Lila Haare und psychische Erkrankungen: Was die viralen Zahlen wirklich belegen

Ein viraler Tweet vergleicht 68 % psychische Diagnosen bei Menschen mit unnatürlich gefärbten Haaren mit 26 % bei anderen. Wir erklären, warum die Zahl nichts beweist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Tweet behauptet, dass 68 % der Nutzer der App Keeper, die ihre Haare in unnatürlichen Farben färben, eine psychische oder Persönlichkeitsdiagnose erhalten haben, gegenüber 26 % bei denen mit natürlichen Farben. Der Vergleich beweist nicht, dass Haarfarbe irgendeine Störung verursacht: Es ist ein Zusammenhang ohne Kontrolle anderer Variablen.

Ein Beitrag eines X-Nutzers schreibt den Nutzern der App Keeper einen Unterschied von **42 Punkten** zu zwischen denen, die ihre Haare in Farben färben, die es in der Natur nicht gibt, und denen, die natürliche Töne behalten. Laut Tweet geben **68 %** der Ersteren eine psychische oder Persönlichkeitsdiagnose an, gegenüber **26 %** der Letzteren. Die Zahl kursiert ohne Link zur Studie, ohne Stichprobengröße und ohne Datum.

## Was die Zahl genau aussagt

Die Behauptung stützt sich auf eine selbstdeklarierte Umfrage innerhalb einer App. Niemand hat die Diagnosen überprüft, und Alter, Geschlecht oder Krankengeschichte wurden nicht berücksichtigt. Ein solcher Prozentsatz beschreibt nur diejenigen, die geantwortet haben, nicht die Allgemeinbevölkerung. Und der Abstand zwischen beiden Gruppen ließe sich mit tausend Dingen erklären, die nichts mit der Farbdose zu tun haben.

## Korrelation ist nicht Kausalität

Dass zwei Dinge zusammen auftreten, bedeutet nicht, dass eines das andere verursacht. Wer sich die Haare lila färbt, bewegt sich vielleicht in Umgebungen, in denen offener über psychische Gesundheit gesprochen wird, und gibt deshalb Diagnosen an, die andere verschweigen. Das ist der klassische Antwortbias. Auch das Gegenteil ist möglich: Menschen in Behandlung, die eine sichtbare Form der Selbstdarstellung suchen.

## Warum die Schlagzeile wichtig ist

Die Zahl als „direkten Zusammenhang“ darzustellen, macht aus einer statistischen Assoziation einen Vorwurf. Sie stigmatisiert Menschen mit gefärbten Haaren und verharmlost echte Erkrankungen. Kein einziger Wert aus diesem Tweet erlaubt die Behauptung, dass Haarfarbe ein Symptom für irgendetwas sei. Bei Fragen zur psychischen Gesundheit ist es sinnvoll, eine Fachperson zu konsultieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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