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Malas Lenguas im spanischen TVE: Machtkampf um Deutungshoheit und La Séptima
Dem Programm werden drei Stunden politische Talkrunde täglich im spanischen TVE vorgeworfen, sechs Stimmen gegen eine, dazu ein künftiger Sender, La Séptima, der noch gar nicht existiert.
TVE, Malas Lenguas und das Geschäft mit der Deutungshoheit
Drei Stunden politische Talkrunde täglich bei Televisión Española. So wird die Sendung Malas Lenguas beschrieben, das Format, das die Debatte darüber neu entfacht hat, wie Sendezeit – und Tonfall – im spanischen Öffentlich-Rechtlichen verteilt werden. Kritikern zufolge dient ein Großteil dieser Stunden dazu, auf das sogenannte Penthouse von Ayuso einzuschlagen, während andere Themen und andere Namen nirgends auftauchen. Der Vorwurf richtet sich nicht gegen den Stil, sondern gegen die Ausgewogenheit. Und wenn Ausgewogenheit über den Haushalt finanziert wird, ist sie keine Geschmacksfrage mehr.
Was Malas Lenguas vorgeworfen wird
Das Format ist das gewohnte: Tisch, Moderator und Talkgäste. Die Kritik besagt, dass der Fokus immer wieder auf der Präsidentin der Comunidad de Madrid liegt, dass Themen anderer Parteien mit Schweigen abgehandelt werden und dass das Ergebnis von außen betrachtet nicht informiert, sondern indoktriniert. Zu den bemängelten Auslassungen gehören ein ehemaliger Ministerpräsident und Angehörige des amtierenden, über die öffentliche Vorwürfe ohne rechtskräftige Verurteilung schweben. Davon wird im Programm nicht gesprochen. Gesprochen wird – und zwar viel – über Ayuso.
Die Besetzung des Tisches: sechs Stimmen gegen eine
Es gibt ein Muster, das sich wiederholt und zum Symbol der Beschwerde geworden ist: sechs Talkgäste eines Lagers und einer des anderen, fast immer eine Frau, fast immer in der Rolle derjenigen, die es aushält. Diese Rolle hat im Jargon einen Namen: la piñata (der Prügelknabe). Dass das Format auf diese Besetzung setzt, ist kein ästhetisches Detail. Es bestimmt, welche Fragen gestellt werden, welche nicht und wer mit unversehrtem Argument das Studio verlässt.
La Séptima: der Sender, der noch nicht existiert
Auf dem Tisch liegt außerdem ein Zukunftsprojekt: ein neuer Sender, La Séptima, dem ein Teil der Belegschaft und der Kollaborateure zugeschrieben wird, wenn sich der politische Zyklus ändert. Manche datieren den Schritt auf 2027. Die kursierende These – ohne offizielle Bestätigung – lautet, dass er als Zuflucht für diejenigen dienen wird, die in den Privatsendern nicht unterkommen. Falls das geschieht, gingen die Kosten dieser Struktur weiter zu Lasten desselben Geldbeutels.
Die kursierenden Kauf- und Weiterverkaufszahlen
In diesem Kontext werden Geschäfte mit dicken Zahlen genannt: die Frauenliga für 700 Millionen kaufen und später für 1.400 weiterverkaufen; die Billard-Weltmeisterschaft für 20 Millionen erwerben und bei La 2 für 100 unterbringen; Folgen von Shin Chan für 40 Millionen holen und bei Clan für 200 einstellen. Es sind Zahlen, die als Beispiel für den öffentlichen Kreis genannt werden, keine belegten Geschäfte. Trotzdem erklärt die Größenordnung, warum die Sache nicht mehr eine Fernsehfrage ist, sondern eine Haushaltsfrage.
Mit diesen Zutaten bleibt die Diagnose immer am selben Punkt hängen. Die einen fordern die Abschaltung des Senders oder zumindest die Auslagerung von Nachrichten und politischen Talkrunden. Andere halten dagegen, dass das Problem nicht die Anstalt sei, sondern wer sie besetzt und nach welchen Kriterien. Und dazwischen eine unbequeme Gewissheit: Das Geld kommt nicht zurück.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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