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Macron setzt Lecornu nach Scheitern der Koalitionsverhandlungen wieder ein
Macron ernennt Sébastien Lecornu erneut zum Premierminister Frankreichs, nachdem Verhandlungen mit Sozialisten und Konservativen scheiterten. Ein Misstrauensantrag steht bevor.
Macron setzt Lecornu nach Scheitern der Koalitionsverhandlungen wieder ein
In Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron Sébastien Lecornu erneut zum Premierminister ernannt, nachdem dieser Stunden nach der Regierungsbildung zurückgetreten war und sich geweigert hatte, die Rolle im zweiten Anlauf anzunehmen. Dieses Ergebnis folgt auf eine Woche gescheiterter Verhandlungen mit der Parti Socialiste und den Republikanern (Les Républicains), um eine regierungsfähige Mehrheit für den Haushalt zu sichern. Das Land hat nun einen Premierminister, der das Amt Berichten zufolge widerwillig innehat. Die Nationalversammlung hat bereits am Montag einen Misstrauensantrag vorbereitet.
Der Ausgangspunkt ist ein Parlament ohne Mehrheit. Macron hatte in dieser Legislaturperiode zwei Premierminister fallen sehen, unfähig, unpopuläre Anpassungen in einer zersplitterten Kammer durchzusetzen. Er ernannte dann Lecornu, der Stunden nach der Regierungsbildung zurücktrat, als er feststellte, dass alle Oppositionsparteien ihn stürzen wollten. Der Präsident versuchte, ihn erneut zu ernennen; Lecornu lehnte ab, und der Élysée-Palast führte Runden von Gesprächen mit Sozialisten und Konservativen, die ohne Einigung endeten. Die endgültige Lösung bestand darin, denselben Mann wieder an dieselbe Stelle zu setzen.
Warum akzeptiert Lecornu ein Amt, das er zuvor abgelehnt hat?
Diese Frage schwebt über der gesamten Operation. Manche behaupten, Lecornu diene als Sündenbock: Jemand muss Kürzungen durchführen und den Verschleiß der halben Legislaturperiode tragen. Die Ernennung selbst wird als Entscheidung gegen den Willen des Betroffenen dargestellt, eine ungewöhnliche Formel, die den Premierminister faktisch zu einer Sicherung mit Verfallsdatum macht. Laut veröffentlichten Berichten hat der Élysée-Palast ihm freie Hand beim Regieren gegeben, während der Präsident weiterhin entscheidet, wann der Knopf gedrückt wird.
Die politische Kalkulation ist nicht unerheblich. Die französische Verfassung begrenzt nicht, wie oft ein Präsident einen Premierminister ernennen kann, sodass Macron dieses Manöver bis zu den Wahlen 2027 wiederholen könnte. Das Problem ist, dass jede Wiederholung die Figur des Präsidenten weiter abnutzt und das Gefühl nährt, dass das System nur aus Trägheit funktioniert. Die Alternative – Auflösung der Nationalversammlung und Neuwahlen – ist ebenfalls beunruhigend: Die Trends deuten auf Gewinne für Marine Le Pen hin, was dem Präsidenten eine noch feindlichere Kammer bescheren würde.
Misstrauensantrag und Pensionspakt mit den Sozialisten
Die Linke hat bereits einen Misstrauensantrag gegen die Regierung Lecornu eingereicht. Der Schlüssel liegt im Verhalten der Parti Socialiste. Nach kursierenden Berichten haben die Sozialisten zugestimmt, den Misstrauensantrag nicht zu unterstützen, wenn das Rentenalter auf 62 Jahre zurückgesetzt wird. Dieser Tauschhandel kollidiert mit der Arithmetik: Frankreich hat ein Defizit von 5 %, und die Rücknahme der Pensionsreform erhöht den Druck auf die ohnehin schon unausgeglichenen Haushalte.
Das Quadratur des Kreises-Problem bleibt bestehen. Versprechen, den Wohlfahrtsstaat einschließlich Gesundheit und Bildung aufrechtzuerhalten, koexistieren mit Forderungen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, falls Russland eskaliert. Bei diesem Cocktail muss jemand zahlen. Das sich abzeichnende Szenario sieht Kürzungen vor, die indirekt verteilt werden: weniger Leistungen, höherer indirekter Steuerdruck und das Rentenalter als Verhandlungsmasse.
Der Haushalt ist der eigentliche Lackmustest. Ohne einen verabschiedeten Haushalt mit Kürzungen verliert die französische Staatsverschuldung ihren letzten Halt, und keine Druckerpresse kann sie retten. Daher geht es im Machtkampf zwischen dem Élysée-Palast und der Nationalversammlung nicht um Namen oder Sitze: Es geht darum, wer die Sparmaßnahmen unterschreibt und zu welchem politischen Preis. Vorerst ist Lecornu derjenige, der die Unterschrift leistet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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