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Madrid: Nachbar blockiert Gemeinschaftskessel-Sanierung wegen Abgasführung
Ein Wohnungseigentümer in Madrid verlangte ein genehmigtes Projekt, bevor die Erneuerung des Gemeinschaftskessels erlaubt wird. Die Abgasführung nutzte am Ende den alten Schornstein.
Die Abgasführung eines Gemeinschaftsgaskessels lässt sich nicht mit einem Rohr in Bodennähe neben dem Fenster eines Nachbarn im ersten Stock lösen. Das ist zumindest die Position eines Wohnungseigentümers in Madrid, der sich bei der Kesselsanierung seines Gebäudes querstellt: Ohne ein vom Rathaus genehmigtes Projekt kommt niemand in seine Wohnung. Die Eigentümergemeinschaft möchte den alten Atmosphärenkessel durch einen neuen ersetzen, vermutlich ein Brennwertgerät, und die Abgasableitung in den gemeinsamen Innenhof verlegen. Das Problem: Dieser Hof grenzt an sein Fenster.
Die in dem Fall zitierten Vorschriften — die ITC-07 der spanischen Gasverordnung (RD 919/2006) und das spanische Bautechnikgesetzbuch CTE — legen als Grundregel fest, dass die Verbrennungsprodukte über das Dach abgeführt werden müssen. Nur ausnahmsweise ist bei raumluftunabhängigen oder gebläseunterstützten Geräten mit einer Nennwärmeleistung von höchstens 70 kW eine direkte Ableitung an Fassade oder Lüftungshof zulässig. Bei sanierten Bestandsgebäuden erfolgt die Ableitung über den vorhandenen Schornstein, sofern dieser für das neue Gerät geeignet ist. Entscheidend sind also die Kesselleistung und ob das Gebäude bereits einen Schornstein hat.
Wie leistungsfähig ist der Gemeinschaftskessel?
Ein Gemeinschaftskessel für 30 Wohnungen kommt kaum unter 70 kW. Haushaltsgeräte für Heizung und Warmwasser liegen meist bei rund 24 kW, sodass ein zentraler Kessel für einen sechsstöckigen Block mit dreißig Wohnungen deutlich über dieser Schwelle liegt. Dieser Wert trennt die Billiglösung — ein Rohr auf Fensterniveau — von der gesetzlichen Pflicht, die Abgase bis zum Dach zu führen. Liegt die Leistung über 70 kW, erfordert die Anlage ein bei der Industriebehörde eingereichtes Projekt, und die Abgase müssen vertikal geführt werden.
Hier kommen die Berechnungen ins Spiel, die in dem Fall angestellt werden. Der betroffene Eigentümer hat bereits angekündigt, die Nennleistung der Anlage anzufordern: Liegt sie über 70 kW, verlangt er ein vollständiges Projekt; liegt sie unter 5 kW, genügt ein technischer Bericht. Und in beiden Fällen müssen die Installateure nachweisen, dass sie eingetragen und für diese Art von Arbeit zugelassen sind. Die Bürokratie ist keine Laune: Sie macht aus einer Pfuscharbeit eine zertifizierte Anlage.
Das echte Risiko der Abgase
Die Toxizität der Gase hängt vom Brennstoff ab. Bei Erdgas erzeugt die Verbrennung von Methan Kohlendioxid und Wasser, das Risiko beschränkt sich auf eine hypothetische Kohlenmonoxidfreisetzung. Bei Heizöl sieht es anders aus: Der Schwefel im Brennstoff bildet Schwefeloxide, die mit dem Verbrennungswasser Schwefelsäure erzeugen. Diese Säure frisst schließlich das Rohr an — und zwar unten, wo die Gase am heißesten sind. Also genau dort, wo der Nachbar im Erdgeschoss vorbeikommt.
In diesem Fall handelt es sich offenbar um einen Brennwertkessel, was die Abgastemperatur senkt und aufgrund des Dichteunterschieds den Zug verringert. Das erfordert dichte und gut gedämmte Abgasrohre. Die Norm UNE-EN 13384-2 regelt die Schornsteinbemessung; für eine Gemeinschaftsanlage mit 30 Wohnungen wird mindestens Edelstahl 304 empfohlen, mit Dichtungsring und Dämmung gegen Kondensation. Der Durchmesser wird zudem beträchtlich sein.
Die Lösung: alter Schornstein und Ausgleichsgitter
Am Ende hat sich die Gemeinschaft entschieden, den alten Schornstein für die Abgasableitung zu nutzen. Was man im Hof des Nachbarn im ersten Stock installieren wollte, war gar nicht die Abgasführung, sondern ein Luftansaug-Gitter zum Ausgleich des Überdrucks im dichten Kesselraum. Auf der anderen Seite des Hofs gibt es einen erzwungenen Lufteinlass: Werden 100 Einheiten Luft eingebracht und der Kessel benötigt 80, müssen die restlichen 20 irgendwo hinaus. Dieser irgendwo war das Gitter neben dem Fenster.
Das Projekt ist bei der Industriebehörde eingereicht und wird nach Fertigstellung zertifiziert. Ohne diese Zertifizierung gibt es keinen Zuschuss für den Kessel. Der betroffene Eigentümer ist beruhigt, aber die Lektion bleibt: Bei einer solchen Sanierung kann ein Nachbar, der sich querstellt und Papiere verlangt, aus einer Pfuscharbeit eine legale Anlage machen. Die Frage, die bleibt: Wie viele Gebäude machen gerade das Gegenteil — installieren ohne Projekt, ohne Zertifikat und ohne dass jemand hinschaut?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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