Lehrerstreik in Valencia: Schüler als Druckmittel missbraucht

Dreifacher Anstieg der Krankmeldungen, Drohung mit Nichtkorrektur der PAU und 200-Euro-Angebot: Der Lehrerkonflikt in Valencia eskaliert zulasten der Schüler.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lehrerstreik in Valencia: Schüler als Druckmittel missbraucht

Während des unbefristeten Streiks haben sich die Krankmeldungen unter den Lehrkräften im spanischen Valencia verdreifacht. Gewerkschaften geben offen zu, dass sie die PAU (die spanische Hochschulzugangsprüfung) nutzen, um eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Das Bildungsministerium bietet monatlich 200 Euro an; die Lehrer fordern mehr nach 15 Jahren Kaufkraftverlust. Der Konflikt führt zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen Eltern, Lehrkräften und Verwaltung.

Der Erpressungsversuch über die Selectividad

Die PAU ist zum umstrittensten Druckmittel geworden. Die Gewerkschaften räumen ein, dass sie die Prüfungen nicht korrigieren werden, wenn es keine Einigung gibt – eine Maßnahme, die den Zugang zur Universität für Tausende von Studenten gefährdet. „Man wählt die Verantwortlichen für die Bildung zukünftiger Generationen durch einen Auswendig-Lern-Test aus und macht sie damit völlig unangreifbar. Null Bewertung ihrer Motivation oder menschlichen Werte“, kritisiert eine Analyse. Der Streik fällt genau in die entscheidende Vorbereitungsphase der Selectividad, was viele Eltern dazu veranlasst hat, diese Strategie als „ekelhaft“ und als Geiselnahme der Schüler zu bezeichnen.

Die andere Seite: Infrastruktur und überfüllte Klassenräume

Hinter den Lohnforderungen verbirgt sich ein strukturelles Problem. Die Schulen in den vom DANA-Sturm betroffenen Gebieten sind „noch immer marode“, Kinder sitzen in Metallbaracken und Klassen werden geteilt, wobei nur eine Lehrkraft vorhanden ist. Es wird darauf hingewiesen, dass „80 % der Kinder kein Spanisch sprechen, weil sie Migranten sind“, und der Rest Lernschwierigkeiten hat. Die Bildungsbudgets sind seit vier Jahren eingefroren, während das Personal nicht auf den Anstieg der Schülerzahlen angepasst wurde. „Sie schieben Überstunden ab, die nie bezahlt werden“, klagen einige, in einem Kontext, in dem die Verwaltung keine Alternativen vorlegt.

Alternative: Angestellter Dauerlehrer

Ein Vorschlag aus der Diskussion ist die Einführung des „Profesor Permanente Laboral“ (angestellter Dauerlehrer), eine Figur, die bereits an Universitäten existiert. Dieses Modell würde es ermöglichen, feste Lehrkräfte ohne die aktuellen Beamtenprivilegien einzustellen, die manche nur Richtern und Polizisten zugestehen wollen. „In Spanien sollte kein einziger weiterer Beamter als Lehrer oder Arzt eingestellt werden“, befürworten ihre Anhänger. Allerdings stößt die Ausweitung dieses Modells auf den nicht-universitären Bereich auf gewerkschaftlichen Widerstand und mangelnden politischen Willen.

Bildungsgutschein als möglicher Ausweg

Angesichts der Blockade flammt die Debatte um den Bildungsgutschein („Cheque escolar“) wieder auf, der es Familien ermöglichen würde, eine Schule mit öffentlicher Finanzierung frei zu wählen. Befürworter argumentieren, dies würde das Monopol des öffentlichen Schulsystems brechen und eine Verbesserung der Dienstleistungen erzwingen. Kritiker entgegnen, dass die meisten Eltern nicht bereit seien, die Verantwortung für die häusliche Bildung zu übernehmen, und dass das private Angebot marginal sei. „Glaubst du wirklich, dass die jammernden Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichten werden?“, spotten Gegner.



Während die Gewerkschaften mit der Nichtkorrektur der PAU drohen und die Krankmeldungen explodieren, hält das Bildungsministerium an seinem Angebot von 200 Euro fest. Die Eltern, gefangen zwischen der Angst um ihre Kinder und dem Mangel an Alternativen, erwägen Maßnahmen wie Homeschooling oder direkten Druck auf die Schulen. Niemand erklärt, warum die Behörden trotz einer kumulierten Inflation von über 30 % in 15 Jahren weiterhin keinen Weg zur Lohnangleichung anbieten, der das Schuljahr nicht gefährdet.

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (207 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver