Ein Schiff der marokkanischen Königlich Marine nahm während des Ansturms vom 30. Juli in Ceuta rund dreißig Migranten aus dem Wasser auf und warf sie wieder ins Meer, sobald ein Schiff der spanischen Seenotrettung in Sicht kam, das sie dann rettete. Der Notruf an die Guardia Civil (spanische Guardia Civil) ist dokumentiert.
Manche Ereignisse versteht man besser, wenn man sich ins Wasser versetzt. In Ceuta brach der **30. Juli** an, und eine Menschenmenge versuchte, schwimmend einzureisen. Die meisten umrundeten die Mole; andere suchten tieferes Gewässer, um dem Gedränge zu entgehen, das mehrere Ertrunkene forderte. In jenem Meeresstreifen, weit vom Ufer entfernt, trafen ein Schiff der spanischen Seenotrettung und Boote der marokkanischen Königlich Marine aufeinander.
## Eine Fregatte, dreißig Menschen und ein orangefarbenes Schiff
Was man vom spanischen Schiff aus sah, waren laut Quellen aus den spanischen Sicherheitskräften marokkanische Soldaten, die Migranten über Bord warfen. «Als sie sahen, dass unser orangefarbenes Schiff in der Nähe war, begannen sie, Migranten über Bord zu werfen, damit die Seenotrettung sie aufnahm», schildern diese Quellen. Der Ablauf sei so gewesen: Die Soldaten hatten die Menschen aus dem Wasser geholt, damit sie nicht ertranken, und sie statt in ihr Heimatland zurückzubringen losgeworden, sobald sie meinten, das spanische Schiff könne sie erreichen.
Eine Quelle mit direkter Kenntnis beziffert die Zahl der Menschen, die von mindestens einem Schiff der marokkanischen Marine ins Wasser geworfen wurden, auf «rund» **dreißig**. Eine andere spricht von einer **Fregatte** und schließt nicht aus, dass weitere Schiffe beteiligt waren, was sich nicht überprüfen ließ. Im Wasser befanden sich Hunderte von Menschen. Die Gegend, so einweisige Quellen, hat sehr tiefes Wasser, sodass Schiffe mit erheblichem Tiefgang näher an die Küste heran können als sonst üblich.
Das Detail, das die Erzählung überprüfbar macht, ist ein Anruf. Während es geschah, kontaktierte das Schiff der spanischen Seenotrettung das **COS**, das Operative Dienstleistungszentrum der Guardia Civil in Algeciras, die Einheit, die Notfälle verwaltet und Patrouillen koordiniert. Dieser Anruf sei «perfekt dokumentiert», heißt es aus eingeweihten Quellen. Die Seenotrettung bestätigt die Rettung und ordnet sie in ihre Pflicht ein, menschliches Leben auf See zu schützen.
## Warum das orangefarbene Schiff das Ziel verändert
Der Schlüssel liegt darin, was nach der Rettung geschieht. Ein spanisches Schiff, das einen Migranten aufnimmt, muss ihn an spanische Küste bringen; es darf ihn nicht nach Marokko zurückbringen. Dieser Unterschied beim Ziel erklärt, warum viele Migranten lieber von einem Schiff unter spanischer Flagge gerettet werden wollten – so sehr, dass manche freiwillig ins Wasser sprangen. Und es erklärt auch die Kalkulation derjenigen, die sie an Bord hatten: Sie an die Seenotrettung zu übergeben hieß, dass sie in Ceuta landen würden.
Die befragten Quellen sind sich über die Absicht uneinig. Manche halten es für möglich, dass die marokkanischen Soldaten kooperierten, um die Migranten näher an die ceutische Küste zu bringen. Andere, mit direkterer Kenntnis, behaupten, sie hätten sie aufgenommt, damit sie nicht ertranken, und sie losgeworden, sobald sie die spanische Rettung kommen sahen. Worüber niemand diskutiert, ist die physische Tatsache: Menschen, die an Bord eines Militärschiffs waren und wieder ins Wasser gelangten.
Die marokkanischen Schiffe waren, wie **El País** berichtete, anlässlich des **Thronfestes** in spanische Gewässer eingedrungen, als Sicherheitsvorkehrung angesichts der Anwesenheit von König **Mohamed VI** nahe der Küste. Die Regierung bezeichnete den Vorfall als «einmalig». Quellen aus den Sicherheitskräften, die Artículo14 befragte, sagten, es habe sie nicht überrascht: Das sei auch schon früher vorgekommen, wenn der marokkanische König in der Gegend war, auch wenn es nie publik wurde.
## Die Schwere eines Kriegsschiffs in fremden Gewässern
Für Kenner der Lage ist nicht nur die Geste entscheidend, sondern wer sie ausführt. Das Eindringen eines Militärschiffs in die Gewässer eines anderen Staates sei, betonen sie, eine Angelegenheit von enormer Tragweite. «Kein Kriegsschiff käme auf die Idee, in die Gewässer eines anderen Landes einzudringen», fasst eine der befragten Personen zusammen. Das ist keine vereinzelte Meinung: Es ist der Rahmen, in dem der Vorfall gelesen wird.
Dieser Rahmen kann juristische Konsequenzen haben. Die Richterin am Audiencia Nacional (Spaniens oberstem Strafgerichtshof), **María Tardón**, führt eine laufende Untersuchung zum Migrantenansturm in Ceuta. Die gesammelten Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass sie diese Vorfälle innerhalb der noch laufenden Ermittlungen überprüfen könnte. Bislang ist nicht öffentlich bekannt, dass diese Schritte Teil des Verfahrens sind.
Der Kontext jenes Tages hilft, das Ausmaß einzuordnen: Rund tausend Menschen versuchten, zu Beginn der Episode mit dem stärksten Migrationsdruck auf die autonome Stadt Ceuta auf dem Seeweg zu gelangen. Bei einer solchen Menschenmenge im Wasser hört die Koordination zwischen Schiffen verschiedener Länder auf, ein technisches Detail zu sein, und wird zum Unterschied zwischen einer Rettung und einem Ertrinken.
## Die Mauer, die jemand erklimmen wollte
Zur Szene auf See kam eine weitere, die ceutische Quellen aufmerksam machte. Eine Gruppe frisch angekommener Migranten steuerte direkt auf eine Militäranlage zu und versuchte, über die Umfassungsmauer hineinzugelangen. Manche Anwohner sahen darin nur die Suche nach Zuflucht. Andere Quellen halten es für möglich, dass es darum ging, den Alarmzustand und die Reaktion der spanischen Sicherheitskräfte zu prüfen, da es sich um eine perfekt identifizierbare Anlage handelte.
Diese zweite Lesart sollte man als das nehmen, was sie ist: eine Hypothese befragter Quellen, kein gesichertes Faktum. Dasselbe gilt für die genaue Zahl der ins Wasser Geworfenen und die Anzahl der beteiligten Schiffe. Bestätigt sind die Rettung, die Nationalität der Ausführenden und die Existenz eines dokumentierten Anrufs. Alles andere sind Zeugenaussagen, die die Untersuchung – falls sie kommt – ordnen muss.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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