Von Zoin zu Mute: Zwei Rebrandings und ein angeblicher Betrug vor dem Kursanstieg
Drei Namen, derselbe Token und eine Community, die fast unmögliche Widrigkeiten überstanden hat. Aus Zoin wurde NIX und aus NIX Mute. Was als billige Kopie einer anderen Privatsphäre-Währung begann, endete als der einzige verfügbare dezentrale Börsenplatz (DEX) auf zkSync Era mit einem historischen Höchststand von über 2 US-Dollar. Die Sarracena ist nicht, dass sich Geduld immer auszahlt. Es ist, dass sie es manchmal tut – und das ist gefährlicher.
Die Metamorphose: Von Zoin zu NIX und von NIX zu Mute
Die Spur beginnt 2017 mit einem Token, der als günstigere Alternative zu einer anderen Privatsphäre-Kryptowährung vermarktet wurde. Das Projekt mutierte zu NIX, inklusive Ghostnodes, Airdrop und dem Versprechen einer dezentralen Börse, die jede Transaktion anonymisierte. Jahre später tauchte dasselbe Projekt unter dem Namen Mute wieder auf, bereits im Rennen um die Layer-2-Lösungen für Ethereum.
Dies ist keine saubere Erfolgsgeschichte. Es ist eine dieser Laufbahnen, bei denen der Chart einen dreifachen Salto mortale macht und wer beim ersten Absturz nicht verkaufte, hat eine Anekdote für jedes Dinner. Die Namen ändern sich; die Halter bleiben größtenteils dieselben.
Der Airdrop als Weg, der SEC auszuweichen
Die Entscheidung, Tokens per Airdrop statt via ICO zu verteilen, hatte vier Säulen, die detailliert verteidigt wurden: Rechtssicherheit – Vermeidung des Status als Security, den die SEC genau prüft –, Verteilung – Start mit vielen kleinen Haltern statt Walen, die gegen dich spielen –, Unabhängigkeit und Kosten, da Marketing- und Anwaltsausgaben eingespart wurden.
Der Zeitplan für die Verteilung basierte auf einem Snapshot vom 6. Juni 2018. Wer an diesem Tag Zoin in seiner Wallet hatte, bekam Tokens. Der Rest musste auf Börsen warten. Die Logistik war ein Chaos aus Screenshots und Formularen mit Dankesnachrichten, die niemand ganz glaubte, bis die Tokens in der Wallet erschienen.
Ghostnodes, Staking und das Geschäft mit der Privatsphäre
Einen Knoten einzurichten war nichts für Anfänger. Es erforderte Kampf mit Servern, Öffnen von Ports, Ändern von Passwörtern und Absichern von Zugängen. Die Renditen wurden auf den Cent überwacht und der Vergleich zwischen Staking und dem Betrieb eines Ghostnode war ständig präsent. Eine gängige Berechnung besagte: Staking bot einen theoretischen ROI von 5%, dreimal weniger als ein Node nach Abzug der VPN-Kosten.
Die Mechanik hatte ihr Kleingedrucktes: Für Rewards mussten 500 Bestätigungen abgewartet werden, bevor die Coins wieder zählten. Die Ghostvault diente, so die Community, dazu, Geld zu privatisieren. „Geld privatisieren – ist das nicht genug?“, schloss einer ab.
Die angebliche Fork, die alles hätte entgleisen lassen können
Im September 2018 gab es eine dubiose Episode: Eine angebliche Fork des Projekts, die laut Berichten nicht die erwartete kritische Masse erreichte und schließlich aufgegeben wurde. Ein Betrüger hinter dem Namen eines vermeintlichen Verantwortlichen wurde erwähnt, sowie ein zweiter Beteiligter, der angeblich eine Firma in Frankreich unter dessen Namen eröffnete. Mit der gebotenen Vorsicht – dies sind Anschuldigungen, die nie als Fakten bestätigt wurden – diente die Episode zwei Zwecken: Messung der Loyalität der Halter und Reduzierung der Emission.
Das tägliche Angebot an NIX sank von 46.000 auf 8.650 Tokens, eine Anpassung, die das Wachstum der Nodes begrenzte und das Gleichgewicht zwischen Knappheit und Belohnungen straffte. Für viele war dies das Zeichen, dass das Team versuchte, den Preis zu stützen, ohne das Angebot aufzublähen.
Der Schwenk zu zkSync: Als Mute allein auf der Strecke blieb
Der fesselnde Teil kam danach. Das Projekt, nun als Mute bekannt, integrierte sich mit Syscoin und seiner NEVM-Schicht, was Mittel und Sichtbarkeit brachte. Eine Partnerschaft mit Numio wurde unterzeichnet und man prahlte mit einer Anzeige am Times Square. Und dann der Coup: Mit der Ankunft von zkSync Era war die Mute-Börse die einzige verfügbare auf dem Netzwerk, während der Rest des Marktes auf Uniswap wartete.
In dieser Phase erreichte der Token seinen historischen Höchststand über 2 US-Dollar. „Hoch hinaus, Lambo oder Brücke“, fasste der Optimismus zusammen. Niemand wagte, das Nächste zu berechnen.
Die fehlende Liquidität und der kommende Rivale
Der Optimismus hat ein Gegengewicht, das in der Debatte selbst steht. Einige behaupten, das Projekt werde erst wirklich abheben, wenn die Layer-2 die Testnet-Phase verlässt und institutionelles Geld fließt. Gegenargument ist die unbequeme Frage: Wenn Mute der Standard-DEX ist, welchen Mehrwert bietet er, wenn Uniswap auf zkSync landet?
Die wiederholte Verteidigung ist nicht der Preis, sondern die Architektur: private Orders, Resistenz gegen Front-Running und Kosten weit unter denen von Uniswap. Der Graben, sagen sie, ist nicht Geschwindigkeit, sondern Privatsphäre. Auf diese Hypothese wird gesetzt – oder eben nicht.
Was noch nicht passt
Die Bilanz dieser Jahre zeigt ein Projekt, das zwei Rebrandings, einen langen Kurssturz und einen internen Betrugsfall überlebt hat und trotzdem eine zweite Chance fand. Das passiert selten und meist nicht wegen der Community, sondern weil ein Dritter zur richtigen Zeit die richtige Tür öffnet.
Mit Uniswap im Anflug auf zkSync und der Layer-2 noch nicht voll funktionsfähig, schließt sich das Fenster für Mute als einzigen DEX wöchentlich. Die vernünftige Prognose, mit Vorbehalt: Wenn das Produkt funktioniert, wenn die Konkurrenz kommt, hat der Token Boden. Wenn er nur glänzte, weil er einzigartig war, wird ihn kein weiteres Rebranding retten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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