Málaga: 40.000 Ferienwohnungen vs. 4.000 Mietwohnungen

In Málaga stehen 40.000 touristische Unterkünfte nur 4.000 regulären Mietwohnungen gegenüber, bei höchsten Quadratmeterpreisen und einem Durchschnittsgehalt von 19.400 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Málaga: 40.000 Ferienwohnungen vs. 4.000 Mietwohnungen
Málaga: 40.000 Ferienwohnungen gegenüber 4.000 Mietwohnungen

Tausende Menschen gingen in Málaga gegen Massentourismus und Gentrifizierung auf die Straße, wobei die Unerschwinglichkeit des Wohnraums als Auslöser diente. Zwei Wochen zuvor verteidigte der Bürgermeister die Tourismusabgabe mit dem Argument, sie solle Hotelangestellten helfen, Mieten zu bezahlen, die sie sich heute nicht leisten können. Die Slogans lauteten „Málaga ist nicht zum Verkauf“ und „Málaga ist kein Disneyland“. Und die Rechnung, die niemand bestreitet: 40.000 touristische Wohnungen in der Provinz gegenüber 4.000 auf Idealista inserierten Mietwohnungen.

Es betrifft nicht nur die Hauptstadt. Das Problem erstreckt sich auf einen großen Teil der Küstengemeinden, wo es niemanden mehr wundert, wenn eine Wohnung von monatlicher Vermietung auf nächtliche Vermietung umstellt. Der Protest kam Jahre zu spät und stellte eine unbequeme Frage: Wenn Immobilien keinen Lebensunterhalt sichern, wovon leben die Menschen hier?

Wie viele Ferien- und Mietwohnungen gibt es in Málaga?

Das Verhältnis beträgt zehn zu eins, und dieses Ungleichgewicht hat unmittelbare Folgen: Langzeitmieter konkurrieren mit Nachfrage, die bereit ist, für eine Nacht so viel zu zahlen wie für einen Monat. Airbnb und Co. haben etwas industrialisiert, das bereits existierte. Manche argumentieren, dass irreguläre touristische Vermietungen an der Küste seit Jahrzehnten ohne Deklaration oder Vertrag laufen und sich lediglich der Kanal geändert habe, nicht die Gewohnheit.

Diese Nuance ist wichtig, da sie die bequemere Erzählung widerlegt. Wenn das Phänomen nicht mit den Plattformen entstand, liegt die Schuld nicht allein an einer App. Neu ist jedoch das Ausmaß: Ein einzelner Verwalter kann zwanzig Wohnungen unter einer Anzeige bündeln, sodass Nachbarn keine echten Nachbarn mehr sind.

Warum reicht ein Gehalt von 19.400 Euro nicht für die teuersten Quadratmeterpreise?

Málaga liegt bei den Quadratmeterpreisen national an der Spitze, während das Durchschnittsgehalt am Ende rangiert: 19.400 Euro brutto pro Jahr. Hier liegt der Widerspruch, der den Protest trägt. Die Mieten sind nicht stark gestiegen; sie stiegen im Verhältnis zu Löhnen, die stagnierten.

Die Gentrifizierung tut ihr Übriges. Es lohnt sich zu präzisieren, wer darunter leidet, denn das Stereotyp des prekären Mieters greift zu kurz: Auch Eigentümer können nicht in ihre alten Viertel zurückkehren, und europäische Rentner kaufen große Häuser in Gebieten, die früher Nebensaison waren. Das Ergebnis ist gleich: Die Stadt füllt sich mit Durchreisenden und entleert sich von Bewohnern.

Der Unternehmerkreis Málaga kritisiert ebenfalls den Mietmarkt

Das Argument ist nicht mehr rein nachbarschaftlich. Selbst der Círculo de Empresarios de Málaga (Unternehmerverband) räumt ein, dass die Mietsituation Probleme bereitet: Mitarbeiter fordern Lohnanpassungen, weil die Wohnkosten jede Gehaltserhöhung auffressen.

Der Bürgermeister fasste es vor zwei Wochen zusammen: „Die Tourismusabgabe ist gut, sie hilft Hotelangestellten, die jetzigen unerschwinglichen Mieten zu zahlen.“ Er fügte hinzu, dass viele Tourismusbetreiber Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung haben, da Bewerber keine bezahlbaren Wohnungen finden. Ein Kreislauf, nannte er ihn, positiv. Die Straße antwortete, dass daran wenig Positives sei.

Wovon lebt Málaga, wenn nicht vom Tourismus?

Hier wird es heikel. Abgesehen von Tourismus und Landwirtschaft bietet die Provinz wenig, und der Parque Tecnológico de Andalucía (PTA) beherbergt Unternehmen, die meist nicht überdurchschnittlich gut zahlen. Ingenieure mussten oft nach Madrid ziehen, andere schulten auf völlig fremde Berufe um. Der lokale Arbeitsmarkt absorbiert die Verbleibenden nicht.

Während Málaga gegen Ferienwohnungen protestierte, gab es in Galizien Demonstrationen gegen mögliche Fabrikbauten. Wenn wir weder Tourismus noch Fabriken noch Bergbau wollen, wovon leben wir dann? Diese unbequeme Frage bleibt unbeantwortet in der Luft hängen.

Airbnb, Hausbesetzungen und Bodenpolitik: Drei konkurrierende Ursachen

Die Diagnosen widersprechen sich. Eine Strömung sieht den Ursprung im Bodenrecht: Weniger Bauvorschriften würden das Angebot erhöhen und Preise senken; Kommunen hätten einen perverse Anreiz, Knappheit zu erhalten, da sie davon über Steuern und Lizenzen profitieren. Eine andere fokussiert auf Rechtssicherheit für Vermieter und illegale Besetzungen: Bei Zahlungsrisiko bevorzugen Vermieter die touristische Option. Eine dritte weist direkt auf Verwalter hin, die Dutzende Wohnungen akkumulieren.

Im Kern steht eine ethische, nicht ökonomische Kritik: Das geerbte Apartment profitabel vermieten, während man von anderen Verhaltensweisen verlangt, die man selbst nicht zeigt. Die feine Unterscheidung – wie viele Monate pro Jahr eine Wohnung touristisch vermietet werden darf, bevor sie als Geschäft gilt – führte zu einem Zahlenaustausch, den man vollständig lesen sollte.

Mit diesen Elementen lässt sich die Debatte nicht abschließen. Niemand bestreitet, dass Wohnraum unerschwinglich geworden ist; was fehlt, ist ein Ausweg, der Privateigentum, Tourismus oder die Beschäftigung, die die Provinz noch trägt, nicht opfert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (221 Antworten).

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