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Zeitumstellung: Beide festen Zeiten haben ihren Preis
Mit ganzjähriger Winterzeit ginge in Girona die Sonne im Juni erst um 5:13 auf; mit ganzjähriger Sommerzeit müsste man in A Coruña im Dezember bis 10:00 warten, laut einer…
Die Zeitumstellung ist nicht perfekt, aber feste Zeiten sind noch schlimmer
Jeden Oktober kehrt dasselbe Lied zurück: Zweimal im Jahr die Uhren zu stellen, sei ein Unding. Und jeden Oktober lohnt es sich, die Übung zu machen, die fast niemand macht: zu schauen, was passieren würde, wenn wir uns für immer auf eine feste Zeit festlegen. Nach einer Rechnung, die in der Debatte kursiert, würde in Girona bei ganzjähriger Winterzeit die bürgerliche Dämmerung im Juni gegen 4:38 beginnen und die Sonne ungefähr um 5:13 aufgehen. In A Coruña würde bei ganzjähriger Sommerzeit mitten im Dezember die Sonne erst gegen 10:00 aufgehen. Keines der beiden Szenarien ist gratis.
Was in Girona und A Coruña bei jeder festen Zeit passiert
Das erste Szenario klingt sehr natürlich und sehr ökologisch, bis man auf die Uhr schaut: Sonnenaufgang um 5:13 im Juni bedeutet, Solarenergie zu erzeugen, wenn niemand sie braucht, und vor dem Abendessen im Dunkeln zu sitzen. Das zweite ist noch auffälliger: In A Coruña würde die Sonne im Dezember um 10:00 erscheinen, was bedeutet, im Dunkeln zur Arbeit zu fahren, die Kinder im Dunkeln zur Schule zu bringen und bis zum Vormittag auf den Sonnenaufgang zu warten.
Der Kern des Problems ist nicht die Zeitumstellung, sondern die Zeitzone. Spanien verwendet seit 1940 die Berliner Zeit, obwohl es fast vollständig auf dem Längengrad von London liegt. Deshalb tut jede feste Option an einem Ende oder am anderen weh. Manche halten die Lösung in zwei verschiedenen Zeitzonen für die Halbinsel, obwohl das politisch wohl dazu führen würde, dass Spanien auseinanderbricht.
Die gesundheitlichen Kosten der Zeitumstellung: Herzinfarkte und Schlaf
Die Anpassung ist nicht so trivial, wie manche behaupten. Eine Metaanalyse von Manfredini und anderen aus dem Jahr 2019 mit sieben Studien und mehr als 115.000 Personen ergab, dass in den zwei Wochen nach der Frühjahrsumstellung die Herzinfarkte um etwa 5 % stiegen. Nach der Herbstumstellung gab es keinen Unterschied. Das ist wenig, aber nicht null, und es wird nicht behoben, indem man sagt, wer es bemerke, sei ein Asozialer.
Dazu kommt die Wirkung auf den Schlaf. Manche stehen an jedem Arbeitstag um 4:00 oder 4:30 auf und sagen, der Montag nach der Umstellung zerstöre ihnen die Woche. Die übliche Antwort — ein Film, ein Spiel, ein Abendessen — ignoriert, dass die meisten Menschen ohnehin genug Schlafdefizit ansammeln, ohne dass eine zusätzliche Stunde auf einen Schlag dazukommt.
Der Vorschlag einer schrittweisen Umstellung in zwei Stufen
Gegen das Alles-oder-Nichts gibt es den Vorschlag, die Anpassung zu mildern: eine halbe Stunde am dritten Sonntag im Oktober, eine weitere halbe Stunde am dritten Sonntag im November, und im Frühjahr genauso, mit einer halben Stunde am zweiten Sonntag im März und einer weiteren am zweiten Sonntag im April. Vier Stufen von dreißig Minuten statt zwei Sprüngen von sechzig.
Das praktische Problem: Die Umstellung erfolgt in der Nacht von Samstag auf Sonntag, nicht während der Arbeitszeit, und das ärgert Frühaufsteher. Wäre sie wirklich so harmlos, würde man sie während der Bürozeit machen und die Unternehmen zur Anpassung verpflichten. Das schlägt niemand ernsthaft vor.
Was wirklich stört: geteilte Arbeitszeit und Arbeitszeiten
Es besteht ein ziemlich breiter Konsens, dass das Problem nicht die Uhr ist, sondern die Organisation der Arbeit. Die geteilte Arbeitszeit (die lange Mittagspause mit Arbeit am Nachmittag) wo möglich abzuschaffen, Arbeitszeiten von 7:00 bis 16:00 mit einer Stunde Mittagspause festzulegen und den Rest des Tages für Familie, Fitnessstudio oder was auch immer zu lassen, erscheint als die Maßnahme, die das Leben der Menschen wirklich verändern würde.
Solange das nicht passiert, ist die Debatte über Sommer- oder Winterzeit eine Debatte über die Farbe der Gardinen. Und manche treiben es auf die Spitze: Jede Stadt solle ihre Sonnenzeit haben, wie vor der Eisenbahn, die ihre eigene durchsetzte. Auf den Kanaren ist es bereits eine Stunde früher als auf der Halbinsel, also wäre eine dritte Zeitzone keine Ketzerei.
Das Hintergrundrauschen: Nationalismus, Uhren und Biorhythmen
Das Gespräch driftet wie fast immer in Gefilde ab, die nichts damit zu tun haben. Da sind die, die glauben, die Zeitumstellung sei eine Auferlegung der Zentralmacht, die, die finden, jeder solle sich nach seinen Biorhythmen richten, und die, die die Gelegenheit nutzen, identitäre Rechnungen zu begleichen. Nichts davon löst das eigentliche Problem.
Die offene Frage ist nicht, ob die Zeitumstellung perfekt ist — ist sie nicht —, sondern ob jemand bereit ist, die politischen Kosten zu tragen, die Zeitzone zu verschieben, die geteilte Arbeitszeit abzuschaffen oder Galicien und Girona in unterschiedlichen Zeiten leben zu lassen. Im Moment: niemand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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