Amazons El Cid: Umstrittene Besetzung und Aus nach zwei Staffeln

Amazon produzierte zwei Staffeln von El Cid mit Jaime Lorente, doch die Serie wurde eingestellt. Die Besetzung und der historische Ansatz lösten bereits bei der Ankündigung Zweifel aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Amazons El Cid: Umstrittene Besetzung und Aus nach zwei Staffeln
Amazons El Cid: Kontroverse um das Casting und kein Fortsetzung

Amazon kündigte eine Serie über El Cid an, angeführt von Jaime Lorente, und präsentierte sie als Reise durch die Königreiche, Kulturen und Religionen, die auf der Iberischen Halbinsel koexistierten. Das Ende war weniger episch: zwei Staffeln und keine Verlängerung. Keine offizielle Erklärung, kein abgeschlossenes Finale. Das Projekt startete mit der Planung eines Starts in 200 Ländern, ein Rollout, der sowohl Erwartungen als auch Misstrauen schürte. Die Wahl des Protagonisten war der erste Konflikt: nicht wegen seiner Karriere, sondern wegen seiner Statur und dessen, was ein Teil des Publikums von einer seit Jahrhunderten mythisierten Figur erwartete.

Was ist über Besetzung und Produktion bekannt?

Das Casting besetzte Jaime Lorente als Rodrigo Díaz de Vivar. Der Vorschlag wollte sich nicht strikt an das Gedicht halten; die Präsentation selbst bestand darauf, den Kontext der Königreiche und Kulturen zu zeigen, die Territorium teilten. Genau diese Interpretation – El Cid als Figur des Zusammenlebens – zündete den Zünder. Ein Großteil der Diskussion las dies als Umschreibungsoperation mit zeitgemäßem Label, während andere kritisierten, dass man urteilte, bevor man einen einzigen Frame gesehen hatte.

Warum blieb es bei zwei Staffeln?

Die Serie strahlte zwei Blöcke aus und stoppte dann. Es gab keine offizielle Erklärung, und der Schnitt kam kurz vor den bekanntesten Episoden der Figur: dem Mord an Sancho, dem Eid von Santa Gadea und dem Exil. Jahre später tauchte die Angelegenheit wieder auf, mit einer Hypothese für die Nichtverlängerung: dass das Produkt nicht vollständig zu den Empfindlichkeiten passte, die den aktuellen Katalog prägen. Es ist eine Hypothese, keine Datenangabe des Produzenten. Ohne Bestätigung von irgendeiner Seite bleibt die Zweifelhaftigkeit offen.

Der historische El Cid diente keiner einzigen Sache

Wer mehr als nur das Gedicht gelesen hat, stößt auf eine Figur, die unbequem für einfache Erzählungen ist. Adliger zum Söldner gewandelt ist die Synthese, die von den am besten dokumentierten Quellen verwendet wird: Er diente verschiedenen Herren und wechselte die Seiten je nachdem, wer ihn bezahlte. Manche erinnern daran, dass Orte wie Tortosa oder Sagunt ihn sowohl innerhalb als auch außerhalb der Belagerung kämpfen sahen, abhängig davon, wer zahlte. Weder Held einer einzigen Flagge noch Bösewicht: ein Berufssoldat. Diese Komplexität, so wird betont, fehlt oft in einfacheren Versionen der Figur.

27-Kilo-Rüstung gegen das Bild eines dünnen Helden

Die Debatte über die Statur des Protagonisten hat einen interessanten Gegenpunkt. Nach Berechnungen, die in der Diskussion kursieren, trug ein mittelalterlicher Krieger mindestens 27 Kilo leichte Rüstung; schwere Sets erreichten 50 Kilo. Übersetzt bedeutet das: Die typische Physis eines Überlebenden ähnelte eher einem Rugbyspieler als einem Statisten. Der Einwand ging nicht nur um die Erscheinung, sondern um die Kohärenz mit dem dargestellten Beruf. Hier spielt das verfügbare Material gegen die leichte Kritik: Ein Schauspieler kann überzeugend sein, ohne die Statur eines echten Kriegers zu haben, und das Kino beweist dies seit einem Jahrhundert.

Das Präzedenzfall, der El Cid bereits im TV adaptierte

Dies ist nicht das erste Mal, dass das spanische Fernsehen sich der Figur nähert. El Ministerio del Tiempo widmete eine Episode der Zeit der Kreuzzüge und wurde damals derselben Angewohnheit beschuldigt wie jetzt: die Halbinsel als Paradies des Zusammenlebens gegenüber fanatisierten Christen darzustellen. Die Vorwürfe wiederholen sich Staffel für Staffel. Man sollte sich daran erinnern, dass die Diskussion über die Hautfarbe von El Cid viel älter ist als die Plattform, die ihn jetzt ausstrahlt: Es ist ein tiefgreifender kultureller Kampf, kein neuer Katalog-Trend.



Mit zwei verfügbaren Staffeln und einem offenen Ende scheint eine dritte Fortsetzung unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich ist nicht unmöglich: Plattformen beleben Projekte so leicht wieder, wie sie sie ablegen, und der Charakter bietet reichlich Material für zwei weitere Blöcke. Wenn jemand erneut finanziert, wird die Frage nicht sein, wie sehr es das Gedicht respektiert. Sie wird lauten: Wer profitiert davon, dass El Cid einer Sache oder der Gegenseite dient?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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