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Lobo Estepario: Sozialleistungen und Villen hinter der Systemkritik
Lobo Estepario predigt das Leben in einem Wohnmobil, doch Berichten zufolge bewohnt er zwei Villen und bezieht das spanische Mindesteinkommen. Der Widerspruch zwischen Rede und Wirklichkeit.
Lobo Estepario: Sozialleistungen und Villen hinter der Systemkritik
Er predigt das Leben in einem Wohnmobil und den Aufstand gegen das System. Doch den kursierenden Berichten zufolge bewohnt er zwei Villen in Peralta, Asturien, und bezieht das ingreso mínimo vital, das spanische Mindesteinkommen. Der Kontrast zwischen seiner Erzählung und seiner Realität steht im Zentrum einer Kontroverse, die niemanden kaltlässt.
Das Produkt, das sich selbst subventioniert
Kein spontanes Phänomen. Er wird als feierlich dekoriertes Produkt des ideologischen «café para todos» beschrieben: ein Schauspieler, der seit dem Festival von San Sebastián über ein einsatzbereites industrielles Netzwerk verfügte, um seine Melancholie vom Weltenbrand zu exportieren. Teure Kleidung, Dreitagebart… die Bestie ist das Marketing. Manche behaupten, sein Diskurs, spezialisiert auf Zerstörung, zielt immer genau auf die schwarze Brust des Ghettos. Kurz: ein Begünstigter, der sich seine eigene Fahne subventioniert hat.
Unbezahlte Bußgelder und Hausbesetzungen
Die Vorwürfe gehen über den Lebensstil hinaus. Ihm wird vorgeworfen, hunderte Male dafür bestraft worden zu sein, dass er in Naturschutzgebieten und neben Wohnhäusern campierte. Bußgelder, die er laut den Vorwürfen weder zahlt, noch die gegen ihn vollstreckt werden. In einem anderen Land hätte dieser Typ den ganzen Tag fischen müssen, um zu essen, oder man hätte ihn wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen. Hier dagegen darf er Häuser besetzen und Sozialhilfe beantragen. Die Folgerung: Spanien ist das Paradies der Leistungsjäger, und das Gesetz ist ein Spielzeug.
Der Staat als Mercadona
Die Debatte wird philosophisch. Manche verteidigen die Position, dass Geborenwerden eine Zumutung ist und der Staat einen daher versorgen und das Leben so wenig unerträglich wie möglich machen müsse. Dagegen wird eingewandt, das sei, als verlange man vom Supermarkt Mercadona, dass er einem umsonst die Einkäufe schenkt: Der Staat ist nicht verpflichtet, einem zu geben, wonach einem der Sinn steht, nur weil man existiert. Der Vergleich ist grob, veranschaulicht aber zwei gegensätzliche Auffassungen vom Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung.
Narkose oder Kritik?
Und mittendrin die eigentliche Frage: Ist Lobo Estepario ein Systemkritiker oder nur ein weiteres Produkt? Manche behaupten, er verkaufe sich, und zwar sehr gut, weil sein Publikum Betäubung sucht. Man vergleicht ihn mit jeder anderen Massenunterhaltung: ein Betäubungsmittel für Kranke an ihrem Gewissen. Seine Anhänger halten sich für anders, doch zwischen ihm und dem Rest der Unterhaltungsindustrie besteht kein Unterschied. Er gibt den Leuten einfach genau das, was sie verlangen.
In einem anderen Land hätte dieser Typ arbeiten müssen, um zu essen, oder wäre festgenommen worden. In Spanien hält er weiter Reden und kassiert Subventionen. Das System, das er kritisiert, ermöglicht ihm zu leben – genau von dem, was er angeblich ablehnt. Und währenddessen wächst sein Publikum weiter. Die verstörende Zahl: Trotz aller Vorwürfe hat es niemand geschafft, dass er auch nur ein einziges Bußgeld zahlt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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