Lord Miles startet Formular für Invasion Haitis: 9.000 Anmeldungen

Lord Miles veröffentlicht ein Formular, um Freiwillige für eine Invasion Haitis anzuwerben, und prahlt mit 9.000 Anmeldungen: Wer das Gewehr führt, zahlt nichts

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lord Miles startet Formular für Invasion Haitis: 9.000 Anmeldungen
Lord Miles rekrutiert für die Invasion Haitis und zählt bereits 9.000 Freiwillige

Wer das Gewehr führt, um kein Geld gebeten. Wer nur das Geld geben will, schon. Das ist die Idee hinter dem Formular, das Lord Miles, eine Internetfigur, die sich als Initiator der Operation präsentiert, veröffentlicht hat, um Freiwillige für die Invasion Haitis anzuwerben und das laut der verbreitenden Nachricht bereits 9.000 Anmeldungen verzeichnet. Die Ankündigung selbst rühmt sich, "jede geschützte Gruppe" diskriminieren zu wollen, und endet mit einem "Happy war". Übersetzt: Wenn das Antidiskriminierungsgesetz im Weg steht, wird es übergangen.

Im Hintergrund eine Operation, die wie ein Geschäft erzählt wird, nicht wie ein Krieg. Und ein Detail, das stutzig macht: Bislang ist kein einziger Schuss dokumentiert.

Wer zahlt und wer schießt bei der Invasion Haitis?

Die in den Begleitnachrichten zum Formular beschriebene Struktur hat zwei Ebenen. Oben die Finanziers. Unten die Kämpfer. Der Organisator soll es so gerechtfertigt haben: Der Freiwillige zahlt nichts, solange er bereit ist, ein Gewehr zu führen. Es ist die alte Logik des Kanonenfutters mit einem Anstrich aus Risikokapital.

Der Auswahlprozess, so wird er erzählt, umfasst ein einzelnes Videogespräch mit jedem Bewerber vor der Aufnahme. Wir sprechen nicht von anonymen Bataillonen: Jedes Profil wird einzeln geprüft. Die versprochene Entlohnung ist derselben Version zufolge die Aufteilung der Beute: die Verteilung des Landes unter den Freiwilligen, falls die Operation gelingt. Kein Urlaub, keine freien Tage und ein Berufsrisiko, das in keinen Tarifvertrag gehören würde.

Und was passiert mit den persönlichen Daten, die unterwegs hinterlassen werden? Das ist die Frage, die jedes Mal aufkommt, wenn jemand behauptet, gleich das Formular auszufüllen. Seine Identität preiszugeben – zumal bei diesem Gebaren – ist kein Kleinkind.

Was es in Haiti angeblich zu holen gibt

Das kursierende Wirtschaftsargument ist das alte: Ressourcen. Die Rede ist von Gold- und Kupfervorkommen, großen Zucker- und Reisplantagen und Kilometern Strand. Die ausgearbeitetste Version spricht von kürzlich entdeckten "richtig guten" Seltenen Erden und vergleicht die Region mit dem Süden der Dominikanischen Republik, dargestellt als Testgelände für künftige Interventionen.

Nichts davon ist geprüft. Es sind Behauptungen, die in denselben Nachrichten kursieren, die Landverteilungen versprechen – und genau dort beginnt die Story zu knirschen: Je lauter die Beute beschworen wird, desto weniger wird erklärt, wer sie garantieren soll.

Auch der durchgestochene Operationsplan hilft nicht. Lord Miles soll mit einer kleinen Insel verhandelt haben, die sich vom Rest Haitis für unabhängig erklärt hat, um sie als Basis zu nutzen. Eine Basis, um das Nachbarland zu überfallen. Verständlich, dass es für manche wie ein Rollenspiel klingt.

Haiti wartet unterdessen auf niemanden

Man sollte sich vergegenwärtigen, in welchem Zustand das Gelände ist. Die UNO zog sich aus Haiti zurück, obwohl die Regierung des Landes "fast auf Knien" um Hilfe bat. Kenia versuchte, mit Rückendeckung aus Washington und der UNO Polizisten zu entsenden, doch interne Probleme stoppten den Einsatz. Danach brach die Regierung zusammen, die Banden teilten das Territorium unter sich auf, und eine neue Regierung hielt sich nur mit dem Einverständnis dieser Banden, die kurz darauf begannen, sich gegenseitig zu bekämpfen.

Das Ergebnis ist ein zerrissenes Land: Die jetzige Regierung bekämpft einige Banden, indem sie sich auf andere stützt. Teile der Hauptstadt und des Südens liegen außerhalb ihrer Kontrolle. Dazu ist das Land seit Monaten Schauplatz von Drohnenangriffen, hinter denen Berichten zufolge ein bekannter US-Sicherheitsauftragnehmer steht, der für die haitianische Regierung arbeitet. All das ist das, was behauptet wird, nicht was ein offizieller Bericht bestätigt.

Scherz, Betrug oder ernst gemeint?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Eine Fraktion tut es als Internetscherz ohne Zukunft ab. Eine andere vermutet das Gegenteil: dass das eigentliche Ziel die Daten der Angemeldeten sind, der Lehrbuch-Betrug, bei dem niemand Geld zahlt, aber alle ihren Namen hinterlassen. Die dritte Lesart, die unbequemste, hält das Projekt für ernst, weil bereits zu viele rote Linien überschritten seien, um zurückzutreten.

Das Detail, das das klassische Betrugsargument entkräftet, ist genau dieses: Vom Freiwilligen, der kämpfen soll, wird kein Bargeld verlangt. Wenn kein Geld im Spiel ist, müsste der Betrug eine andere Form haben. Manche erinnern daran, dass es für solche Operationen keine Armee braucht, sondern Geld, um einen lokalen Kriegsfürsten zu kaufen und andere schießen zu lassen.

Das Völkerrecht ist unterdessen wohl nicht das größte Problem. Die kursierende These: Dem Initiator ist es egal – gewinnt er, kehrt er nie wieder ins Vereinigte Königreich zurück; verliert er, wird er kaum in der Lage sein, vor Gericht zu stehen.

Neuntausend Anmeldungen, ein offenes Formular und seit Wochen keine Nachricht. Wie viele dieser 9.000 würden ein Videogespräch annehmen, wenn es ernst würde?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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