursierenden Versionen zufolge aus Rabat weder dementiert noch relativiert wurde.
Auf spanischer Seite wiegt der Vergleich mit anderen Episoden schwer. Als der argentinische Präsident eine spanische Politikerin korrupt nannte, wurde die Botschafterin in Buenos Aires binnen Stunden zurückbeordert. Mit Marokko sei die Reaktion, so die Beobachter des Themas, deutlich weniger martialisch ausgefallen. Manche fassen es spöttisch so zusammen: Aus der Regierung sei einzig eine Musikempfehlung gekommen.
Die WM 2030 und das doppelte Maß mit Argentinien
Spanien bricht nicht nur nicht mit Rabat: Es richtet gemeinsam mit Marokko und Portugal die Fußball-WM 2030 aus. Für einen Teil der Analyse erklärt dieses Bild allein, warum ein Bruch nicht im Drehbuch steht. Portugal, das eher beiläufig in die Kandidatur hineingeriet, ist der Dritte im Bunde, und niemand hat seine Rolle so recht erklärt.
Eine andere Strömung führt die Sache auf strafrechtliches Terrain und zitiert die Ley Orgánica 10/1995 (spanisches Strafgesetzbuch), deren Artikel 582 mit 12 bis 20 Jahren Haft bestraft, wer dem Feind den Eintritt nach Spanien oder die Einnahme eines Ortes erleichtert. Der Vergleich ist grob, und das wissen alle, aber er misst die aufgestaute Wut ziemlich genau.
Warum die Beziehungen nicht abgebrochen werden: die sich kreuzenden Kalküle
Die Argumente für den offenen Kanal sind prosaisch: Handel, Grenzkontrolle und der Verdacht – von niemandem bestätigt –, dass ein Bruch nur den Migrationsdruck auf Ceuta verschärfen würde. Die Befürworter eines Bruchs, oder zumindest einer Rückbeordnung der Botschafterin, entgegnen, dass es ohne Geste keinen Preis zu zahlen gibt und dass Rabat die spanische Schwäche genau bemessen hat.
Dazwischen taucht eine unangenehmere These auf: Madrid meide die Konfrontation wegen der Informationen, über die Rabat möglicherweise zur eigenen Regierung verfüge. Es ist eine Andeutung ohne vorgelegte Belege, und wer sie äußert, stützt sie nicht mit Dokumenten. Aber sie kursiert – und erklärt, warum die Forderung nicht wie jede andere behandelt wird.
Aus dem Haus des Königs ist, zumindest öffentlich, kein einziges Wort zu dem Thema gekommen. Ein Monat. Und die WM bleibt bestehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (56 Antworten).
Ceuta, Marokko und die Gewässer der Kanarischen Inseln befeuern die Forderung nach einem Misstrauensvotum, doch Spaniens PP reicht es weiterhin nicht ein. Die Rechnung, die das erklärt.
Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens, verteidigt Vielfalt als Schlüssel für die deutsche Wirtschaft. Die Debatte polarisiert zwischen Unternehmenslogik und Widerständen.
Abascal wirft Sánchez wegen der Ceuta-Krise Verrat vor und fordert den Bruch des Vertrags mit Marokko, während die spanische Regierung auf Russland und Israel verweist.
Ein 51-jähriger Kolumbianer, im Ruhestand und in Valencia zwangsräumt: Die nicht beitragspflichtige Rente von 628 Euro in 14 Zahlungen erklärt die Kontroverse.
Ein Buch eines abtrünnigen marokkanischen Militärs wirft König Mohammed VI. ein doppeltes Liebesleben vor, während das marokkanische Strafrecht dies bestraft. Das Paradox verunsichert Spanien.