Lidls Instanttee unter der Lupe: 9,5 Gramm Kohlenhydrate pro 100 ml
Vier Löffel Pulver in kaltes Wasser, fertig. Diese Geste, jeden Morgen in Tausenden spanischen Küchen wiederholt, ist der Kern eines Produkts, das sich eine treue Fangemeinde erobert hat: der Waldfrucht-Instanttee, den Lidl zum Schleuderpreis verkauft. Das Versprechen ist verlockend —günstiger als der von Mercadona, sagt das Etikett— und das Ergebnis ist, wer ihn täglich trinkt, ein Getränk, das süchtig macht. Das Problem ist nicht der Geschmack. Es ist das, was dahintersteckt.
Die Nährwertangaben auf der Packung, in der Diskussion wiedergegeben, lassen keinen Spielraum für Interpretationen: 168 kJ und 40 kcal pro 100 ml, mit 9,5 Gramm Kohlenhydraten. Zur Einordnung weist ein Teilnehmer darauf hin, dass eine Pepsi 43 kcal pro 100 ml hat. Lidls Instanttee spielt damit in derselben Liga wie die Softdrinks, die er angeblich ersetzt.
Wie viel Zucker hat Lidls Instanttee im Vergleich zu einem Softdrink?
Die Zahl, die die Illusion vom gesunden Getränk zerstört, steht in der eigenen Nährwerttabelle. 9,5 Gramm Kohlenhydrate pro 100 ml. Manche rechnen das auf etwa 8 Löffel Zucker pro Glas hoch, wenn man die empfohlene Verdünnung verwendet. Der Unterschied: Der Konsument fühlt sich hier tugendhaft, weil er ja keinen „Softdrink" trinkt.
Manche halten das Problem nicht für das Produkt, sondern für die Dosis. „Wenn ich ihn eigentlich verdünnt trinke und kaum einen halben Löffel reinmache", argumentiert ein Teilnehmer, der einräumt, dass die Packung eine Menge empfiehlt, die er für übertrieben hält. Es ist ein wiederkehrendes Argument: Der Zucker ist drin, aber der Konsument entscheidet, wie viel er reintut. Das Problem: Das Etikett ist nicht darauf ausgelegt, dass man ihn verdünnt. Es ist darauf ausgelegt, dass das Produkt nach etwas schmeckt.
Der Vergleich mit anderen Alternativen entlarvt den Trick. Pfirsich-Nestea weist 28 kcal und 6,6 Gramm Zucker pro 100 ml aus. Die Zitronenvariante 31 kcal und 7,6 Gramm. Lidls Instanttee schlägt beide. Nur Pepsi mit 43 kcal pro 100 ml kann mithalten.
Die Alternative mit dem Teebeutel: 3 Cent pro Tasse
Gegen das Instantpulver macht der gute alte Teebeutel als vernünftige Option mobil. Die Rechnung, die kursiert, ist eindeutig: Ein Earl-Grey-Teebeutel von SPAR, hergestellt von Pompadour, kostet 3,5 Cent. Kein Zuckerzusatz, keine Süßstoffe, keine Farbstoffe. Nur Tee und heißes Wasser. Fünf Minuten Zubereitung gegenüber fünf Sekunden beim Instanttee.
Die Debatte über den tatsächlichen Teegehalt des Produkts bleibt offen. „Erste Zutat? Die mit dem größten Anteil: Zucker. Da ist mehr Zucker als Tee drin", stellt eine Analyse fest, die zum Lesen des Kleingedruckten anregt. Die Antwort eines anderen Teilnehmers ist genauso unangenehm: „Vom Tee hat er nur das Aroma". Der Teebeutel täuscht zumindest nicht.
Wer beide Wege ausprobiert hat, ist sich einig: Der Körper merkt es. „Meine Kinder wurden süchtig nach diesem Tee. Das ist viel zu viel Zucker", erzählt ein Vater, der ihn schließlich durch selbstgemachte Eistees ersetzte, gekühlt mit Orangen- oder Zitronensaft. Das Rezept ist nicht kompliziert: Grüner Tee mit frischer Minze im Kühlschrank oder ein kräftiger Jasmin-Tee mit Fruchtsaft verfeinert. Die Zuckerersparnis ist offensichtlich. Die Geldersparnis auch.
Der Preis der Bequemlichkeit: Was das Etikett verschweigt
Der Reiz des Instanttees ist nicht nur der Preis. Es ist die Logistik. Kein Wasser kochen, kein Warten, kein Topf spülen. Vier Löffel in kaltes Wasser, fertig. Im Sommer ist diese Sofortigkeit Gold wert. Das Problem: Bequemlichkeit hat einen Preis, der nicht auf dem Kassenbon auftaucht.
Die Diskussion driftet in das Terrain alltäglicher Süchte ab. „Ich hatte auch meine Suchtphase, ich habe ihn trocken gegessen wie einen Knabbersnack", gesteht ein Teilnehmer, der heute mit einem Augenzwinkern zurückblickt. Das Produkt macht Gewohnheiten. Und die Gewohnheit, mit Zucker als Vehikel, etabliert sich schnell.
Der Vergleich mit Süßwaren oder Snacks ist kein Zufall. Derselbe Teilnehmer, der die Qualität dieser Produkte in derselben Supermarktkette kritisiert, räumt ein, dass der Instanttee „leicht zuzubereiten" ist und dass er dadurch zur täglichen Versuchung wird. Die deutsche Kette habe ausgezeichnete und richtig schlechte Dinge, fasst er zusammen. Der Instanttee mit seinen 9,5 Gramm Kohlenhydraten pro 100 ml gehört zur zweiten Kategorie.
Die Frage, die in der Luft bleibt, ist nicht, ob Lidls Instanttee gut schmeckt. Er schmeckt gut. Die Frage ist, wie viele von denen, die ihn täglich trinken, wissen, dass sie im Grunde einen Softdrink mit Waldfruchtgeschmack trinken. Das Etikett sagt es. Aber niemand liest das Etikett, wenn der Preis so niedrig ist und die Zubereitung so bequem.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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