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Mallorcas Gastronomiebranche warnt vor neuer Krise
Gastronomen auf Mallorca melden eine Krise: Lokale werden trotz Rekordtourismus und steigender Kosten verkauft.
Mallorcas Gastronomiebranche warnt vor neuer Krise
Auf dem Paseo Mallorca konkurrieren Schilder mit der Aufschrift „Zu verkaufen“ zunehmend mit den Speisekarten. Der Sommer ist noch nicht vorbei, doch die Restaurants in der Gegend bereiten sich bereits auf eine Nebensaison vor, die laut Branchenvertretern zahlreiche Betriebe treffen wird. Der Verband bringt es auf den Punkt: „Dies ist eine neue Krise. Die von 2007 war die Immobilienkrise, diese wird die Gastro-Krise sein.“ Dieses Zitat, Miquel Carrió zugeschrieben, dem Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbands am Paseo Mallorca, fasst die Stimmung einer Branche zusammen, die feststellt, dass Rekordzahlen an Passagieren im Flughafen Son Sant Joan und der ständige Zustrom von Kreuzfahrtpassagieren nicht in Einnahmen umschlagen.
Die unter Unternehmern am weitesten verbreitete Diagnose lautet, dass der ankommende Tourist nicht mehr in die Bars geht. Wie Carrió berichtet, gehen Gäste in Vier-Sterne-Hotels für 300 Euro pro Nacht zum Supermarkt im Zentrum, kaufen Fertiggerichte und nehmen sie mit aufs Zimmer. Derselbe Unternehmer beschreibt, wie diese Kunden im Lokal Besteck verlangen, um das außerhalb Gekaufte zu essen. Dieses Bild zeige einen Tourismus, der zwar für die Unterkunft zahlt, aber bei der Gastronomie spart.
Der Tourist, der nicht in die Bar geht
Die Erklärung aus der Branche ist reine Haushaltsrechnung. Eine Familie, die 1.000 Euro für Flugtickets und 200 Euro pro Nacht für das Hotel gezahlt hat, hat laut Carriós Berechnung kaum Spielraum für ein gehobenes Restaurantessen. Wenn eine Rechnung für vier Personen auf 200 Euro steigt, greifen viele lieber zur Lunchbox für den Strand. Das Ergebnis sei, so die Branche, ein Sommer mit vollen Straßen und leeren Kassen.
Die Beschäftigungsdaten bestätigen dieses Gefühl. Im ersten Halbjahr sanken die Verträge im Gastgewerbe auf den Balearen um 4,4 %. Der Vergleich mit dem Vorjahr ist unbequem: Aus der Branche heißt es, es habe seit vor der Pandemie keinen so schlechten Sommer gegeben. Die zweite Julihälfte half, etwas Boden gutzumachen, doch die Restaurants liegen weiterhin unter den Vorjahreswerten.
Steigende Kosten und schwindende Margen
Das andere Problem sind die Kosten. Die Inflation bei Rohstoffen – Eier, Öl, der gesamte Warenkorb – hat laut Branche die Gewinnmargen vieler Lokale aufgefressen. Hinzu kommen, so die Darstellung der Branche, die Lohnerhöhungen für Angestellte im Gastgewerbe, die auf 180 Euro monatlich beziffert werden, sowie die Steuerlast für Selbstständige. Diese Kombination lässt kleine Betriebe, oft geführt von Ehepaaren mit einem Mitarbeiter, kaum Luft zum Atmen.
Für den Winter wird mit harten Zeiten gerechnet. Wer Rücklagen hat, wird durchhalten; wer keine hat, muss schließen. Und das liegt nicht an fehlenden Touristen: Der Flughafen meldet weiter Rekorde, und Kreuzfahrtschiffe bringen Tausende Passagiere in die Hauptstadt. Der Widerspruch zwischen Makro-Daten und täglicher Kasse ist der Kern des Problems.
Wer zahlt die Zeche des Tourismusmodells?
Im Hintergrund schwelt eine unbequeme Debatte: Wer profitiert vom Modell? Manche argumentieren, das Problem sei nicht der Mangel an Besuchern, sondern die Verteilung ihrer Ausgaben. Villa- und Bootsvermieter geben ihr Geld nicht in lokalen Bars aus; die Gäste der Vier-Sterne-Hotels rechnen jeden Cent. Dazwischen findet sich die Gastronomie wieder, die jahrelang mit dünnen Margen und prekären Arbeitsplätzen funktionierte und nun feststellt, dass sich die Gewohnheiten der Kunden geändert haben.
Andere verweisen auf Arbeitsbetrug und unlauteren Wettbewerb innerhalb der Branche selbst. Es wird argumentiert, dass ein Teil der Betriebe gegen Regeln verstoßen hat, ohne Steuern zu zahlen oder unter Tarifbedingungen beschäftigt hat, und dass die jetzige Anpassung sie ohne Puffer trifft. In dieser Lesart wäre die Krise nicht nur die des konsumierenden Touristen, sondern eines Geschäftsmodells, das auf versteckten Kosten basierte.
Das Ende des Sommers liefert keine Schlussfolgerung, sondern eine Tatsache: Palma ist voll, und Bars stehen zum Verkauf. Niemand weiß, wie viele bis zur nächsten Saison durchhalten werden. Diejenigen, die bleiben, werden mit dem Taschenrechner arbeiten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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