Madrid-Abkommen mit Shakira sorgt für Kritik

Die Comunidad de Madrid hat einen Vertrag mit Shakira für eine Tournee 2025 geschlossen. Die Opposition kritisiert die steuerliche Behandlung der Künstlerin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Comunidad de Madrid hat sich mit Shakira geeinigt, um ihre nächste internationale Tournee in der Region zu beenden. Die Opposition wirft der Präsidentin vor, die Steuerlast unfair zu verteilen.

**Isabel Díaz Ayuso**, Präsidentin der Comunidad de Madrid, steht erneut im Zentrum einer Kontroverse. Diesmal geht es um ein Abkommen mit der Sängerin **Shakira**, das einen Stopp ihrer nächsten Welttournee in Madrid vorsieht. Für viele ist dies ein Schlag ins Gesicht, da die kolumbianische Künstlerin jahrelang ihren steuerlichen Wohnsitz in Andorra hatte und in Spanien wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung untersucht wurde. Die Opposition spricht von einer Ungleichbehandlung und einem doppelten Maßstab.

## Das Abkommen mit Shakira und der Schatten von Andorra

Shakira führt seit Jahren einen Rechtsstreit mit der spanischen Finanzbehörde (**Agencia Tributaria**). Zwischen 2012 und 2014 hatte sie ihren steuerlichen Wohnsitz in **Andorra** gemeldet, was die Justiz als mögliche Scheinwohnsitznahme zur Steuervermeidung prüfte. Im Jahr 2023 lud ein Gericht in Barcelona die Sängerin aufgrund eines mutmaßlichen Betrugs von **14,5 Millionen Euro** zwischen 2012 und 2014 vor. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, und die Künstlerin weist die Vorwürfe stets zurück.

Die Madrider Regierung verteidigt das Konzert als Quelle für Einnahmen und Arbeitsplätze. Quellen aus dem Kulturministerium schätzen den wirtschaftlichen Nutzen für die Region auf **20 Millionen Euro**. Die Opposition erinnert jedoch daran, dass Shakira in Spanien keine Steuern auf ihre Urheberrechte zahlt und ihr Vermögen weiterhin über Gesellschaften in Steueroasen gehalten wird.

## Kritik an der steuerlichen Behandlung der Künstlerin

**Mónica García**, Sprecherin von Más Madrid im Regionalparlament, nannte das Abkommen eine „Beleidigung der Bürger von Madrid“. Laut García darf die Comunidad de Madrid niemandem, der wegen Steuerhinterziehung verdächtigt wird, den roten Teppich ausrollen, während gleichzeitig die Steuern für normale Bürger erhöht werden. Die PSOE in Madrid forderte Erklärungen im Parlament und verlangt die Veröffentlichung des Vertrags.

Ayuso reagierte darauf, dass Madrid eine „offene Region“ sei und das Konzert nichts mit der steuerlichen Situation der Künstlerin zu tun habe. „Wir fragen niemanden nach seinem Wohnort, bevor wir ihn auftreten lassen“, sagte sie. Die Präsidentin betonte zudem, dass ihre Steuerpolitik Investitionen anziehe und allen Bürgern zugutekomme.

## Das Lied, das das Verhältnis zu Madrid abkühlte

Es ist nicht das erste Mal, dass Shakira und Madrid durch Aussagen in Konflikt geraten sind. Im Jahr 2010 veröffentlichte die Sängerin den Song **„Ay, te dejo Madrid“**, den viele als Affront gegen die Hauptstadt interpretierten. Der Text lautete: „Ay, ich verlasse Madrid, warte nicht mehr auf mich.“ Die Künstlerin hat nie geklärt, ob sich das Lied auf die Stadt oder eine persönliche Beziehung bezog.

Fakt ist jedoch, dass Shakira 2011 nach **Barcelona** zog, um mit dem damaligen FC-Barcelona-Fußballer **Gerard Piqué** zusammenzuleben. Nach der Trennung des Paars im Jahr 2022 zog die Sängerin mit ihren Kindern nach **Miami**. Ihre Rückkehr nach Madrid für ein Konzert hat die Debatte über ihre Beziehung zu Spanien und zum Fiskus neu entfacht.

## Ein Muster in der Madrider Politik

Der Fall Shakira ist kein Einzelfall. Die Comunidad de Madrid wurde mehrfach dafür kritisiert, wohlhabende Personen mit steuerlichen Vorteilen anzulocken. Die Region hat den niedrigsten Grenzsteuersatz bei der Einkommensteuer (IRPF) in Spanien mit **45,5 %** gegenüber **54 %** in Katalonien. Dies führte dazu, dass seit 2019 mehr als **10.000** Gutverdiener ihren Wohnsitz nach Madrid verlegt haben, wie Daten des Nationalen Statistikinstituts zeigen.

Die Opposition argumentiert, dass dieses Modell den Reichen nutze und öffentliche Dienstleistungen schwäche. Ayusos Regierung verteidigt es als Instrument zur Anziehung von Investitionen und Arbeitsplätzen. Die Debatte ist eröffnet. Und Shakira ist unfreiwillig zum neuesten Kapitel dieses Streits geworden.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

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