Lucía Etxebarria gewinnt Prozess gegen spanische Politiker

Lucía Etxebarria hat einen Rechtsstreit gegen Irene Montero und Pablo Iglesias gewonnen. Ihre Abkehr vom Mainstream-Feminismus kostete sie Aufträge, Freundschaften und ihren öffentlichen Ruf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lucía Etxebarria gegen das System: Ein Gerichtsurteil, das ihr kulturelles Ansehen nicht zurückgibt

Sie hat den Prozess gegen Irene Montero und Pablo Iglesias gewonnen. Der juristische Erfolg hat ihr jedoch nicht den kulturellen Thron zurückgegeben, den sie zwei Jahrzehnte lang innehatte. Lucía Etxebarria, die Bestsellerautorin, die einst den militanten Feminismus verkörperte, ist heute die große Geächtete des spanischen Pogre. Und nach dem zu urteilen, was sie erzählt, scheint es ihr egal zu sein.

Das Urteil kommt mitten in einer Metamorphose, die sich seit Jahren vollzieht. Die Schriftstellerin, die Anfang der 2000er Jahre Literaturpreise sammelte und Werke wie „Beatriz y los cuerpos celestes“ verfasste, ist zur schärfsten Kritikerin der identitätspolitischen Drift der Linken geworden. Ihre Verurteilung des Trans-Gesetzes als „Wahnsinn“ war der Punkt ohne Wiederkehr.

Vom gefeierten Feminismus zum ideologischen Scheiterhaufen

Vor drei Jahrzehnten repräsentierte Etxebarria den Feminismus des Übergangs zur Moderne: eine eigene Stimme, eine sens selbstbewusste Haltung und eine für die alte Macht unbequeme Einstellung. Auf diesem Weg stieß sie jedoch mit der neuen Macht zusammen. Bereits 2005 wurde sie von einigen Analysen als Paradigma des medialen Linksaußen-Extremismus bezeichnet. Aber ihre frontale Opposition gegen das Trans-Gesetz machte sie zur Feindin Nummer eins des hegemonialen Feminismus.

Der Preis der Dissidenz: Arbeits- und soziale Belästigung

Ihre Verteidiger beschreiben eine systematische Kampagne: Sie wurde aus den Medien verdrängt, im Verlagswesen wurden ihr Türen verschlossen, und irgendwann wurde sie sogar auf der Straße angesprochen. Sie selbst spricht von Jahren der Belästigung. Der gerichtliche Sieg gegen Montero und Iglesias ist für ihr Umfeld eine teilweise Wiedergutmachung. Aber er hat die Lage nicht geändert: Sie hat immer noch nicht das Sprachrohr, das sie einmal hatte.

Konvertitin oder Verräterin: Das Apostaten-Syndrom

Nicht alle gewähren ihr den Zweifel. Manche sehen in ihrer Wendung einen interessengeleiteten Schritt: den einer Intelligenz, die einen Goldgräbermarkt in der Dissidenz erkannt hat. Immerhin rentiert sich der Bekehrte oft mehr als der basisdemokratische Dissident. Der Vergleich mit anderen „Konvertiten“ wie Miguel Bosé oder der Sängerin Sinead O’Connor wiederholt sich in kritischen Kreisen: Wer die Seite wechselt, erhält dreimal so viel Hass wie ein erklärter Feind. Aber man verlangt auch eine zusätzliche Portion Selbstkritik von ihnen, die Etxebarria laut ihren Kritikern nicht liefert.

Eine Gegenwart fernab vom Ring

Im Interview mit El Mundo, veröffentlicht am 27. Juni 2025, wirkt die Schriftstellerin nicht mehr interessiert an der Schützengrabenmentalität. Sie ist Psychologin, studiert Neurowissenschaften und hat gerade „La escritura que cura“ veröffentlicht. Wenn man sie nach Politik fragt, sagt sie: „Wenn Irene Montero fällt, werde ich ein Kätzchen streicheln.“ Dieses Bild verdichtet ihre gesamte Laufbahn: von der Aktivistin zur verspielten Beobachterin des Falls ihrer Peiniger.

Der Krieg gegen das System ist nicht beendet. Das Gerichtsurteil gibt ihr rechtlich Recht, aber das Tribunal der einzigen Erzählung bleibt in Berufung. Trotzdem hat sich etwas geändert: Es ist nicht mehr wichtig, wer sie liest, sondern wie sie die Geschichte erzählt. Und zum ersten Mal seit langer Zeit erzählt sie die Geschichte allein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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