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Low cost als Spiegel der ökonomischen Verelendung in Spanien
Der Aufstieg von Primark, Eigenmarken und Discountern zeigt einen Prozess kultureller und materieller Verarmung, der Millionen Haushalte in Spanien betrifft.
Low cost als Spiegel der ökonomischen Verelendung in Spanien
Primark setzte 2008 in Spanien 68 Millionen Euro mit 11 Filialen um. Fünf Jahre später, mit 35 Standorten, waren die Umsätze auf 972 Millionen explodiert. Ryanair wiederum stieg von 25 Millionen Passagieren auf Inlandsstrecken im Fünfjahreszeitraum 2002-2007 auf 28,45 Millionen allein 2011 und verdrängte Iberia von der Spitze. Das sind zwei Teile desselben Puzzles: Die spanische Wirtschaft hat sich dem Low-Cost-Konsum ergeben, und hinter diesem Phänomen steckt mehr als nur billige Preise.
Eigenmarken erobern den Einkaufskorb
Die Inflation von 2022 beschleunigte einen bereits laufenden Prozess. Laut der Beratungsfirma IRI stieg der Marktanteil der Eigenmarken bei Lebensmitteln auf 43,5% – sechs Punkte in nur fünf Wochen. Mercadona, Lidl und Aldi gewannen 2021 Marktanteile, während traditionelle Läden schrumpften. Der Discounter wird zum dominierenden Konsummuster, nicht aus Wahl, sondern aus objektiver Notwendigkeit.
Kellnerlöhne für eine Kellnerwirtschaft
Die Analyse, die den Machthabern am wenigsten gefällt, zeigt auf die Produktionsstruktur. Ein Land, das auf Tourismus, Gastronomie und Dienstleistungen mit geringer Wertschöpfung spezialisiert ist, erzeugt Jobs mit niedrigen Einkommen und prekären Verträgen. Wer 1.200 Euro verdient, kann sich keine hochwertige Kleidung und keine abwechslungsreiche Ernährung leisten. Die Folge ist auf den Straßen sichtbar: uniforme Ästhetik, Verfall des öffentlichen Raums, Verlust kultureller Bezugspunkte. „Verelendung“ ist kein ideologisches Konzept: Sie ist das Standbild einer sinkenden Mittelschicht.
Die Debatte über die Ursachen: Ungleichheit oder kultureller Wandel?
Während manche die strukturelle Ungleichheit – niedrige Löhne, unerschwinglicher Wohnraum, Inflation – als Motor des Prozesses ausmachen, richten andere den Blick auf Migrationsphänomene und Wertewandel. Über das Ergebnis herrscht kein Streit: das Nebeneinander von extremer Armut, die vier Millionen Menschen betrifft (Zahl von Cáritas und EAPN, aktualisiert 2022), und massenhaftem Konsum von Wegwerfprodukten minderer Qualität. Die Frage, die in der Luft liegt: Ist die Low-Cost-Wirtschaft ein Rettungsring oder ein Ballast, der die Prekarität zementiert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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